Wohnungsbrand

Feuerwehr rettet Schlangen und Geckos

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Carsten Neff
Das Feuer brach in einer wohnung im ersten Stock dieses Mehrfamilienhauses aus. .

Das Feuer brach in einer wohnung im ersten Stock dieses Mehrfamilienhauses aus. .

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Wentorf. Ein Waschmaschinenbrand hat in Wentorf eine Wohnung verwüstet. Die Feuerwehr fand dort zahlreiche Schlange, Geckos, Vogelspinnen.

Wentorf.  Gestern Vormittag um kurz nach zehn Uhr an der Kiehnschen Koppel 4: In einem dreistöckigen Mehrfamilienhaus schrillen die Rauchmelder, aus einem Fenster im ersten Stock quillt dichter Rauch. Die Feuerwehr Wentorf, deren Wache um die Ecke liegt, ist nach wenigen Minuten vor Ort. „Feuer Menschenleben in Gefahr“, lautet der Alarm. Es ist unklar, ob sich die Bewohner, ein frisch verheiratetes Pärchen, in der Wohnung befinden.

Die Nachbarwehr aus Wohltorf wird nachalarmiert. Einsatzleiter Orm Rudolf schickt gleichzeitig drei Löschtrupps unter Atemschutz ins Gebäude. Ein Angriffstrupp steigt über die Drehleiter durch das Fenster der Küche, vier Feuerwehrleute laufen durch das Treppenhaus, wenig später brechen sie die Wohnungstür auf. Dann zunächst Entwarnung: Keine Menschen in der dicht verqualmten Wohnung.

Zwei Schlangen und zwei Geckos konnte die Feuerwehr der Bewohnerin, eine Arzthelferin in einer nahen Tierarztpraxis, übergeben werden. NEWS & ART Aus den Augenwinkeln Vogelspinne gesehen

Doch als sich der erste Löschtrupp im Rauch den Weg zum Brandherd bahnt, schrecken die Feuerwehrleute zurück: „Aus dem Augenwinkel sah ich neben mir, hinter einer Scheibe, eine pelzige Vogelspinne. Etwas weiter krochen Schlangen in einem Terrarium“, berichtet einer der Feuerwehrleute. Über die gesamte Wohnung verteilt leben unbekannte Reptilien hinter Glas. „Da ist man dann schon unsicher, ich habe ja keine Ahnung, ob die Tiere giftig sind. Und wie schnell geht beim Löschen mal eine Scheibe zu Bruch“, sagt er.

Polizei evakuiert Nachbarwohnungen

Unterdessen evakuieren Polizei und Feuerwehr die Nachbarwohnungen, schicken alle Menschen ins Freie. Zudem werden die Wohnungsbesitzer informiert. Die Bewohnerin und Reptilienfreundin ist Arzthelferin in einer nahen Tierarztpraxis, eilt mit ihrem Mann und einer Kollegin an den Brandort. Die Feuerwehrleute haben den Brand nach wenigen Minuten im Griff. Nach erstem Augenschein hat eine defekte Waschmaschine das Feuer ausgelöst.

Auf den ersten Blick sieht es für Einsatzleiter Orm Rudolf so aus, als seien zahlreiche Tiere gestorben. Er selbst trägt noch Schlangen und Geckos aus dem Haus. Später sagt die Kriminalpolizei: Alle Tiere sind wohlauf.

Schulung im Umgang mit gefährlichen Tieren

Ein solcher Einsatz ist auch für die Feuerwehr nicht alltäglich, vorbereitet ist sie jedoch auch darauf. Die Freiwilligen Helfer haben gerade kürzlich eine Weiterbildung zum Umgang mit Tieren gemacht. Seitdem wissen sie: Reptilien reagieren besonders empfindlich auf Rauchgase, neigen dazu, in lebensbedrohlichen Situation sehr aggressiv zu sein.

Die Tiere sind in der Tierarztpraxis, in der sie auch untersucht werden, untergebracht. Die Wohnung ist durch Rauch und Löschwasser unbewohnbar. Das Paar packt das Allernötigste zusammen, dann versiegelt die Kripo die Wohnungstür. Jetzt sind Brandermittler am Zug.

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