TuS Dassendorf

Siegtor von Martin Harnik nach 24 Sekunden

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Im Blickpunkt: Ein Kameramann vom Norddeutschen Rundfunk filmt Dassendorfs Martin Harnik nach dem Schlusspfiff.

Im Blickpunkt: Ein Kameramann vom Norddeutschen Rundfunk filmt Dassendorfs Martin Harnik nach dem Schlusspfiff.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

Trotz Sieg kein Jubel, sondern Selbstkritik vom Trainer Jean-Pierre Richter. Auch ein NDR-Filmteam war beim Spiel im Hammer Park.

Dassendorf. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn des Oberliga-Fußballspiels zwischen dem Hamm United FC und der TuS Dassendorf hatte sich vor dem Stadion im Hammer Park eine lange Menschenschlange gebildet. Die Hausherren hatten für das Duell mit dem verlustpunktfreien Tabellenführer mächtig die Werbetrommel gerührt und um zahlreiches Erscheinen der Fans gebeten.

Der HUFC wollte sich von seiner besten Seite zeigen, da sich ein Fernsehteam des Norddeutschen Rundfunks angekündigt hatte, um Filmmaterial für eine Geschichte über Ex-Profis im Amateurbereich zu drehen. Der Protagonist ihres Interesses war Gäste-Kapitän Martin Harnik.

TuS Dassendorf zu Gast im Stadion im Hammber Park

Und der langjährige Bundesliga-Stürmer und frühere österreichische Nationalspieler ließ sich nicht lange bitten, nachdem die Klappe gefallen beziehungsweise der Anstoß ausgeführt war: Nach handgestoppten 24 Sekunden traf der 34-Jährige zum 1:0 für den Meisterschaftsfavoriten. Das 15. Saisontor von „Hanno“, wie Harnik bei der TuS gerufen wird, sollte bereits gleichbedeutend mit dem Endstand sowie dem neunten Sieg im neunten Spiel der Dassendorfer sein.

Als Schiedsrichter Murat Yilmaz (FC Türkiye) die Partie abpfiff, riss der Matchwinner allerdings nicht die Arme in die Höhe, sondern schüttelte mit dem Kopf. „Wir haben es nicht gut gespielt. Wir tun uns schwer, uns solchen Bedingungen anzupassen“, sagte Harnik mit Blick auf den vom morgendlichen Regen aufgeweichten, sehr tiefen Rasen: „Wir sterben dann in Schönheit, sollten uns aber nicht zu schade sein, auch mal die Brechstange herauszuholen. Aber das ist ein Entwicklungsprozess.“

Kerim Carolus schrammt mit Glück an einem Platzverweis vorbei

Tatsächlich konnte das Team von Coach Jean-Pierre Richter („Wir haben heute viel zu wenig geleistet“) lediglich in den ersten 20 Minuten seine individuelle Klasse zur Geltung bringen. Wie bei der Blitzführung: Nach einem langen Ball kam Dennis Bergmann zur Flanke, die Mattia Maggio direkt auf den Torschützen Harnik verlängerte. Danach besaß die TuS drei sehr gute Chancen, das Resultat zu erhöhen. Auf der Gegenseite hatte der Spitzenreiter allerdings auch Fortune, dass Referee Yilmaz ein Einsteigen von Kerim Carolus gegen Rodrigo Baroni an der Strafraumkante nicht ahndete (5.). Der Dassendorfer Verteidiger war letzter Mann und hätte im Falle eines Pfiffs wohl die Rote Karte gesehen. „Der Kontakt war in jedem Fall da“, gab Richter zu.

Hatten die Gäste anfangs noch alles im Griff, so ging ihnen ab Mitte des ersten Durchgangs die spielerische Linie verloren. Der Kombinationsfluss war dahin. Stattdessen verzettelten sich die TuS-Akteure immer wieder in unnötigen Einzelaktionen. Harnik nahm seine Teamkameraden bei einer Pause wegen eines verletzten HUFC-Kickers kurz vor der Halbzeit gestenreich ins Gebet. Vergebens. Sein Trainer meinte später: „Wir haben unseren Matchplan aus der Hand gelegt und hatten ganz viel Freestyle auf dem Platz.“

Am 7. November läuft der Film über Martin Harnik im NDR-Fernsehen

Nach dem Seitenwechsel gab es für die drei Kameraleute des NDR nicht mehr viel Spannendes zu filmen. Auf dem morastigen Boden (Harnik: „Eine Parkwiese“) hatten gelungene Kombinationen Seltenheitswert. Abseitstreffer durch Hamms Eren Eröksüz (48.) sowie Dassendorfs Sven Möller (78.) waren die Höhepunkte eines zweiten Abschnitts, in dem die TuS keineswegs wie eine Übermannschaft auftrat, die sie laut Klassement ja nun mal ist. „Unser Anspruch ist es, in dieser Liga jedes Spiel zu gewinnen. Nun kommt die ungemütliche Jahreszeit. Wir müssen lernen, die Bedingungen, die uns jetzt erwarten, anzunehmen“, forderte Harnik, über dessen Rückkehr in den Amateurfußball der NDR am 7. November in der Sportclub Story (23.30 Uhr) berichten wird.

TuS Dassendorf: Gruhne (3); Kerim Carolus (4) ab 46. Buchholz (3), Ahlschwede (3), Sowah (2); Aust (3), Dettmann (3), Möller (3) ab 87. Kurczynski (-), Rinik Carolus (3), Maggio (3-4) ab 69. Strömer (-); Dennis Bergmann (3) ab 46. Kleine (4), Harnik (3).

( hbo )

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