Schwarzenbek

Statt Grillfleisch gibt’s an der Meiereistraße jetzt Fisch

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Monika Retzlaff
Michael Hoffmann betreibt seinen Fischhandel an der Meiereistraße. Dort öffnet demnächst auch die Fischtheke.

Michael Hoffmann betreibt seinen Fischhandel an der Meiereistraße. Dort öffnet demnächst auch die Fischtheke.

Foto: Monika Retzlaff

Dem Fleischereibetrieb Schaper folgt ein Fischladen. Geschäftsführer Michael Hoffmann verrät, welche Meerestiere seine Favoriten sind.

Schwarzenbek.  Demnächst können die Schwarzenbeker wieder frischen Fisch im Laden kaufen. Die Firma Rihoff an der Meiereistraße 2 bietet an ihrer Fischtheke ab der zweiten Augustwoche frischen Lachs, Dorsch, Lachsforelle, Makrele, Rotbarsch, Scholle, Wolfsbarsch, Lengfisch und vieles mehr an. Auch frisch geräucherter Fisch ist dann dort immer freitags in großer Auswahl zu haben.

Damit geht ein Wunsch vieler Schwarzenbeker in Erfüllung. Denn nach Schließung des Fischgeschäftes von Günter Hädecke an der Hamburger Straße Anfang 2010 kauften die Bewohner der Europastadt ihren Fisch in Schwarzenbek im Supermarkt oder an Fischwagen auf dem Wochenmarkt und vor dem dem Edeka-Markt von Bernd Kratzmann im Lupuspark. Nun gibt es wieder ein richtiges Fischgeschäft.

Fischladen in Schwarzenbek: Neuer Inhaber kaufte Gebäude 2021

Michael Hoffmann, Inhaber und Geschäftsführer der Firma Rihoff (die Firma hat er in Hamburg zusammen mit einem Geschäftspartner gegründet, der nicht mehr dabei ist) kaufte 2021 das Gebäude der ehemaligen Fleischerei Schmidt und eröffnet dort seinen Betrieb für frischen Fisch und Fischfeinkost.

Der Hamburger übernahm die Räumlichkeiten, in denen Michael Schaper ab Ende 2009 einen nach EU-Standards zertifizierten Fleisch-Zerlegebetrieb führte, Wurst herstellte, Kantinen und Restaurants belieferte, einen Partyservice betrieb. Außerdem öffnete Schaper freitags die Fleisch- und Wursttheke für die Laufkundschaft.

Zerlegebetrieb galt vor 13 Jahren als zukunftsweisend

Schaper hatte den Betrieb vor 13 Jahren eröffnet und 1,1 Millionen Euro investiert. Dafür bekam er Zuschüsse vom Bund, vom Land und der EU, weil das Projekt neuesten Standards entsprach und wegen seines Pilotcharakters für moderne Fleischproduktion als förderfähig galt. Schaper hatte dort etwa 80 Sorten Wurst hergestellt, Fleisch vom Schwein, Lamm, Rind und Kalb portionsfertig für Gasthäuser Märkte und Läden zerlegt und seinen Partyservice organisiert.

Fünf Tonnen Fleisch – das entspricht einem Volumen von einhundert Schweinehälften – konnten wöchentlich dort zerlegt werden. In dem Betrieb feierte auch Ex-Bürgermeister Frank Ruppert nach der Übernahme des Vorsitzes im Hausfrauenbund seinen Einstand in dem Verein mit einem Grillfest im Spätsommer 2014.

Außerdem hatte Michael Schaper ein Ladengeschäft in Reinbek. Sowohl der Laden in Reinbek als auch der Zerlegebetrieb standen längere Zeit leer. Wie berichtet, hat sich in Reinbek jetzt ein Kiosk mit Spätöffnungszeiten angesiedelt.

Fischhandel war ehemals ein zertifizierter Zerlegebetrieb

Bevor Schaper den modernen Betrieb baute, hatte er seine Fleischerei und den Laden ebenfalls an der Hamburger Straße, gleich neben Hädeckes Fischladen. Weil die Fleischerei jedoch an diesem Standort nicht modernisiert werden konnte, wagte Schaper einen Neuanfang und baute den neuen, modernen Betrieb an der Meiereistraße. Aus gesundheitlichen Gründen und wegen eines Todesfalls in der Familie musste er ihn aber vor mehr als einem Jahr aufgeben. Der Schwarzenbeker, der auch sehr aktiv im Förderverein der Feuerwehr war, hat sich ins Privatleben zurückgezogen.

Nun wird es in seinem Betrieb mit den großen Kühlhäusern an der Meiereistraße statt Fleisch den frischen Fisch geben. Anstatt Schapers beliebter Currywurst können sich die Kunden an der Meiereistraße künftig geräucherten Lachs und viele andere Köstlichkeiten holen.

Michael Hoffmann ist schon seit 2016 als Fischhändler tätig. Tag für Tag versorgt der 43-jährige Hamburger seitdem die Kunden in der Gastronomie, in Kantinen, in Fischgeschäften in der Freien und Hansestadt. Außerdem decken sich bei ihm Hotels und viele Privatleute mit Flossentieren ein.

Der Fisch kommt aus zertifiziertem Fang und Farmen

Der Fisch kommt aus zertifiziertem Fang und nachhaltigen Farmen: Lachsforellen und Forellen aus Dänemark, Lachs aus Norwegen, Dorade und Wolfsbarsch aus Griechenland und der Türkei, Karpfen und Aal stammen aus Deutschland. Der Fisch wird für die Kunden auf Wunsch aufbereitet, filetiert und küchenfertig gemacht, sodass er von ihnen gleich weiterverarbeitet werden kann. Außerdem wird vor Ort auch Fisch geräuchert, veredelt mit erlesenen Gewürzen und Kräutern.

„Wir liefern nach Bestellung die Ware sehr schnell an unsere Kunden, damit jeder den Fisch frisch genießen kann“, sagt Michael Hoffmann. Inzwischen bedient er mehrere Hundert Kunden. Mit seinem Unternehmen hat er sein Hobby zum Beruf gemacht und in Schwarzenbek eine neue Heimat gefunden. Dafür hat der 43-Jährige mittlerweile auch seinen Job als Maschinenbautechniker aufgegeben.

Neuer Firmenchef will Schwarzenbeker für Fisch begeistern

„Ich habe schon als Kind und Jugendlicher gern geangelt und Fisch zubereitet. Unsere ganze Familie liebt Fisch“, sagt er. Wolfsbarsch, Dorade und Lengfrisch mag er am liebsten: Egal ob geräuchert, gegrillt oder gebraten. Der Wolfsbarsch ist neben der Seezunge und dem Steinbutt einer der Edelfische. Weitere Spezialitäten bei ihm sind Dorade, ein Mittelmeerfisch mit zartem Fleisch, der sich perfekt zum Grillen eignet, genauso wie der Lengfisch. Dieser kann auch mit Panierkruste gebraten werden und eignet sich für Suppen.

„Ich hoffe, ich kann noch viele Kunden für meinen frischen Fisch begeistern“, sagt Michael Hoffmann. Aktuelle Infos gibt es auf der Internetseite rihoff-frischer-fisch.de.