Schwarzenbek

Neue Aufgabe für die wenig genutzten Impfzentren

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In der alten Realschule können Impftermine wahrgenommen werden

In der alten Realschule können Impftermine wahrgenommen werden

Foto: Stefan Huhndorf

An der Berliner Straße 12 können auch Geflüchtete aus der Ukraine Impfungen kostenlos erhalten. Nicht nur gegen Corona.

Schwarzenbek/Ratzeburg. Viele Ukrainer, die vor dem Krieg geflohen sind, wollen rasch wieder zurück. Doch für manche wird dies so schnell nicht möglich sein. Die gekommen sind, haben häufig nicht den bei uns üblichen Impfschutz gegen viele Erkrankungen. Zunächst stand Corona im Mittelpunkt der Überlegungen, inzwischen soll den Flüchtlingen ein umfassendes Paket geboten werden. Und das möglichst einfach, ohne allzu großen Verwaltungsaufwand.

Die noch existierenden öffentlichen Corona-Impfstellen leiden aktuell nicht gerade unter einem Ansturm Impfwilliger. Was liegt also näher, als die vorhandenen Kapazitäten zu nutzen? Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) hatte noch vor der Landtagswahl appelliert, derartige Angebote wahrzunehmen, „um auch empfohlene Standardimpfungen nachzuholen“.

Auch Kombi-Impfungen werden kostenlos in der Schwarzenbeker Impfstelle angeboten

Seine Bitte richtet sich auch an Menschen, die Geflüchtete betreuen: Sie sollten die Ukrainer auf die Möglichkeiten hinweisen, die Geflüchteten bei der Wahrnehmung unterstützen. Neben Impfungen gegen Covid-19 werden im zentralen Schwarzenbeker Impfzentrum zwei Kombi-Impfungen angeboten: Eine beugt Tetanus (Wundstarrkrampf), Polio (Kinderlähmung), Diphtherie und Keuchhusten vor, die zweite schützt vor Mumps, Röteln, Windpocken sowie Masern.

Anders als die meisten Impfungen ist die gegen Masern in Deutschland verpflichtend für Geflüchtete und Asylbewerber, die in Gemeinschaftsunterkünften leben. Ebenso für Kinder vom ersten Lebensjahr an, die eine Kita oder eine Schule besuchen, schließlich auch für Menschen, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder im Medizin- oder Pflegesektor tätig sind.

Die Impfungen sind für sie kostenlos, auch ohne Krankenversichertenkarte

Flüchtlinge benötigen einen Ausweis oder ein anderes Personaldokument, um sich auszuweisen. Die Impfungen sind für sie kostenlos, auch ohne Krankenversichertenkarte. Wer keinen Impfpass mitbringt, „erhält eine Bestätigung für einen Nachtrag im Impfpass“, erläutert Kreissprecher Tobias Frohnert. Wichtig ist der auch, weil viele Impfungen mehrfach erfolgen müssen, damit der volle Schutz eintritt.

Das Impfzentrum Schwarzenbek findet sich in der früheren Realschule (Berliner Straße 12). Der Zugang ist jedoch über den Parkplatz an der Hans-Böckler-Straße.

( he )