Millionenprojekt

Schwarzenbek braucht ein neues Klärwerk

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Stefan Huhndorf
Das Klärwerk an der Bölkau in Schwarzenbek aus der Luft gesehen. Was so idyllisch wirkt, ist in weiten Teilen desolat und muss neu gebaut werden. Ein Großteil der Anlage stammt aus dem Jahr 1963. Die Becken sind zum Teil nicht mehr dicht.

Das Klärwerk an der Bölkau in Schwarzenbek aus der Luft gesehen. Was so idyllisch wirkt, ist in weiten Teilen desolat und muss neu gebaut werden. Ein Großteil der Anlage stammt aus dem Jahr 1963. Die Becken sind zum Teil nicht mehr dicht.

Foto: Stadt Schwarzenbek

Neubau kostet etwa 6,5 Millionen Euro. Das Gesamtprojekt wird auf zehn Jahre gestreckt. Sicher ist: Gebühren werden steigen.

Schwarzenbek.  Die Stadt hat in den vergangenen Jahrzehnten viele Millionen Euro in das Klärwerk und dessen Modernisierung investiert. Unter anderem ging es dabei um die Klärschlamm-Vererdung in speziellen Schilfbeeten und die Verstromung von Klärgas. Auch die Werte für die Einleitung der gereinigten Abwässer in die Bille sind absolut in Ordnung und liegen weit unterhalb der vorgeschriebenen Grenzwerte. Trotzdem besteht dringender Handlungsbedarf. Ein Neubau ist erforderlich, der nach derzeitigen Schätzungen mit 6,5 Millionen Euro zu Buche schlägt.

Denn die Anlage an der Bölkau stammt in weiten Teilen aus dem Jahr 1963 und lässt sich nicht mehr einfach so sanieren. Unter anderem sind die beiden Hauptklärbecken marode und Grundwasser drückt von den Außenseiten herein. Das hat Gutachter und Planer Diplom-Ingenieur Rolf Prins in der vergangenen Woche während der Sitzung des Bauausschusses unmissverständlich deutlich gemacht.

Klärwerk entsorgt nicht nur Abwasser aus Schwarzenbek

Trotz diverser Modernisierungen müssen weite Teile des Klärwerks, das heute für 25.000 sogenannte Einwohnergleichwerte ausgelegt ist, erneuert werden. Auch eine Ausweitung der Reinigungskapazität auf 35.000 Einwohnergleichwerte ist erforderlich, damit die Anlage fit für die Zukunft wird. „Die Werte berechnen sich sowohl aus den Anschlüssen von Privathaushalten als auch aus Betrieben in den Gewerbegebieten“, erläuterte Bauamtsleiter Ralf Hinzmann.

Neben der Stadt Schwarzenbek mitsamt seiner wachsenden Baugebiete und diverser Firmen in den beiden Industriegebieten ist unter anderem auch das Gewerbegebiet Elmenhorst/Lanken an das Klärwerk angeschlossen und auch das im Bau befindliche Gewerbegebiet von Grabau an der Bundesstraße 207 wird von Schwarzenbek mit entsorgt.

Teile der Anlage sind bereits in einem guten Zustand

Die Vorklärung und die Rechen, die Sand und Abfälle aus dem Abwasser filtern, sind laut Prins in einem guten Zustand. Das hat der Gutachter den Politikern im Bauausschuss attestiert. Allerdings sind die beiden Becken für die Klärung, die vor fast 60 Jahren gebaut wurden, nicht mehr mit einem vertretbaren Zustand. „Mit einer einfachen Betonsanierung ist es nicht getan. Ein Neubau ist erforderlich“, betonte der Ingenieur.

So ganz unerwartet hat diese Situation die Stadt nicht getroffen. Wegen der anstehenden Sanierung haben die Politiker bereits vor mehr als einem Jahr dem Ankauf eines Grundstücks direkt neben dem Klärwerk zugestimmt.

„Dort kann ein Neubau weiter Teile des Klärwerks stattfinden. Vor allem die Klärbecken könnten dort noch in diesem und im nächsten Jahr entstehen. Das Abwasser kann dann einfach von den alten in die neuen Becken umgepumpt werden“, erläuterte Rolf Prins.

Projekt wird auf zehn Jahre gestreckt, Klärbecken werden als erstes erneuert

Der Neubau könnte theoretisch bis 2026 realisiert werden. Darin wäre auch eine bessere Ausnutzung der Energie, ein neues Maschinenhaus und ein Tunnel mit der gesamten Technik zwischen den beiden Klärbecken integriert. Der Bauausschussvorsitzende Hans-Jürgen Stribrny regte eine Entzerrung des Projektes an. „Es ist unstrittig, dass wir diese Investition tätigen müssen. Wir sollten dieses Projekt jedoch auf zehn Jahre strecken und uns jetzt erst einmal auf die Erneuerung der Klärbecken konzentrieren“, so der Christdemokrat.

Unstrittig ist auch, dass die anstehenden Maßnahmen zusätzliche Belastungen für die Grundeigentümer bedeuten. Corinna Romahn von den Stadtwerken sagte, dass sie die anstehenden Kostensteigerungen nicht beziffern könne.