Schwarzenbek

Handballspielen mit und ohne Handicap

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Marcus Jürgensen
Thies Dieckert (v.l.), Doreen Voss, Hanna Koch und Christian Lüdeke (v.l.) planen das Handball-Inklusionsprojekt „Hero Ball“ beim TSV Schwarzenbek.

Thies Dieckert (v.l.), Doreen Voss, Hanna Koch und Christian Lüdeke (v.l.) planen das Handball-Inklusionsprojekt „Hero Ball“ beim TSV Schwarzenbek.

Foto: TSV Schwarzenbek

Der TSV Schwarzenbek plant ein Inklusionsprojekt: „Hero Ball“. Am Freitag, 26. November, startet das erste Schnuppertraining.

Schwarzenbek. „Es geht um den Spaß am Spiel“, sagt Thies Dieckert, Handball-Urgestein des TSV Schwarzenbek. Als Siebenjähriger begann seine Karriere beim TSV, er war Spieler, Jugendwart, Trainer, Chefcoach und Abteilungsleiter. „Ich bin in diesem Verein groß geworden, und er liegt mir daher sehr am Herzen. Die Handballer sind mein zweites Zuhause“, sagt der 37-Jährige, der gemeinsam mit Christian Lüdeke, Doreen Voss und Hanna Koch ein neues Projekt an den Start bringt: „Hero Ball“.

Dabei geht es um Handball für Menschen mit und ohne Handicap. In Hamburg und Schleswig-Holstein gibt es mittlerweile einige Vereine, die Inklusions-Handball anbieten und sogar in Ligaspielen gegeneinander antreten. Das ist auch das langfristige Ziel von Dieckert, doch zunächst geht es erst einmal darum, überhaupt ein Team aufzustellen.

Natürlich können auch Eltern, Geschwister oder Freunde mittrainieren

„Handball ist ein Mannschaftssport in dem das ,Wir’ groß geschrieben wird, und genau deswegen passen Inklusion und Handball bestens zusammen“, sagt Dieckert. Im Ligaspielbetrieb ist reglementiert, wie viele Spieler ohne Handicap teilnehmen dürfen und wie deren Einschränkungen zu bewerten sind.

Dieckert und seinen Mitstreitern ist das zunächst mal egal: „Wir denken: Handicap, na und? Du machst das Team rund. Wir sind eine inklusive Sportgruppe, in der die Grundlagen des Handballsports vermittelt und an die jeweiligen Stärken angepasst werden“, appelliert er an alle, die Lust haben sich, diese Sportart einmal auszuprobieren. Teilnehmen können sowohl Menschen mit körperlichen als auch geistigen Handicaps, so Dieckert: „Und wenn jemand mit Querschnittslähmung im Rollstuhl sitzt, dann finden wir auch für den eine Aufgabe im Team.“ Natürlich können auch Eltern, Geschwister oder Freunde mittrainieren – eine Quote gibt es erst im Ligaspielbetrieb, den Dieckert frühestens für die Saison 2022/23 anpeilt.

Drei Schnuppertermine für das Inklusionsprojekt Hero Ball

In Schleswig-Holstein gibt es derzeit neun Vereine, die in der Inklusionsliga spielen. Neben Kiel, Neumünster und Lübeck sind dort vor allem kleinere Orte wie Munkbrarup, Ohrstedt, Todesfelde und Horst/Kiebitzreihe vertreten. Der TSV Schwarzenbek wäre der südlichste Verein in dieser Liga.

Der erste Schnuppertermin ist bereits am heutigen Freitag, 26. November, von 17.30 bis 19 Uhr in der Sporthalle an der Berliner Straße 12. Interessierte mit und ohne Handicap können sich entweder unter 04151/79 32 im TSV-Sportbüro (Buschkoppel 7) oder im Internet unter www.tsv-schwarzen bek.de/hero-ball anmelden. Teilnehmen können Männer und Frauen ab 16 Jahren. Wichtig: Es gilt die 2G-Regel. Weitere Schnuppertermine sind für den 3. und 10. Dezember, jeweils von 17.30 bis 19 Uhr, in der Sporthalle an der Berliner Straße vorgesehen.

Es gab auch schon Trainingsangebote im Parabadminton

Das Handballprojekt ist nicht der erste Versuch des Sportvereins, inklusiven Sport anzubieten. Es gab auch schon Trainingsangebote im Parabadminton. Im August hatte der TSV gemeinsam mit der Badminton-Spielgemeinschaft Schwarzenbek, Büchen, Müssen zum Schnuppertag eingeladen. Der Landessportverband hatte einen Rolliparcours aufgebaut, der Kreissportverband und der Sponsor Fa. Stolle brachten Sport-Rollstühle vorbei.

Der Parabadmintontrainer vom Landesverband Hamburg Fabian Gruss und die Koordinatorin für Parabadminton beim Deutschen Badmintonverband Carolin Ruth stimmten die von den drei Vereinen anwesenden Trainer und Helfer auf die Veranstaltung ein.

Für die Rollstuhlfahrer soll es eine Extragruppe geben

Alle waren gespannt, wie der Schnuppertag angenommen werden würde. Das Ergebnis hat dann die Erwartungen übertroffen. Zehn Teilnehmer, darunter Rollstuhlfahrer, eine Sportlerin mit einer Beinamputation und einige weitere Teilnehmer mit anderen Handicaps kamen in die Sporthalle Buschkoppel. Der TSV wird die Teilnehmer den passenden Trainingsgruppen zuordnen und sie so schnell wie möglich dort integrieren. Für die Rollstuhlfahrer soll es eine Extragruppe geben. Kontakt über das Sportbüro oder per E-Mail: badminton@tsv-schwarzenbek.de.