SPD-Senioren

Generationswechsel bei der AG 60 plus im Herzogtum

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Marcus Jürgensen
Eine rote Rose für die Nachfolgerin im Vorstand der SPD-Senioren: Hans-Peter Iversen gibt nach 20 Jahren den Vorsitz der SPD AG 60 plus an Angela Hoff weiter.

Eine rote Rose für die Nachfolgerin im Vorstand der SPD-Senioren: Hans-Peter Iversen gibt nach 20 Jahren den Vorsitz der SPD AG 60 plus an Angela Hoff weiter.

Foto: Marcus Jürgensen

Der neue Vorstand ist größer, jünger, aber auch „nördlicher“ geworden. Was das für die Arbeit im Herzogtum Lauenburg bedeutet.

Schwarzenbek. Als Hans-Peter Iversen vor 21 Jahren in den Vorruhestand ging, trat der Sozialdemokrat in die SPD Arbeitsgemeinschaft 60 plus ein. Kurz darauf übernahm der ehemalige Zollbeamte aus Lauenburg den Vorsitz des Kreisverbandes – und führte die SPD-Senioren für mehr als 20 Jahre.

Jetzt ist Schluss: Nachdem Iversen bereits auf der Landeskonferenz am 1. Oktober nicht mehr für einen Vorstandsposten kandidiert hatte, verzichtete der 82-Jährige auch bei der Kreiskonferenz am Mittwochnachmittag in Schröders Hotel in Schwarzenbek, ebenso wie sein Vize, der Schwarzenbeker Jürgen Torkel, auf eine erneute Kandidatur und gab den Vorsitz ab.

Angela Hoff führt die SPD-Senioren gemeinsam mit Uwe Teut an

Neue Kreisvorsitzende ist Angela Hoff. Die 62-jährige ehemalige Diplomverwaltungswirtin aus Alt-Mölln wurde einstimmig gewählt. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde ebenso einstimmig Uwe Teut (66) aus Salem gewählt, Schriftführer ist Holger Harenberg aus Breitenfelde, der Iversen bereits im Landesvorstand ersetzt hatte. Hoff ist zudem Mitglied im SPD-Kreisvorstand, Teut war viele Jahre SPD-Kreisvorsitzender und DGB-Vorsitzender in Stormarn.

Nach Rück- und Austritten hatte der Kreisvorstand der AG 60 plus zuletzt nur noch aus Iversen, Torkel und dem Geesthachter Jens Schumann bestanden. Jetzt umfasst der Vorstand acht Personen, denn neben Hoff, Teut und Harenberg wurden als Beisitzer Wolfgang Graumann, Doris Salkowsky, Horst Bergmann, Bernward Peterburs und Iversen gewählt, der so für einen nahtlosen Übergang sorgen will. Damit ist der Vorstand größer und jünger geworden, aber auch „nördlicher“.

Tagungen werden an wechselnden Orten im Herzogtum Lauenburg stattfinden

Das hat Konsequenzen für den Tagungsort: Bisher trafen sich die Mitglieder zumeist in Schwarzenbek, künftig soll dies an wechselnden Orten im gesamten Kreisgebiet geschehen, so Hoff: „Wir wollen Senioren aus allen Teilen des Kreisgebiets so einen Besuch möglich machen.“

Während Iversen mit dem Auto von Lauenburg in die Europastadt etwa eine Viertelstunde braucht, dauert es für Uwe Teut, der in Salem wohnt, mehr als doppelt so lange. Die erste Klausurtagung des neuen Vorstands findet deshalb am 27. November auch in der Möllner Kreisgeschäftsstelle der SPD statt.

Arbeitsgemeinschaft will sich thematisch neu aufstellen

Doch nicht nur der Tagungsort ändert sich, auch thematisch will sich die AG neu aufstellen. Einen Vorgeschmack lieferte Harenberg, der einen Antrag zur Abschaffung der Straßenausbaubeiträge formuliert hatte.

„Straßenausbaubeiträge sind ein völlig überkommenes Relikt aus dem alten Preußen“, so der ehemalige IT-Operator. Es sei nicht einzusehen, dass Anlieger für Gemeindestraßen bezahlen sollen, während alle anderen Straßen aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert werden.

Straßenausbaubeiträge als generationsübergreifendes Thema

Der Streit um die Ausbaubeiträge, die je nach Grundstücksgröße und Straßenfunktion mehrere tausend Euro betragen können, sind seit vielen Jahren ein Streitthema. Die Jamaika-Koalition hatte es den Gemeinden frei gestellt, diese Beiträge zu erheben.

Allerdings werden die Ausbaubeiträge explizit als Möglichkeit der Haushaltskonsolidierung genannt. „Das fördert die Ungleichheit. Reiche Kommunen können die Beiträge erlassen, ärmere Städte müssen ihre Bürger belasten“, so Harenberg. Mit dem Antrag wird die SPD-Landtagsfraktion aufgefordert, sich für die Abschaffung der Beiträge einzusetzen.

Reisen nach Berlin sowie ein Filmabend sind geplant

Statt wie bisher vor allem Politiker als Referenten zu den Versammlungen einzuladen, will Hoff auch hier die Themen breiter streuen. „Die steigenden Energiekosten betreffen uns alle“, sagt Hoff und plant, einen Energieberater für einen Vortrag zu gewinnen.

Auch Reisen zum Bundestag nach Berlin sowie eine Kooperation mit anderen SPD-Organisationen, wie den Jusos oder der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF), sollen folgen. Geplant ist, gemeinsam mit der AsF zum Filmabend über „Die Unbeugsamen“ einzuladen. Der im August veröffentliche Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der Frauen im Bundestag, die sich in einer Männerdomäne durchsetzten.