Schwarzenbek

CDU: Weitere Kita-Plätze haben oberste Priorität

| Lesedauer: 3 Minuten
Marcus Jürgensen
Der neugewählte Ortsvorstand (v.l.): der Ehrenvorsitzende Eckhard Gerber, Thomas Henning, Maja Bienwald, Thimo Krebs, Thomas Lamm und Johanna Ravens.

Der neugewählte Ortsvorstand (v.l.): der Ehrenvorsitzende Eckhard Gerber, Thomas Henning, Maja Bienwald, Thimo Krebs, Thomas Lamm und Johanna Ravens.

Foto: CDU Schwarzenbek

Schwarzenbeks Christdemokraten haben einen neuen Partei-Vorstand.Thimo Krebs lebt erst seit vier Jahren in der Stadt.

Schwarzenbek. Die Zeit der kommissarischen Parteiführung ist für den Polizeikommissar vorbei. Seit Oktober ist Thimo Krebs gewählter Ortsvorsitzender der Christdemokraten in Schwarzenbek. Eine steile Karriere für den 30-Jährigen: Erst 2019 war der Polizist, der seit vier Jahren in Schwarzenbek lebt, der CDU beigetreten und arbeitete als bürgerliches Mitglied in den Ausschüssen mit. Ein Jahr später sprangen Krebs und der aktuelle CDU-Fraktionschef Hans-Jürgen Stribrny ein, als nach Rücktritten der Ortsverband ohne Führung war.

Weil in Corona-Zeiten eine Mitgliederversammlung nicht möglich war, führten sie die Partei zunächst kommissarisch. Jetzt trafen sich die CDU-Mitglieder im Sportlerheim an der Schützenallee, um den Vorstand zu wählen.

Schwarzenbek: CDU hat einen neuen Vorsitzenden gewählt

Obwohl Krebs auch als Fußballer beim SC Schwarzenbek aktiv ist, hatte die Wahl des Versammlungsorts nichts damit zu tun: Der Parteivorstand wollte den Teilnehmern die Möglichkeit geben, das Ende 2018 eingeweihte Gebäude auch von innen kennenzulernen.

Die Mitglieder wählten Krebs einstimmig zum Vorsitzenden und honorierten damit auch die zahlreichen Neuerungen in der digitalen Verbandsarbeit, der Mitgliederbetreuung und im öffentlichen Auftritt der Schwarzenbeker Christdemokraten, die der 30-Jährige angeschoben hatte.

Schwarzenbek soll Stadt mit dem jüngsten Bevölkerungsschnitt bleiben

Den fünfköpfigen Vorstand komplettieren die CDU-Kreistagsabgeordnete Maja Bienwald als stellvertretende Vorsitzende, Schatzmeister Thomas Henning, die Mitgliederbeauftragte Johanna Ravens sowie Beisitzer Thomas Lamm und als kooptiertes Mitglied der CDU-Ehrenvorsitzende Eckhard Gerber.

Wichtigstes Thema für den neuen Parteivorsitzenden: „Die adäquate Kinderbetreuung ist derzeit Schwarzenbeks drängendste Aufgabe.“ Diese gelte es anzupacken. Dass die Europastadt im Vergleich zu anderen Kommunen im Kreis in der Versorgung mit Kita-Plätzen gut dasteht, sieht auch die CDU so. „Die Kita-Versorgung ist deutlich besser geworden, aber auf Sicht wird das nicht reichen angesichts des Zuzugs junger Familien“, sagt Bienwald. „Es ist ja auch gewollt, dass Schwarzenbek die Stadt mit dem jüngsten Bevölkerungsschnitt im Kreis bleibt.“

Verantwortung bei der neuen Bundesregierung

Das Problem sei jedoch nicht nur, den Bau neuer Kitas zu stemmen, sondern vielmehr die Besetzung mit Personal: „Was nützen uns die schönsten Kita-Gebäude, wenn das Personal fehlt und die Kinder zu Hause bleiben müssen“, so Bienwald. Die Verantwortung dafür sieht Krebs bei der neuen Bundesregierung: „Wir erwarten größere Kraftanstrengungen im Bereich Fachkräftemangel, aber auch in der Planung des gesetzlichen Anspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler und weiterhin Förderprogramme des Bundes zum Ausbau des Platzangebotes in Kindertagesstätten.“

Die Städte und Gemeinden dürften nicht alleingelassen werden, um diese Mammutaufgaben zu bewältigen, fordert der CDU-Ortsverband.

Keine Wünsch-dir-was-Listen, sondern pragmatische Projekte

„Wir werden ohne finanzielle Entlastungen oder zusätzliche Mittel über wünschenswerte Projekte wie Stadtbuslinien, Wirtschaftsförderung oder Citymanager gar nicht erst nachdenken können, wenn der Bund nicht an anderer Stelle Mittel zur Verfügung stellt“, so Krebs. Schon jetzt fließe der überwiegende Anteil der kommunalen Haushalts- und Finanzmittel in die vom Bund angekündigten oder bereits beschlossenen sozialen Aufgabenstellungen.

„Der Gestaltungsspielraum für Kommunalpolitiker wird damit immer kleiner. Deshalb werden wir gemeinsam mit unserer Fraktion auch weiterhin keine Wünsch-dir-was-Listen erstellen, sondern pragmatische Politik mit tatsächlich umsetzbaren Projekten erarbeiten“, kündigt Krebs an. Dabei werden für die CDU Themen wie Digitalisierung, Klimaschutz und die Lebensqualität in der Europastadt im Fokus stehen.