Müssen

Straße Alte Ziegelei: Gefahr durch Schulbusse

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Für Busverkehr ist die Straße Alte Ziegelei in Müssen mit kaum mehr als drei Meter Fahrbahnbreite arg eng.  

Für Busverkehr ist die Straße Alte Ziegelei in Müssen mit kaum mehr als drei Meter Fahrbahnbreite arg eng.  

Foto: Gemeinde Müssen / BGZ

Immer wieder kommt es zu gefährlichen Begegnungen. Zudem hält die „Kömpiste“ der Belastung nicht Stand. Wer zahlt?

Müssen.  Die Kreise sind in Schleswig-Holstein verantwortlich für die Organisation des Busverkehrs. Wenn Buslinien verlegt werden, die Trassen sich dann als nicht oder nur bedingt geeignet herausstellen, ist Ärger programmiert. Vor allem, wenn der Eindruck entsteht, Gemeinden sollten finanziell dafür einstehen, wie im Falle Müssen.

Drei Schulbuslinien sind 2020 verlegt worden. Die Fahrzeuge der Linien 8832, 8834 und 8835 rollen jetzt über die Straße Alte Ziegelei Richtung der Schulstandorte Müssen, Büchen und Schwarzenbek. Tatsächlich ist die nicht einmal 3,50 Meter breite Trasse als öffentliche Straße gewidmet (eingestuft), bestätigt Müssens Bürgermeister Detlef Dehr.

Straße Alte Ziegelei: Gefahr durch Schulbusse

Doch Fahrbahnbreite und Ausbauzustand ohne befestigten Randstreifen legen nahe, was Dehr bestätigt. Hier ist, wie vielerorts in Deutschland in den 1970er- und 80er-Jahren, ein Feldweg kurzerhand asphaltiert worden, um ihn auch für größere Traktoren und landwirtschaftliche Geräte passierbar zu machen. Für schwere Busse waren diese „Kömpisten“ nicht gedacht gewesen, weder Straßenuntergrund noch Fahrbahnbreite.

Detlef Dehr sorgt sich um die Sicherheit der Passanten. „Fußgänger, Frauen mit Kinderwagen oder Radfahrer dort mit angemessenem Abstand zu passieren, ist für Busse nur möglich, wenn sie den Asphalt verlassen. Von Begegnungsverkehr wollen wir lieber gar nicht reden.“

Folge: Der Zustand der Straße verschlechtert sich, der bislang unbefestigte Rand hält der Belastung nicht Stand. Der Vorstoß der Gemeinde Müssen, die Linienführung wieder zu ändern, fand im Ausschuss für Regionalentwicklung und Verkehrsinfrastruktur des Kreises dennoch keine Mehrheit.

Längere Fahrtzeiten und hohe jährliche Mehrkosten

Minuziös hatte die Verwaltung dargelegt, was ein Umfahren dieser Trasse bedeuten könnte. Neben zum Teil längeren Fahrtzeiten von zehn bis 20 Minuten, vor allem für Schüler aus dem Nachbarort Klein Pampau, benennt die Vorlage auch Mehrkosten von 40.235 Euro – jährlich. Hauptgrund: Die längeren Fahrtzeiten würden ein zusätzliches Fahrzeug für den Schulbusbetrieb nötig machen.

Die Mehrheit der Kreispolitiker entschied sich für die Alternative B, „dem Ansinnen der Gemeinde Müssen nicht nachzukommen und den derzeitigen Fahrplan … und die verbundenen Kosten beizubehalten“. Verbunden ist die Entscheidung mit der Empfehlung, die Gemeinde Müssen könne sich um Mittel aus dem Ausbaufonds für Gemeindestraßen bemühen.

Müssens Bürgermeister ist um Kompromiss bemüht

„Wir streben einen Kompromiss an“, sagt Detlef Dehr. Die Qualität der Busanbindung dürfe dabei ebenso wenig aus dem Blick geraten wie die teils gefährlichen Situationen auf der Straße Alte Ziegelei. „Wir müssen schauen, wer was tut und wer was finanziert.“ Eines dürfe dabei nicht geschehen: „Das kann nicht allein an der Gemeinde Müssen hängen bleiben.“

Trotz hörbarem Wunsch nach Kompromissen, kann sich Dehr eine Kritik nicht verkneifen. Vor etwa 20 Jahren sei die Alte Ziegelei schon mal Bustrasse gewesen, erinnert der Bürgermeister. „Damals befuhr der Bus die Straße aber nur in eine Richtung. Wir sind nicht davon ausgegangen, dass die neuen Planungen dazu führen, dass sich dort Busse nun begegnen.“

( he )