Innerdeutsche Grenze

Zeitgeschichte auf Super-8 für das Museum

| Lesedauer: 2 Minuten
Dieter Schmidt (M.) übergibt seine Filme an Landrat Christoph Mager und Museumschefin Dr. Anke Mührenberg.

Dieter Schmidt (M.) übergibt seine Filme an Landrat Christoph Mager und Museumschefin Dr. Anke Mührenberg.

Foto: Kreis Herzogtum Lauenburg / BGZ

Ein Zöllner hat die Geschehnisse an der innerdeutschen Grenze auf Super-8 festgehalten – und übergibt das Material dem Kreismuseum.

Büchen.  Mehr als zwei Jahrzehnte hat Dieter Schmidt seine Eindrücke von der innerdeutschen Grenze in Filmen festgehalten. Jetzt hat der Zöllner a. D. seine Filme an die Leiterin des Kreismuseums, Dr. Anke Mührenberg, und Landrat Christoph Mager übergeben.

1955 war Dieter Schmidt als Zehnjähriger aus der damaligen DDR in den Kreis Herzogtum Lauenburg gekommen. 1968 begann Schmidt seine Laufbahn beim bundesdeutschen Zoll in Büchen. Mit seinem ersten Gehalt erwarb er eine Super-8-Kamera. Er nutzte sie, um die „hässliche Grenze“ und das Leben um den Todesstreifen zu dokumentieren.

Die innerdeutsche Grenze mit all ihren Facetten dokumentiert

Begegnungen mit Menschen in der durch die Grenze geteilten Region hielt Schmidt ebenso fest wie den Todesstreifen und Aufeinandertreffen mit Soldaten der DDR-Grenztruppen. Aufnahmen, die sie bei der Beobachtung der westdeutschen Klassenfeinde per Fernglas zeigen oder bei der Überwachung von Arbeiten im Grenzstreifen, werden später abgelöst durch solche, die den Grenzern beim Abbau der Sperranlagen folgen.

Auch den Tatort des in einem Hinterhalt getöteten Martin Gartenschläger sowie später die Urteilsverkündung gegen seinen Todesschützen hat Dieter Schmidt auf Super-8-Film festgehalten. Ebenso eine „Republikflucht“ per Lkw 1981 wie auch einen Flug von der A 24 bis zur Elbe im Jahr 1976.

Seine Favoriten sind die Filme von der Grenzöffnung

Seine persönlichen Favoriten sind jedoch die Aufnahmen von der Grenzöffnung und den Begegnungen der Menschen von beiderseits der Grenze im Herbst 1989, verriet der Senior bei der Übergabe. Rund 240 Meter Film- und Videomaterial werden künftig das Kreismuseum am Domsee in Ratzeburg ergänzen. „2026 feiert der Kreis sein 150-jähriges Bestehen. In den Filmen ist Regionalgeschichte dokumentiert, die das bereits im Kreismuseum vorhandene umfangreiche Bildarchiv sehr gut ergänzt“, lobt Dr. Anke Mührenberg. Landrat Mager und Kreispräsident Meinhard Füllner hatten einen Vortrag Schmidts in Büchen besucht.

Danach wurde die Idee geboren, sein Werk gebührend zu würdigen. Der Kreis darf das Material künftig nicht nur für Vorführungen im Museum und im Kreisarchiv nutzen. „Die Filme sollen natürlich auch in die Neukonzeption des Museums mit einfließen“, kündigt Landrat Mager an.

( he )