Schwarzenbek

Punkband Montreal: In Schwarzenbek fing alles an

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Denise Ariaane Funke
Die drei Jungs von der Band Montreal stammen ursprünglich aus Schwarzenbek. Heute touren sie durch das ganze Bundesgebiet.

Die drei Jungs von der Band Montreal stammen ursprünglich aus Schwarzenbek. Heute touren sie durch das ganze Bundesgebiet.

Foto: Denise Ariaane Funke / BGZ

Seit 18 Jahren gibt es das Trio. Die drei Jungs tourten durch 19 Länder und gaben in dieser Zeit mehr als 800 Konzerte.

Schwarzenbek/Berlin. Die drei Schwarzenbeker Hirsch, Yonas und Max Power spielen seit 18 Jahren in der Punkband Montreal. Das Trio gehört zu den wenigen Gruppen, die mit deutschen Texten weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind. Inzwischen leben sie in Berlin, tourten durch 19 Länder und gaben mehr als 800 Konzerte.

Häufig gehen sie mit großen Bands auf Tour, wie mit der Bloodhound Gang, mit der sie durch Deutschland reisten. Kennengelernt haben sich die drei am Gymnasium Schwarzenbek. „Damals hieß die Schule noch nicht Europaschule“, berichtet Hirsch. „Wir besuchten alle die gleiche Schule, waren aber in verschiedenen Jahrgängen. Die Musik hat uns zusammengebracht“.

Schlagzeuger Max Power wurde in Montreal/Kanada geboren

2003 gründeten die Musiker ihre eigene Band und nannten sie Montreal. „Unser Schlagzeuger Max Power wurde in Montreal/Kanada geboren. Den Namen fanden wir als Bandnamen ganz cool“, berichtet Hirsch, der Bass spielt und gemeinsam mit Gitarrist Yonas für den Gesang zuständig ist.

Für das erste Konzert ging im Jahr 2003 nach Wien. Ihre erste Tonaufnahme entstand aber schon auf einer Release Party im Geesthachter Jugendzentrum Düne. Zwei Jahre später kam dann ihr Debütalbum „Alles auf schwarz“ heraus, neun weitere folgten. Ihr jüngste Album heißt „Bestandsaufnahme: 2003-2021“. Der Tonträger ist auf CD, Vinyl und sogar auf Kassette erhältlich. Wie der Name schon erahnen lässt, wurden neben neuen Songs die besten Hits noch einmal vertont.

Schwarzenbek: Band "Montreal" schon mit Maden und Ignite auf Tour

Vor zehn Jahren gründete „Montreal“ das Label „Amigo Records“, um ihre Musik ganz nach den eigenen Vorstellungen veröffentlichen und verbreiten zu können. Die Band hat in den vergangenen 18 Jahren viel erlebt. Mit der Hamburger Punk-Legende Slime waren sie in Österreich unterwegs. Mit Bands wie Madsen, Royal Republic und Ignite wiederum in Rumänien, Polen, Bulgarien, Italien und Mazedonien auf Tour.

„In Solingen haben sie uns mal alle vier Reifen des Tourbusses zerstochen. Da fand jemand unsere Musik wohl nicht so gut. Na ja, Solingen ist ja auch die Stadt der Messer“, sagt Hirsch zwinkernd. „Schön war das aber trotzdem nicht. Wenn wir wieder mal in Solingen auftreten, nehmen wir sicherheitshalber ein Ersatzfahrzeug mit“, sagt Hirsch verschmitzt.

Am 4. September traten sie ganz in der Nähe ihrer alten Heimat auf

Die Pandemie hat den Erfolg der Band kurzfristig gebremst. Dabei ging es gerade steil bergauf: Das 2019 veröffentlichte Album „Hier und heute nicht“ kletterte in den Charts auf Platz 14. „Das war die beste Platzierung, die wir je hatten“, sagt Hirsch. Es folgte eine fast überall ausverkaufte Tour in namhaften Clubs wie in der Großen Freiheit 36. Im vergangenen Jahr wollte Montreal mit zwei weiteren Tourblöcken durchstarten.

Für den Sommer 2020 waren 25 Festivals geplant. Die Pandemie verdonnerte das umtriebige Trio aber zu einer Zwangspause. Die Lücke im Terminkalender nutzte die Band um „Mit fremden Federn“ zu produzieren. Auf dem Album vertonten die Musiker neben eigenen auch sechs Lieder von befreundeten, aber inzwischen aufgelösten Bands neu.

„Damit setzten wir den Bands ein „Denkmälchen, alle bekommen neue Musik aufs Ohr und die alten Kollegen können sich über etwas GEMA-Kohle freuen“, sagt Hirsch. Inzwischen sind die drei von Montreal wieder dort, wo sie am liebsten sind – auf der Bühne. Am 4. September traten sie sogar ganz in der Nähe ihrer alten Heimat auf: beim Pegasus Festival in Geesthacht.