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Wie sich Kirche und Kultur verbinden lassen

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Frauke Maaß
Anja Nitz ist die neue Kulturbeauftragte des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg und will Verbindungen schaffen zwischen Kirche und Kultur.

Anja Nitz ist die neue Kulturbeauftragte des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg und will Verbindungen schaffen zwischen Kirche und Kultur.

Foto: Kirche Lübeck-Lauenburg

Der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg hat jetzt eine Kulturbeauftragte: Anja Nitz. Sie hat nun eine Konzert-Reihe organisiert.

Schwarzenbek/Lauenburg.  Kirchen sind schon immer ein unverzichtbarer Bestandteil der Kulturlandschaft gewesen. Aber vor allem Gemeinden in kleinen Dörfern ist es nicht immer möglich, Kulturangebote zu etablieren, weiß Anja Nitz.

Das zu ändern, ist künftig die Aufgabe der 53-Jährigen. Seit drei Monaten ist sie im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg damit beauftragt, Verbindungen zu schaffen und Kultur und Kirche zusammenzuführen.

Anja Nitz ist Bühnen- und Kostümbildnerin und hat schon viel Erfahrung

Für die neue Stelle mit dem sperrigen Titel „Projektentwicklung Kultur und Kirche für die südliche Propstei Lauenburg“ bringt Anja Nitz eine profunde Vorbildung mit: Nach zwei Diplomen als Bühnen- und Kostümbildnerin hat die gebürtige Hamburgerin an diversen Bühnen gearbeitet.

Und auch einige geistliche Stationen finden sich im Lebenslauf der neuen Kulturbeauftragten. Auffällig in ihrer Vita ist ihre Rastlosigkeit auf. „Ich fühle mich nicht fertig“, sagt sie. „Ich suche immerzu etwas“.

Konzertreihe mit neun Konzerten auf den Friedhöfen des Südkreises

Jetzt ist sie erst einmal im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg angekommen. Eine ihrer ersten Amtshandlungen war es, sich zu vernetzen. „Ich habe alle Pastoren und Kirchenmusiker im Kreis angeschrieben, um so die Wünsche der Gemeinden in Bezug auf Kultur zu erfahren.“

Begeistert von der Initiative war Bernd Jacob, Friedhofsbeauftragter des Kreises. Gemeinsam mit ihm hat Anja Nitz die Reihe „Klang im ewigen Garten entwickelt“, die in das Programm des Kultursommers am Kanal aufgenommen worden ist.

Barock, Romantik und Musicalklänge

„Es ist Bernd Jacob ein Anliegen, Friedhofe nicht nur als Ort des Trauerns, sondern auch als Orte für die Lebenden zu etablieren“, sagt Anja Nitz. Es herrschte Konsens darüber, dass Menschen jetzt Sehnsucht nach Schönheit und Leichtigkeit haben. Zudem erhalten freie Musiker so Auftritts- und Verdienstmöglichkeiten.

Die Konzertreihe „Klang im ewigen Garten“ findet zwischen Sonnabend, 12. Juni, und Sonnabend, 3. Juli, statt. Es wird neun Konzerte auf den Friedhöfen des Kreises geben. Unter freiem Himmel können sich die Besucher freuen auf klassische Werke von Bach oder Tschaikowsky, aber auch auf moderne Musicalklänge und Musik aus dem Barock oder Romantik.

Kultureller Pilgertag auf dem Jacobsweg von Büchen nach Schnakenbek

Die einzigartige, ungewöhnliche Kulisse für die Konzerte bieten die Friedhofe in Wentorf, Schnakenbek, Lauenburg, der Waldfriedhof in Geesthacht sowie die Friedhöfe Aumühle, Hamwarde, Siebeneichen und Schwarzenbek.

„Wir haben noch ein weiteres Event geplant“, kündigt Anja Nitz an. Am Sonntag, 27. Juni, lädt die Propstei Lauenburg zum Pilgertag. Die 15 Kilometer lange Wanderung unter dem Motto „Geh bis an deiner Sehnsucht Rand“ führt auf den Jacobsweg „Via Scandinavica“ von Büchen nach Schnakenbek. „Wir starten um 10 Uhr in Büchen“, teilt Anja Nitz mit. Der Weg führt die Teilnehmer entlang dreier kultureller Stationen, bei der sie Texte und Musik erwarten.

Neun Konzerte

  • Sonnabend, 12. Juni, 17 Uhr, Friedhof Wentorf: „Bach – zwischen Himmel und Erde“ (Konzert ist ausgebucht).
  • Sonntag, 13. Juni, 17 Uhr, Friedhof Schnakenbek: „Die Nachtigall im Garten“, Querflöte und Gesang.
  • Sonnabend, 19. Juni, 18 Uhr, Friedhof Lauenburg: Trompetenmusik (auch Sonnabend, 26. Juni, 18 Uhr, auf dem Friedhof Hamwarde).
  • Freitag, 25. Juni, 19 Uhr, Waldfriedhof Geesthacht: „Sommer-Serenade“ mit Digitalpiano und Violine.
  • Sonnabend, 26. Juni, 16 Uhr, Aumühle: Improvisation aus Musik, Tanz, Texten und Performance.
  • Sonntag, 27. Juni, 15 Uhr, Friedhof Schnakenbek: „Sommerliche Kammermusik“.
  • Freitag, 2. Juli, 18 Uhr, Siebeneichen (Wiese neben der Kirche): „An Ufern und Gärten“, Tasteninstrumente und Blockflötenmusik.
  • Sonnabend, 3. Juli, 18 Uhr, Neuer Friedhof Schwarzenbek: Musik mit Klavier und Trompete.

Anmeldungen für eines der Konzerte sowie für die Wanderung unter info@kultursommer-am-kanal.de. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei, um eine Spende am Ausgang wird gebeten.