Auswertung

Im Jahr 2020 weniger Einbrüche im Herzogtum Lauenburg

| Lesedauer: 5 Minuten
Stefan Huhndorf
Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im „Corona-Jahr“ 2020 deutlich gesunken. Wegen Homeoffice, mangelnder Urlaubsziele, fehlender Freizeitaktivitäten und Kurzarbeit blieben viele Menschen zu Hause. Das schreckte offenbar viele Einbrecher ab.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im „Corona-Jahr“ 2020 deutlich gesunken. Wegen Homeoffice, mangelnder Urlaubsziele, fehlender Freizeitaktivitäten und Kurzarbeit blieben viele Menschen zu Hause. Das schreckte offenbar viele Einbrecher ab.

Foto: imago stock / imago/McPHOTO

Die Kriminalstatistik weist weniger Straftaten als im Jahr 2019 aus. In Geesthacht und Lauenburg haben sie jedoch zugenommen.

Schwarzenbek/Lauenburg. Weniger Einbrüche, weniger Diebstähle und weniger Kriminalität insgesamt: Im Kreis Herzogtum Lauenburg wurden im Vorjahr von der zuständigen Polizeidirektion Ratzeburg (PD) 9957 Straftaten statistisch erfasst. Dies bedeutet im Verhältnis zum Jahr 2019 einen Rückgang um 1,0 Prozentpunkte (-103 Fälle). Den Kreis Stormarn mit einbezogen, lag das Minus im Bereich der PD sogar bei vier Prozent.

Corona-Pandemie sorgt für sinkende Einbruchszahlen im Herzogtum

„Coronabedingt ging die Zahl der Einbruchs- und Diebstahlsdelikte zurück, weil viele Menschen zu Hause waren, was Täter abschreckte. Gerade im Bereich der Betrugsdelikte wie Enkeltrick oder falscher Polizeibeamter bedarf es aber weiterhin intensiver Prävention. Bei diesen Fällen nahmen die Zahlen zu“, betont Stefanie Bluhm, stellvertretende Leiterin der Polizeidirektion Ratzeburg. Während im Jahr 2019 ein leichter Anstieg der Kriminalitätszahlen in den beiden Kreisen zu verzeichnen war, ist für das Jahr 2020 ein leichter Rückgang festzustellen: im Herzogtum Lauenburg (-1,0 Prozentpunkte) und in Stormarn (-6,2 Prozentpunkte). Insgesamt waren die Zahlen in Schleswig-Holstein mit minus 5,2 Prozentpunkten ebenfalls rückläufig.

Allerdings ist der Unterschied in den einzelnen Orten gerade im Südkreis enorm: Während es in Schwarzenbek einen deutlichen Rückgang der Straftaten (-315 Taten, beziehungsweise -21,6 Prozent) zu verzeichnen gibt, was im Wesentlichen auf den Rückgang der Sachbeschädigungen (-141 Taten) und der Diebstahlsdelikte (- 100 Taten) zu verzeichnen gab, stieg die Zahl in Geesthacht deutlich an. Der Zuwachs in der größten Stadt des Kreises lag bei 14 Prozent (ein Plus von 247 Fällen). Auch in Lauenburg nahm die Zahl der Straftaten im Vergleichszeitraum von 818 auf 910 zu. Das entspricht einem Plus von 92 Fällen.

Im Herzogtum Lauenburg lebt es sich besonders sicher

Grundsätzlich gehören die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg zu den Gebieten im nördlichsten Bundesland, in denen sich die Menschen besonders sicher fühlen können. Die sogenannten Häufigkeitszahlen (Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner) beider Kreise liegen erneut unter der des Landes Schleswig-Holstein.

Das Herzogtum Lauenburg verzeichnet im Jahresvergleich einen leichten Rückgang auf einen Wert von 5028 (landesweit 5990). „Es handelt es sich nunmehr um den niedrigsten Wert der letzten elf Jahre“, sagt Stefanie Bluhm. Der Kreis Stormarn verzeichnet im Jahresvergleich einen deutlichen Rückgang auf 5081. Die Häufigkeitszahl ist die niedrigste der letzten zehn Jahre. Die Häufigkeitszahl der PD Ratzeburg liegt mit einem Wert von 5057 ebenfalls deutlich unter dem Durchschnittswert des Landes

Aufklärungsquote ist leicht auf 53,4 Prozent angestiegen

„In den Kreisen der PD Ratzeburg lebt es sich sicherer als in den größeren Städten und einigen anderen Kreisen des Landes Schleswig-Holstein. Im Städtevergleich ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden in Lauenburg mit einer einer Häufigkeitszahl von 7981 am höchsten und in Wentorf mit einem Wert von 3616 erneut am niedrigsten“, sagt Stefanie Bluhm.

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Die Aufklärungsquote ist im Vergleichszeitraum leicht auf 53,4 Prozent angestiegen. 2020 klärten die Beamten 11.945 Taten auf, das entspricht einem Plus von 4,1 Prozent gegenüber 2019 (11.474 Fälle).

Alle zehn Tötungsdelikte sind aufgeklärt

Eine Zunahme gab es bei den so genannte Tötungsdelikten. In beiden Kreisen gab es zehn Taten, im Vorjahr waren es lediglich sieben. Die Aufklärungsquote liegt in diesen Fällen allerdings bei 100 Prozent.

Die Diebstahlskriminalität macht im Jahr 2020 ein Drittel der Straftaten aus. Sie lag im Direktionsbereich bei 32,8 Prozent (2019: 38 Prozent). Im Kreis Herzogtum Lauenburg wurden im Diebstahlsbereich im Jahr 2020 insgesamt 2897 Fälle erfasst. Das waren 634 Fälle weniger als im Vorjahr – ein Minus von 18 Prozent. Einen Rückgang der Fallzahlen gibt es im Bereich Diebstahl von Fahrrädern von 531 auf 468 Taten (-11,9 Prozent). Im Bereich Diebstahl an/aus KFZ sank die Anzahl der Taten von 546 im Jahr 2019 auf 407 im Jahr 2020 (-139 Taten/-25,5 Prozent).

Kriminelle wohnen oft in unmittelbarer Nähe der Tatorte

Beim Wohnungseinbruchdiebstahl wurden 2020 insgesamt 163 Fälle weniger registriert als im Vorjahr (-51,9 Prozent). Die Gesamtzahl für 2020 beträgt 151 Fälle. „Die Anzahl der Taten befindet sich damit auf dem niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre. „Diese sicherlich erfreuliche Entwicklung hat aber nicht zur Folge, dass die Polizei in ihren Anstrengungen zur Bekämpfung dieser Straftaten nachlassen wird. Die Polizeidirektion Ratzeburg wird an ihrem auch in den vergangenen Jahren erfolgreichen Konzept der Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls festhalten“, betont Stefanie Blum mit Blick auf die kreisübergreifende Ermittlungsgruppe in Reinbek. Der Anteil der gescheiterten Versuche ist im Einbruchsbereich besonders hoch“, ergänzt Stefanie Bluhm. Er beträgt 44,4 Prozent (Vorjahr: 43 Prozent).

Die meisten der ermittelten Tatverdächtigen (58,1 Prozent) wohnen übrigens in der Nähe des Tatortes. Der Anteil nichtdeutscher Straftäter liegt bei 18,1 Prozent.