Neue Veranstaltungen

Auf Gut Basthorst spielt bald wieder Musik

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Geigerin Karolin Broosch, hier mit ihrem Mann Tiago Cosmo da Silva, organisiert und startet die Konzertreihe.

Geigerin Karolin Broosch, hier mit ihrem Mann Tiago Cosmo da Silva, organisiert und startet die Konzertreihe.

Foto: Broosch/Cosmo

Die Konzertreihe soll von Mai an fortgeführt werden. Größere Veranstaltungen auf Herbst verschoben. Viele Renovierungsarbeiten.

Basthorst. Es war ein Hoffnungsschimmer am Corona-Horizont: Der Frühjahrsmarkt der Home und Garden Event GmbH, der die Veranstaltungssaison auf Gut Basthorst einläuten sollte. Die Aussteller waren bereits angeschrieben, das grobe Konzept stand. Aber der Optimismus der Veranstalter war zu groß: Der Frühjahrsmarkt musste wegen der Pandemie abgesagt werden. Der Wochenmarkt, der im vergangenen Jahr viele Kunden angezogen hat, wird nicht wiederbelebt, und das mittelalterliche Spektakel sowie die Hundemesse „Messe 4dogs“, die traditionell im Frühjahr stattfinden, wurden auf den Herbst geschoben.

Keine Veranstaltungspause auf Gut Basthorst - Musik startet zuerst

Das bedeutet aber keineswegs Veranstaltungspause auf dem Gut. Wenn die Inzidenz im Kreis sinkt und die Außengastronomie öffnen darf, wird die Konzertreihe „Musik ist Systemrelevant“, die Geigerin Karolin Broosch und Gutsherrin Milana von Ruffin im vergangenen Jahr spontan ins Leben gerufen haben, fortgeführt.

Die Idee entstand nach einem Konzert im Januar in Basthorst. Die gebürtige Schwarzenbekerin Karolin Broosch wurde eingeladen, weitere Konzerte auf dem Gut zu spielen. Kaum stand das Programm, kam Corona. Was nun? In kurzer Zeit wurde das neue Format aus der Taufe gehoben, das sich im Laufe des Jahres zu einem beliebten, corona-konformen Event entwickelte. Von April bis November kamen 21 Künstler unterschiedlicher Genres und sorgten für gute Unterhaltung.

Der Garten- und Landschaftsbau wird verstärkt nachgefragt

Geplant ist der Start am 9. Mai mit dem Duo Cosmo Broosch – vorausgesetzt, die Inzidenz ist stabil unter 100, betont Milana von Ruffin. Jeden Sonntag Nachmittag werden bis erst einmal Ende August Musiker aus der Region im Rosengarten spielen, während die Gäste bei Kaffee und Kuchen die musikalische Zerstreuung genießen. Statt Eintritt wird am Ende der Hut rumgereicht.

Noch aber sind Restaurant und Läden geschlossen. Ruhe herrscht dennoch nicht auf dem gut. „Wir haben ja mehrere Bereiche, in denen wir tätig sind“, sagt die Gutsherrin. Die Land- und Forstwirtschaft und auch der Garten- und Landschaftsbau seien von der Pandemie nicht beeinträchtigt – im Gegenteil. „Vor allem unser Garten- und Landschaftsbau wird verstärkt nachgefragt“, berichtet sie. Die Menschen würden sich mehr in ihren Gärten aufhalten, wodurch bei vielen Wünsche nach Veränderung entstünden.

Milana von Ruffin klingt geschäftig. „Wir haben die vergangenen Monate für viele Renovierungsarbeiten genutzt“, sagt sie. Die Restaurantküche wurde rundum erneuert, der Gastraum hat einen neuen Wandanstrich und frische Bodenbeläge bekommen, der Tagungsbereich wurde ausgebaut, um künftig Unternehmen noch bessere Angebote unterbreiten zu können. Und das ist noch nicht alles: Es wurde an einer neuen Homepage gearbeitet, über Änderungen der Arbeitsprozesse und mehr Digitalisierung nachgedacht.

Enno von Ruffin ist noch im Betrieb tätig und unterstützt

Zudem war die Dreifachmutter mit ihren Kindern im Alter von 3, 5 und 7 Jahren sehr beschäftigt. Wie alle anderen berufstätigen Mütter musste auch sie den Spagat zwischen Homeschooling, Kinderbetreuung und eigenem Job schaffen. „Mein Respekt vor den Lehrern war schon immer groß. Aber jetzt ist er noch immens gestiegen“, gesteht Milana von Ruffin. Diese Zeit ohne Schule und Kita habe verdeutlicht, wie wichtig Schule und vor allem das soziale Lernen für die Kinder sind. „Es ist nicht einfach, aber wir versuchen wie viele andere Familien auch hier zuhause, alles so zu machen, wie es sein soll“, sagt sie.

„Im Grund hatten wir durch die Pandemie noch mehr Arbeit als vorher“, sagt sie. Es gab viel abzuarbeiten, allein die Umbuchungen der Veranstaltungen und Hochzeiten seien sehr aufwendig, neue Verträge mussten geschlossen werden. Zum Glück sei ihr Vater, Enno von Ruffin, auch noch im Betrieb tätig und würde ihr helfen, alle anstehenden Aufgaben bewältigen.

Milana von Ruffin hofft, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden kann

Milana von Ruffin hofft, dass der Herbst- und später auch der stimmungsvolle Weihnachtsmarkt wieder stattfinden dürfen. „Ich wünsche mir , dass wir alle bald wieder unbeschwerter leben können und es wieder mehr Leben auf dem Hof möglich wird. Das fehlt uns allen, vor allem unseren Mitarbeitern in Kurzarbeit und unseren Auszubildenden, hier sehr!“

( fram )