Neues Ortswappen

Warum Ulmenblatt und Ähre das Wappen von Elmenhorst zieren

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Monika Retzlaff
Bürgermeisterin Sigrid Wöhl (l.) präsentiert das Elmenhorster Wappen, das die Grafikerin Stefanie Brüggemann entworfen hat.

Bürgermeisterin Sigrid Wöhl (l.) präsentiert das Elmenhorster Wappen, das die Grafikerin Stefanie Brüggemann entworfen hat.

Foto: Monika Retzlaff

Elmenhorst ist die 15. von 19 Gemeinden im Amt Schwarzenbek-Land, die jetzt ein eigenes Emblem hat. Es unterliegt strengen Regeln.

Elmenhorst. Die Gemeinde Elmenhorst im Kreis Herzogtum Lauenburg hat jetzt ein Wappen. Es ziert die Internetseite und wird künftig auf amtlichen Briefen verwendet. Eine grüne Ähre und ein grünes Ulmenblatt sind die Symbole, die fortan für den 900 Einwohner zählenden Ort stehen. „Das Ulmenblatt ist ein eindeutiges Symbol für die Herkunft des Dorfnamens“, erläutert Stefanie Brüggemann. Die 41 Jahre alte Grafikerin aus Elmenhorst, die seit 2018 dem Gemeinderat angehört, hat das Wappen entworfen.

Ulmen sind noch heute an einigen Wegesrändern des 1230 erstmals im Ratzeburger Zehntregister erwähnten Ortes zu finden. Die Ähre im Wappen weist auf die umliegenden Felder und die Landwirtschaft hin.

Mit grünem Ulmenblatt und Ähre – Elmenhorst hat jetzt ein Wappen

Auch die Farben haben eine Bedeutung. Grün ist die Farbe der Hoffnung und des Wachstums. „Sie passt zu Elmenhorst, das stetig seit vielen Jahren wächst“, sagt Bürgermeisterin Sigrid Wöhl. Weiß und Grün spiegeln zusätzlich auch die Vereinsfarben des ortsansässigen Sportvereins, der Sport-Interessen-Gemeinschaft (S.I.G), wider.

Dass Ähre und Ulmenblatt einen Schwung machen, mag auch für die Sportlichkeit der Elmenhorster stehen und dafür, dass alles in Bewegung ist, sich weiterentwickelt. Die Farbe Blau steht dagegen für Beständiges, für Treue. „Viele Einwohner bleiben ihrem Ort lebenslang treu oder kommen nach einiger Zeit zurück. Das breite blaue Bord gibt dem Wappen optisch Halt und unterstützt symbolisch diese Treue“, erklärt Brüggemann.

Orts- und Stadtwappen müssen sich mit einfachen Heroldsbildern begnügen

Das klingt, als wäre es einfach, für einen Ort ein Wappen zu entwickeln. Das war es aber nicht. Im Gegenteil, denn es hat lange gedauert und es war kompliziert. Immerhin galt es nicht nur, die passenden Symbole für Elmenhorst zu finden, sondern auch die heraldischen Regeln einzuhalten. Die Gestaltung eines Wappens unterliegt strengen Regeln. „Davon gibt es viele“, weiß Stefanie Brüggemann, die von 2018 an mehrere Monate an den Entwürfen arbeitete.

Wappen sollen schnell erkennbar sein. Deshalb müssen sie übersichtlich bleiben. Sie dürfen nur einfache Figuren enthalten oder sollen sich mit farbigen Flächen, sogenannten Heroldsbildern begnügen. Auch für die Farben gibt es Regeln. Die Heraldik kennt nur sechs.

Landesarchiv von Schleswig-Holstein muss den Wappenentwurf genehmigen

Sie werden in zwei Gruppen eingeteilt, die „Farben“ und die „Metalle“. Als Farben werden nur Rot, Blau, Schwarz und Grün verwendet. Als Metalle werden Gold, also Gelb, und Silber in Weiß genutzt. Eine farbige Figur darf nur auf einem metallenen Grund stehen, eine metallene Figur nur auf einem farbigen Grund. Als Darstellungsrahmen wird ein sogenannter Halbrundschild verwendet, dessen Höhe die Breite um nicht mehr als zehn Prozent übersteigt.

Stefanie Brüggemann überarbeitete den Entwurf solange, bis er im Gemeinderat angenommen wurde. Danach wurde er über das Amt Schwarzenbek Land an das Landesarchiv Schleswig-Holstein zur Prüfung und Annahme gesendet. Zum Antrag gehörten der beglaubigte Beschluss der Gemeindevertretung, die farbige Reinzeichnung und die historische Begründung.

Die offizielle Beschreibung stammt noch aus der Zeit der Ritterschilde

Das Landesarchiv hat das Elmenhorster Wappen im Juni 2020 genehmigt und es in die Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein eingetragen. Das Landesarchiv formulierte die sogenannte Blasonierung, die fachsprachliche Beschreibung eines Wappens, wie folgt: „In Silber mit blauem Bord rechts eine grüne geschwungene Ähre, links ein grünes Ulmenblatt, an der Basis beide nahtlos verbunden.“

Auch die Blasonierung unterliegt Regeln. Begonnen wird mit der heraldisch rechten Seite, die vom Betrachter aus gesehen die linke Seite ist. Die Seitenbezeichnung stammt noch aus der Zeit als die Wappen auf einem Ritterschild bei Turnieren und Kämpfen getragen wurden. Die Beschreibung muss so knapp und eindeutig sein, dass ein heraldischer Zeichner das Wappen ohne bildliche Vorlage nachzeichnen kann.

Vier Gemeinden im Amt Schwarzenbek-Land haben noch kein eigenes Wappen

Mit Elmenhorst haben nun 15 der 19 Gemeinden im Amt Schwarzenbek-Land ein Wappen. Sicher ist es nicht heraldisch korrekt formuliert, aber die Elmenhorster finden ihr Wappen schön und modern. „Wir identifizieren uns damit und verwenden es gern“, sagt Sigrid Wöhl.