Schwarzenbek

Auf Gut Basthorst stehen jetzt nachhaltige Tiny Houses

Freiherr Enno von Ruffin und seine Tochter Milana freuen sich über den Zuwachs auf Gut Basthorst: ein 22 Quadratmeter großes Green Tiny House.

Freiherr Enno von Ruffin und seine Tochter Milana freuen sich über den Zuwachs auf Gut Basthorst: ein 22 Quadratmeter großes Green Tiny House.

Foto: Frauke Maaß (FMG) / BGZ

Die Ruhe und ungewohnte Freizeit während des Lockdowns haben Enno von Ruffin und seine Tochter genutzt, um neue Ideen zu entwickeln.

Basthorst. Gutsherr Enno von Ruffin und seine Tochter Milana, die das Gut Basthorst seit zwei Jahren offiziell führt, haben das Corona-Jahr abgehakt. Noch vor wenigen Wochen schien zumindest der traditionelle und weit über die Grenzen des Kreises hinaus beliebte Weihnachtsmarkt stattfinden zu können, ein stets gelungener Abschluss des jährlichen Veranstaltungsreigens.

Mehr als 100 Aussteller und Kunsthandwerker hatten sich in diesem Jahr angemeldet, ein detailliert ausgearbeitetes Hygienekonzept lag vor, die Hoffnung auf lebendiges Markttreiben nach einem sehr ruhigen Jahr war groß. Bis Mitte November der Lockdown verlängert wurde und der Markt abgesagt werden musste. Nicht mal eine deutlich kleinere Version mit einem strengem Hygienekonzept durfte stattfinden.

Resignation und Enttäuschung bei Veranstaltern, Ausstellern, aber auch den Geschäftsinhabern auf dem Gut. „Vor allem Veranstaltungen wie die drei großen Märkte im Jahr bescheren uns viel Kundschaft, die jetzt ausbleibt“, klagt Jan van Dieren, Inhaber von Country Lifestyle. 70 Prozent weniger Umsatz habe er in diesem Jahr erwirtschaftet. Für Oliver Brose, Inhaber von Fine Antiques, lohnt sich kaum noch die Fahrt von Hamburg nach Basthorst, da nur noch selten Kunden auf das Gut kämen, sagt er.

Milana von Ruffin blickt optimistisch ins kommende Jahr

Was also tun, um auch in Pandemiezeiten wieder ein bisschen mehr Leben zurück auf das Gut zu holen? Milana von Ruffin blickt trotz allem optimistisch ins kommende Jahr und ist schon mitten in den Vorbereitungen für die Märkte. „Wir brauchen immer ein Jahr Vorlauf“, sagt sie. Sie geht davon aus, dass Veranstaltungen möglich sein werden, die Hygienekonzepte sind fertig, sodass das Organisationsteam schnell auf alle Eventualitäten reagieren kann. „Wir hoffen sehr, dass wir im Mai mit dem Frühjahrsmarkt in die Saison starten können“, sagt sie.

Die viele Ruhe und ungewohnte Freizeit, die jetzt vorhanden ist, haben Enno von Ruffin und seine Tochter genutzt, um neue Ideen für das Gut zu entwickeln. So werden die Hotelzimmer und Ferienwohnungen auf dem Gut künftig durch ein Green Tiny House ergänzt. Kurz vor dem Antiquitätengeschäft geht es rechts ins Grüne.

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Hinter der Büchsenmacherei steht mitten auf einer Wiese das 22 Quadratmeter große hölzerne Tiny House, auf kleinstem Raum mit allem ausgestattet, was der Feriengast sich wünscht. Dazu viel Ruhe durch den Platz fern von jedwedem Trubel und ein romantischer Ausblick auf Wiesen und Felder.

Menü und Übernachtung im eigenen Wohnmobil

Seitdem der Pferdestall wieder seine Tür für Gäste schließen musste, gibt es ein abwechslungsreiches Außer-Haus-Angebot von Currywurst mit Pommes über selbstgemachten Lachs-Burger bis zur Wildschweinkeule – das Wild selbst geschossen. „Die Jagd läuft weiter“, sagt Enno von Ruffin, ein Hobby, das durch die Pandemie nicht beschränkt worden ist.

Wildschwein ist auch im Menü enthalten, das Gut Basthorst ab sofort im Rahmen eines Caravan-Dinners anbietet. „Wir haben ein Paket aus Menü und einer Übernachtung bei uns auf dem Gelände im eigenen Wohnmobil geschnürt“, erläutert Enno von Ruffin.

Drei-Gänge-Menü für 89 Euro

Für 89 Euro pro Person gibt es ein Drei-Gänge-Menü sowie eine Flasche Wein „und einen Platz unter den Sternen“. „Übernachten im eigenen Wohnmobil bei uns auf dem Gelände ist möglich – unter der Voraussetzung, dass es in Einklang mit den Corona-Verordnungen steht.“ Und nach einer Flasche Wein sei es auch sinnvoll zu bleiben, ergänzt er augenzwinkernd. Frühstück wird morgens zur vereinbarten Uhrzeit vor die Wohnmobiltür gestellt.

Das Jahr war hart, gibt Milana von Ruffin zu. Die gewonnene Freizeit leider nicht nutzbar, bedauert ihr Vater. Reisen nicht möglich, Restaurants und kulturelle Einrichtungen geschlossen. Beide freuen sich auf die Zeit, wenn mehr Gäste das Gut beleben. Ein kleiner Trost ist der Weihnachtsbaumverkauf am dritten und vierten Adventssonntag. Jeweils von 11 bis 16 Uhr gibt es frisch geschlagene Tannen in allen Größen. Für weihnachtliche Stimmung sorgen Feuerkorb sowie Essen und Getränke to go aus dem Restaurant.

Bis dahin bereitet sich die Familie von Ruffin auf Weihnachten vor. Auch das wird dieses Jahr anders ablaufen. In kleinerem Rahmen. Ruhiger. Wie das ganze Jahr.