Schwarzenbek

Der Reiz des Bauens ließ Heike Wladow niemals los

Amtsdirektorin Christina Lehmann (r.) und Bauamtsleiterin Heike Wladow aus Schwarzenbek in deren Büro im Amt Hohe Elbgeest.

Amtsdirektorin Christina Lehmann (r.) und Bauamtsleiterin Heike Wladow aus Schwarzenbek in deren Büro im Amt Hohe Elbgeest.

Foto: Stefan Huhndorf

Schwarzenbekerin Heike Wladow geht nach 49 Jahren im öffentlichen Dienst in den Ruhestand. Nun will sie sich ganz ihrer Familie widmen.

Schwarzenbek/Dassendorf.  Sie hat die Gründung der Aktivregion Sachsenwald-Elbe vorangetrieben, das Stadt-Umland-Konzept für die Dörfer um Geesthacht mit auf den Weg gebracht und zahlreiche Bauvorhaben in der Region begleitet: Ende kommender Woche schließt Heike Wladow (65) zum letzten Mal ihren Schreibtisch im Bauamt des Amtes Hohe Elbgeest ab.

Nach 49 Jahren im öffentlichen Dienst widmet sich die Schwarzenbekerin dann ganz ihrer Familie, dem Golfen und dem Bridge-Spielen. „Ich reise auch gern, aber das geht ja im Augenblick nicht“, so die Bauamtsleiterin, die auch seit vielen Jahren in der Schwarzenbeker Kommunalpolitik aktiv mitmischt – anfangs in der CDU, in der sie es bis zur Fraktionschefin und Hauptausschussvorsitzenden brachte, mittlerweile in der SPD .

Heike Wladow engagiert sich viele Jahre in der Kommunalpolitik

Bereits zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn hatte die damals 16-Jährige Büchenerin, die die Realschule in Schwarzenbek absolviert hat, mit einer Ausbildung in einem Reisebüro geliebäugelt. Ihr Vater, ein Schmied, riet ihr jedoch zu einem Job im öffentlichen Dienst. „Da gibt es saubere und helle Büros, sagte er“, berichtet Heike Wladow schmunzelnd. Sie folgte dem Rat ihres Vaters und hat das nie bereut. „Ich habe drei Bewerbungen geschrieben. Eine an das Finanzamt in Ratzeburg, eine an eine Krankenkasse und eine an die Schwarzenbeker Stadtverwaltung. Das Rathaus hat zuerst geantwortet.“

Zum Vorstellungsgespräch beim Personalsachbearbeiter musste noch der Vater mitkommen, weil Heike Wladow noch minderjährig war. „Er schaute mich kurz an und sagte mir die Stelle zu. Am 1. August 1971 ging es los. Wir waren drei Mädchen, ich kam ins Bauamt“, erinnert sich die Schwarzenbekerin.

Das Rathaus war noch im mittlerweile abgerissenen Gebäude Markt 6 (später der städtische Jugendtreff). Hinterm Schreibtisch des damaligen Bauamtsleiters Paulsen hing eine Karte mit der Trassenführung der Umgehungsstraße. Nach 40 Jahren soll sie im kommenden Jahr endlich gebaut werden.

Hinter Schwarzenbeks Bauamtsleiter hing 1971 der Plan für die Umgehung

Nach der zweieinhalbjährigen Verwaltungslehre kam der dreijährige Vorbereitungsdienst für den gehobenen Dienst. Danach wurde die Stadtinspektorin zur Anstellung Kassenleiterin. Später wechselte sie nach Wentorf und übernahm das Amt für Abgaben und Liegenschaften, bevor sie in die Bauverwaltung zurückkehrte.

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Dann ging es 1993 weiter ins Bauamt des damaligen Amtes Geesthacht-Land, aus dem 1994 das Amt Hohe Elbgeest mit dem neuen Standort am Christa-Höppner-Platz in Dassendorf hervorging. „Bauen hat mich immer gereizt. Das ist etwas sehr lebendiges, dass sich ständig verändert. Jedes Projekt ist etwas anderes und man kann das Ergebnis dauerhaft sehen“, erzählt Heike Wladow. Unter ihre Regie entstanden etwa das Gewerbegebiet Dassendorf, der neue Wohnpark in Börnsen, das Gebiet um den Holunderbusch in Dassendorf und die Wohngebiete in Escheburg.

Die scheidende Bauamtsleiterin hat bei vielen B-Plänen Regie geführt

Außerdem war Heike Wladow die treibende Kraft und Gründungsmitglied der Aktivregion Sachsenwald-Elbe und des Stadt-Umland-Konzepts von Geesthacht, das weiteres Wachstum in Wiershop und Hamwarde ermöglichte. „Schade, dass wir so etwas in Schwarzenbek nicht hinbekommen haben. Ohne die Dörfer im Umland ist eine Entwicklung nicht möglich“, bedauert sie mit Blick auf ihre kommunalpolitischen Aktivitäten in der Stadt Schwarzenbek.

Langweilen wird sich Heike Wladow auch im Ruhestand nicht. Den Tennisschläger hat sie an den Nagel gehängt. Dafür spielt sie Golf und Bridge. Mit Nordic-Walking hält sie sich fit.