Schwarzenbek

Schwarzenbeker Sporthalle wird zum digitalen Turnerlebnis

| Lesedauer: 4 Minuten
Stefan Huhndorf
Sieht aus wie eine Radarfalle, ist aber eine 3-D-Kamera mit sechs Objektiven und Drehgelenk für die Rundumsicht. Sebastian Scholz, Geschäftsführer der Schwarzenbeker Firma „webnstyle“ hat am Mittwoch die komplette Dreifeldhalle des TSV an der Kuschkoppel von 150 Fotopunkten aus mit mehr als Tausend Einzelbildern erfasst. Zusammengesetzt machen sie einen virtuellen Rundgang durch die Halle möglich.

Sieht aus wie eine Radarfalle, ist aber eine 3-D-Kamera mit sechs Objektiven und Drehgelenk für die Rundumsicht. Sebastian Scholz, Geschäftsführer der Schwarzenbeker Firma „webnstyle“ hat am Mittwoch die komplette Dreifeldhalle des TSV an der Kuschkoppel von 150 Fotopunkten aus mit mehr als Tausend Einzelbildern erfasst. Zusammengesetzt machen sie einen virtuellen Rundgang durch die Halle möglich.

Foto: Stefan Huhndorf

TSV Schwarzenbek lässt seine Halle mit 3-D-Technik filmen und bringt die Sportangebote in die Wohn- und Kinderzimmer.

Schwarzenbek. Der Sportbetrieb ruht im TSV Schwarzenbek seit dem erneuten Lockdown am 2. November weitgehend, auch wenn es wieder einzelne Angebote im Reha-Bereich oder Möglichkeiten für Einzelsportler gibt. Auch Schulsport ist möglich, zudem werden Online-Kurse im Internet über das Videoportal „Zoom“ geboten. Die Umkleiden und die Duschräume bleiben geschlossen, die Hallen für den Mannschaftssport auch.

Leidtragende sind besonders die jüngsten der aktuell noch 2300 TSV-Mitglieder. „Wenn die Kinder schon nicht in die Sporthalle kommen dürfen, bringen wir die Sporthalle zu ihnen nach Hause“, sagt TSV-Geschäftsführer Florian Leibold. Gemeinsam mit dem FSJler (Freiwilliges Soziales Jahr im Sport) Mats Dose und dem Unternehmer Sebastian Scholz hat der TSV-Geschäftsführer jetzt ein spannendes Projekt auf die Beine gestellt: Sportler können virtuell in die Dreifeld-Halle an der Buschkoppel kommen und Spannendes entdecken.

Vielfalt der Möglichkeiten soll abgebildet werden

„Im ersten Schritt werden wir an verschiedenen Stationen Videos einspielen, in denen Mats verschiedene Übungen zum Nachturnen präsentiert. Die Zuschauer müssen ihn zunächst in der Halle suchen, kleine Kreise verraten, wo er sich verstecken könnte und per Mausklick auftaucht“, so Leibold. Später sollen sich auch die Abteilungen vorstellen können, um die Vielfalt der Möglichkeiten im TSV abzubilden.

Wenn dann beispielsweise ein Besucher auf einen Hockeyschläger klickt, erfährt er, was Floorball ist und wann die Trainingszeiten sind. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Halle wurde mit 3-D-Kameras fotografiert

Im ersten Schritt hat zunächst am Mittwoch der Schwarzenbeker Unternehmer Sebastian Scholz die ganze Halle einschließlich des Geräteraums mit einer speziellen 3-D-Kamera fotografiert. Es gibt auch eine Übersicht aus der Vogelperspektive, die mit einer Drohne aufgenommen wurde, um den virtuellen Eindruck des Rundgangs auf dem heimischen Bildschirm oder dem Smartphone noch realistischer erscheinen zu lassen.

„Die Kamera hat sechs Objektive und schwenkt bei der Aufnahme auf dem Stativ um 360 Grad. Wir haben Aufnahmen von 150 Standorten in der Halle gemacht und setzen aus mehreren Tausend Bildern ein Gesamtbild für die Simulation zusammen“, erläutert der Inhaber der Werbeagentur „webnstyle“, die sich auf digitale Projekte spezialisiert hat.

TSV ist durch Mitgliederschwund gebeutelt

Scholz ist selbst aktiver Tennisspieler und hat Leibold in sozialen Netzwerken kennengelernt. Die beiden kamen ins Gespräch und entwickelten das Konzept für die digitale Turnhalle. Für den durch Mitgliederschwund (200 Abgänge seit Beginn der Corona-Pandemie) finanziell gebeutelten TSV ist das Projekt kostenlos. „Ich bin begeisterter Sportler. Für mich ist das Werbung. Dafür berechne ich dem Verein nichts“, sagt Scholz.

Während er für die digitale Erfassung der Halle sorgt, macht Florian Leibold, der zugleich begeisterter Fotograf ist, die Videos mit sportlichen Einlagen. Die Übungen macht FSJler Mats Dose vor. Aktuell wird das Material von Scholz in dessen Agentur in Schwarzenbek zusammengeführt und bearbeitet. Im Laufe der kommenden Woche soll der digitale Rundgang auf der Homepage des TSV unter www.tsv-schwarzenbek.de zu sehen sein.

Verein hatte bereits einen Imagefilm gedreht

Für den Verein ist es nicht das erste digitale Projekt. Bereits vor drei Jahren hat der TSV in Zusammenarbeit mit dem Regisseur und ehemaligen FSJler Malte Goy den Imagefilm „Wer wir sind“ gedreht. Dafür ist der Verein im Vorjahr in Berlin mit einem „Stern des Sports“ vom Deutschen Olympiasportbund sowie den Volks- und Raiffeisenbanken ausgezeichnet worden.

Welche Aktionen und virtuellen Angebote es aktuell im TSV gibt und welche Einschränkungen gelten, erfahren Interessierte auf der Web-Seite oder telefonisch im Büro unter 04151/79 32.