Schwarzenbek

Raumnot: Wohin mit dem Förderzentrum Centa Wulf?

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Die letzten Kinder haben die „Kichererbse“ an der Frankfurter Straße im Sommer verlassen. Die Natur erobert das Gelände zurück. Im kommenden Jahr soll das marode Gebäude abgerissen werden

Die letzten Kinder haben die „Kichererbse“ an der Frankfurter Straße im Sommer verlassen. Die Natur erobert das Gelände zurück. Im kommenden Jahr soll das marode Gebäude abgerissen werden

Foto: Stefan Huhndorf

Ehemalige Kita Kichererbse an der Frankfurter Straße ist keine Option für die Förderschule. Schwarzenbeks Politiker beraten nun weiter.

Schwarzenbek.  In den 1960er-Jahren wurde die Kita an der Frankfurter Straße gebaut, ein Wasserschaden im Jahr 2016 gab der betagten Einrichtung, die zuletzt vom Träger ASB unter der Bezeichnung Kichererbse betrieben wurde, den Rest. Seit August ersetzt sie ein moderner Neubau an der Buschkoppel und bietet auch mehr Platz. Gut 100 Kinder wurden an der Frankfurter Straße betreut, jetzt sind es 130 an der Buschkoppel. Das alte Gebäude ruht seitdem im Dornröschenschlaf.

Angesichts der akuten Raumnot in den Schulen gab es jetzt seitens der Politiker Überlegungen, das leerstehende Gebäude übergangsweise für die Unterbringung der Förderschule Centa Wulf zu nutzen. Doch das sei nicht möglich, teilte der stellvertretende Bürgermeister Rüdiger Jekubik den Politikern im Hauptausschuss am Dienstag, 27. Oktober, mit.

Schulen haben Raumnot – Förderzentrum braucht Platz

„Das Gebäude ist abgängig. Außerdem haben wir Zuschüsse für den Neubau der Kita Kichererbse an der Buschkoppel mit der Begründung bekommen, dass das alte Gebäude nicht mehr nutzbar ist“, sagte Jekubik. „Es sind auch bereits Abrisskosten im Haushaltsentwurf für 2021 eingeplant“, fügte Bauamtsleiter Ralf Hinzmann hinzu.

Damit bleibt die Raumnot der Schulen eines der größten Probleme, mit denen sich Schwarzenbeks Politiker in den kommenden Monaten und voraussichtlich auch Jahren befassen müssen.

Folgenutzung der Realschule ist beschlossen, Umbau dauert Jahre

Denn die Stadtvertreter haben während ihrer September-Sitzung zwar einer Folgenutzung der ehemaligen Realschule für Stadtbücherei, Volkshochschule, Förderzentrum Centa Wulf, Büros der Verwaltung und auch der Nutzung durch die Theatergruppe zugestimmt. Zudem sollen Vereine und Institutionen dort Räume nutzen können. Aber der mittlerweile von den Politikern favorisierte Umbau wird sich nach Expertenschätzungen über mehrere Jahre hinziehen.

Zumal die Finanzierung angesichts der angespannten Haushaltslage alles andere als sicher ist. Ein Umbau kostet nach einer Schätzung des Aumühler Architekten Karl-Arnim Samsz gut sechs Millionen Euro. Ein Neubau würde sogar mit elf Millionen Euro zu Buche schlagen. Das sind allerdings Schätzungen aus dem Jahr 2019. Angesichts der enormen Preissteigerungen im Baugewerbe, dürften die Kosten bis zu einem Baubeginn frühestens im kommenden Jahr noch deutlich ansteigen.

Raumnot in der Grundschule Nordost bleibt ein Problem

Der Plan löst allerdings nicht das Problem der akuten Raumnot in der Grundschule Nordost – dort müssen bereits Fachräume als Klassenzimmer genutzt werden. Deshalb soll das Förderzentrum Centa Wulf dort so bald es geht ausziehen.

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Dafür waren Räume in einem geplanten Neubau vorgesehen, der auf dem Gelände von IT-Unternehmer Phillip Rohwerder am Hans-Koch-Ring 2 entstehen sollte. Schwarzenbeks Politiker verweigern dem Mietvertrag jedoch die Zustimmung, weil der Bau, wie berichtet, noch nicht begonnen wurde. Vor einem Jahr hatten sie der Anmietung noch zugestimmt, weil es die Zusage gegeben haben soll, dass das Gebäude zum Schuljahresbeginn in diesem Sommer hätte fertig sein sollen.

Ein endgültiger Beschluss liegt auf Eis. Die Politiker fordern Akteneinsicht in der Verwaltung zu dem Vorgang. Am kommenden Dienstag kommt das Thema in der Stadtvertretung um 19 Uhr im Rathaus erneut auf den Tisch.