Auch ohne Schnee

Schwarzenbek Schützen wollen eigene Biathlon-Anlage

Die 13-jährige Maja Suer schaut gern mit ihrer Oma Biathlon im Fernsehen. In Schwarzenbek war sie nun selbst dabei.

Die 13-jährige Maja Suer schaut gern mit ihrer Oma Biathlon im Fernsehen. In Schwarzenbek war sie nun selbst dabei.

Foto: Denise Ariaane Funke

Beim Jubiläum in 2019 war die Laser-Schießanlage ein voller Erfolg. Jetzt sammeln die Schwarzenbeker Schützen Spenden.

Schwarzenbek.  Zum 125. Geburtstag im vergangenen Jahr hatten die Schützen eine ganz besondere Attraktion nach Schwarzenbek geholt: Der ehemalige Olympiasieger Fritz Fischer kam mit seinem Sommerbiathloncamp vor einem Jahr in die Europastadt. Die Idee dazu hatte Schießmeister Siegfried Koslowski, nachdem er diese Sportart in einem Urlaub im bayerischen Ruhpolding erlebt hatte. Er überzeugte seine Vorstandskollegen um den Vorsitzenden Sven Dreyer und dessen Stellvertreterin, die amtierende Schützenkönigin und Kreisschützenkönigin Anja Eschke von dem Projekt.

Das Camp kam so gut bei den Schießsportlern und ihren Jubiläumsgästen an, dass die Schwarzenbeker Schützengilde von 1894 jetzt Geld für eine eigene Anlage sammelt. „Das Biathlonschießen hat große Zukunftschancen auch außerhalb der Schneegebiete. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, eine mobile Laser-Biathlon-Anlage zu kaufen“, sagt Schießmeister Koslowski.

Mitgliederschwund bei Schwarzenbeks Schützen

So ganz uneigennützig ist die Investition nicht. Denn der Verein ist vom Mitgliederschwund geplagt. Die Zahl hat sich seit dem Jahr 2000 halbiert. Im Jubiläumsjahr 2019 hatte er gerade noch 91 Mitglieder, ein Viertel davon Frauen. Schützenfeste mit Volksfestcharakter gibt es in der Europastadt schon lang nicht mehr. Auch die Festumzüge fallen aus – einzige Ausnahme war 2019 zum 125. Geburtstag.

„Mit der Laser-Biathlonanlage sprechen wir eine neue Zielgruppe an. Wir wollen damit das Sportschießen wieder der Öffentlichkeit näher bringen und die Anlage für die Mitglieder- und Nachwuchswerbung einsetzen“, so Koslowski.

Laser-Biathlonanlage kostet 2400 Euro

Das Training mit dem Lasergewehr ist völlig ungefährlich, da keine Munition, sondern ein Lichtpunkt verwendet wird. Auf diese Weise können auch Jugendliche unter zwölf Jahren an dem Training teilnehmen. Allerdings erfordert dieser Sport Fitness. „Es ist gar nicht so einfach, nach einem Sprint zu treffen“, sagte Schützenkönigin Anja Eschke, die im vergangenen Jahr mehrere Probeläufe in einer Versuchsanordnung absolviert hat.

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Die Laser-Biathlonanlage ist allerdings nicht ganz billig. 2400 Euro kosten Gewehr, Scheibe und Zubehör. Die Schützen sammeln noch bis zum 1. November Spenden, um diesen Betrag zusammen zu bekommen. Dann soll die Anlage bestellt werden. Wer die Schießsportler unterstützen möchte, bekommt weitere Informationen zu dem Projekt im Internet unter der Adresse www.wir-bewegen.sh.