In den Harz

Klassenfahrt trotz Corona – mit Fieberthermometer im Gepäck

Andreas Möller, stellvertretender Schulelternbeiratsvorsitzender, Apothekerin Katrin Witzke, Thomas Wagner, Vorsitzender des Fördervereins des Gymnasiums, und der stellvertretende Schulleiter Peter Krull (v. l.) mit den drei digitalen, kontaktlosen Fieberthermometern.

Andreas Möller, stellvertretender Schulelternbeiratsvorsitzender, Apothekerin Katrin Witzke, Thomas Wagner, Vorsitzender des Fördervereins des Gymnasiums, und der stellvertretende Schulleiter Peter Krull (v. l.) mit den drei digitalen, kontaktlosen Fieberthermometern.

Foto: Marcus Jürgensen

Schüler des Schwarzenbeker Gymnasiums fahren auf Klassenfahrt in den Harz. Das ist bis auf weiteres der letzte Ausflug der Schule.

Schwarzenbek. Die Schule beginnt für die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen des Gymnasiums Europaschule nach den Herbstferien mit einer Klassenfahrt. Am Montag, 19. Oktober, geht es für die etwa 80 Schüler der drei achten Klassen für eine Woche in den Oberharz nach Hohegeiß - wegen Corona mit drei Fieberthermometern im Gepäck.

Sie seien damit nicht so glücklich, Schüler in diesen Zeiten auf Klassenfahrt zu schicken, sagt Peter Krull, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums. Allerdings handele es sich bei den Fahrten um alte Verträge, die lange vor Ausbruch der Coronapandemie mit Veranstaltern geschlossen wurden. Die Harz-Reise sei nun aber bis auf weiteres die letzte Klassenfahrt der Schule, so Krull: „Wir buchen nichts Neues. Das gilt auch für Exkursionen oder Wandertage.“

Schüler fahren trotz Corona auf Klassenfahrt

Das Problem sind die Stornogebühren bei einer Absage: Da weder Schule noch Land diese Kosten übernehmen wollen, gab es vom Kieler Bildungsministerium lediglich die Empfehlung, die Eltern entscheiden zu lassen: Bei einem negativen Votum hätten die dann auch die Stornokosten tragen müssen. Doch dazu kam es nicht: Fast alle Eltern stimmten der Reise zu. Dazu hat auch das Konzept des Anbieters beigetragen.

Die „Erlebnistage.Harz“ werden vom Verein „Gesellschaft zur Förderung der Erlebnispädagogik“ angeboten, der seit mehr als 30 Jahren auf derartige Angebote spezialisiert ist. „Der Veranstalter hat ein eigenes Hygienekonzept erstellt, das auf Klassenfahrten zugeschnitten ist und regelmäßig dem Stand der Pandemie angepasst wird“, so Krull. So erfolgt bereits die Anfahrt der 80 Schüler nicht mit der Bahn, sondern getrennt nach Klassen in Reisebussen: „Damit sich die Kohorten nicht vermischen“, so Krull.

Veranstalter passt sein Hygienekonzept regelmäßig an

Eine „Vermischung“ ist auch in Hohegeiß nicht möglich: Die drei Klassen übernachten jeweils in eigenen Häusern und bleiben auch beim erlebnispädagogischen Programm im Klassenverband. Begleitet werden sie bei den Exkursionen in die Natur von ihren Lehrern und zwei Teamern des Veranstalters. Geplant sind unter anderem Wandertouren, Schluchtenquerungen, Kletter- und Naturerlebnisse. „Es gibt keine Ausflüge ins Kino oder zum Stadtbummel“, sagt Krull.

Kontaktloses Fiebermessen gehört zur Tagesroutine

Zusätzliche Sicherheit bieten die drei kontaktlosen digitalen Fieberthermometer im Wert von 150 Euro, die Apothekerin Katrin Witze der Schule spendete. Mit ihnen soll regelmäßig die Temperatur der Teilnehmer gemessen werden. Die Idee hatte ein Lehrer, der den Förderverein der Schule ansprach.

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Über den stellvertretenden Schulelternbeiratsvorsitzenden Andreas Möller wurde die Apothekerin, deren Tochter einst selber Schülerin des Gymnasiums war, angefragt und Witzke stimmte gern zu. Auch weil es ein Folgekonzept gibt: Die drei Geräte werden nach Ende der Klassenfahrt an die Fachschaft Biologie übergeben, die die Thermometer für Experimente nutzen wird.

Hohegeiß ist seit 1972 ein Ortsteil von Braunlage. Er liegt auf 600 Meter Höhe im Naturpark Harz nahe der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt und Thüringen.