Nach Wahlniederlage

Schwarzenbeks Bürgervorsteher legt sein Amt nieder

Matthias Schirmacher (Grüne) hört als Bürgervorsteher auf.

Matthias Schirmacher (Grüne) hört als Bürgervorsteher auf.

Foto: Marcus Jürgensen

Matthias Schirmacher musste bei der Bürgermeisterwahl eine klare Niederlage einstecken. Nun hat er über seine Zukunft entschieden.

Schwarzenbek. Am Abend seiner Wahlniederlage – bei der Bürgermeisterwahl am 27. September war Matthias Schirmacher mit 25,3 Prozent der Stimmen klar gegen Norbert Lütjens unterlegen – hatte der amtierende Bürgervorsteher der Stadt bereits angekündigt, über seine politische Zukunft nachdenken zu wollen. Das hat der 56-Jährige getan und nun am heutigen Freitag per Pressemitteilung verkündet, dass er zum 31. Oktober „aus persönlichen Gründen“ vom Amt des Bürgervorsteher zurücktritt.

Schwarzenbeks Bürgervorsteher musste Niederlage einstecken

Diese Entschluss habe er schon vor längerer Zeit gefasst, teilte Schirmacher im Gespräch mit. Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig, die Vorsitzenden der Fraktionen sowie seine Stellvertreter Roman Larisch (CDU) und Sigrid Binder (SPD) habe er diese Entscheidung bereits vor einigen Tagen mitgeteilt, so Schirmacher: „Für mich ist das keine große Sache.“

Er habe das Amt des Bürgervorstehers sehr gerne ausgeübt und hätte dies auch gerne weiterhin getan, so der grüne Kommunalpolitiker: „Jetzt ist es aber an der Zeit, verstärkt grüne Politik zu machen“, sagte der 56-Jährige mit Blick auf das Bundestagswahljahr 2021. Die habe in der Europastadt durch seine Amtsübernahme gelitten: „Als Bürgervorsteher kann man gar keine Politik machen. Das war auch in den Zeiten meines Wahlkampfes schon sehr schwierig“, sagte Schirmacher.

Schirmacher will Stadtverordneten-Mandat behalten

Die Grünen zählten bei der Kommunalwahl 2018 zu den Gewinnern: Ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber der Wahl 2013 machte sie mit 16,9 Prozent der Stimmen zur drittgrößten Fraktion nach CDU und SPD. Durch den Wechsel der einstigen CDU-Spitzenkandidatin Heike Wladow nach der Wahl zur SPD war auch das Vorschlagsrecht zu den Sozialdemokraten gewandert. Nachdem deren Kandidat Rüdiger Jekubik in zwei Wahlgängen nicht die erforderliche Mehrheit erhielt, war Schirmacher im dritten Wahlgang als Kompromisskandidat mit großer Mehrheit gewählt worden.

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Sein Stadtverordneten-Mandat will Schirmacher behalten, bei der nächsten Kommunalwahl im Jahr 2023 jedoch nicht mehr antreten: „Mit dann 33 Jahren in der Stadtverordnetenversammlung kann man von einer erfüllten Politikerkarriere sprechen“, so der Grünen--Politiker, der jedoch zur Verfügung steht, sollten nicht ausreichend Kandidaten für die Wahlliste gefunden werden: „Wir sind jetzt 30 Mitglieder im Ortsverein, aber sich auf eine Wahlliste setzen zu lassen, ist dann doch noch etwas anderes.“

Bürgervorsteher hört zum 31. Oktober auf

Schirmacher tritt zwar erst zum 31. Oktober zurück, hat aber seinem Stellvertreter bereits die Vorbereitungen zur Stadtverordnetensitzung am 3. November überlassen, die dieser dann auch leiten wird. Ebenso wie die Einwohnerversammlung, für die Roman Larisch zum 21. Oktober in das Forum des Gymnasiums (Buschkoppel 7) einlädt. Themen sind um 19 Uhr unter anderem die Lärmsanierung entlang der Bahnstrecke sowie die mögliche Stadtbuslinie.