Räume gesucht

TSV Schwarzenbek: Dartabteilung hat Raumnot

Die Darts-Abteilung des TSV Schwarzenbek benötigt mehr Platz (v. l.): Abteilungsleiter Carsten Matern, Sportwart Thomas Schmidt und der stellvertretende Abteilungsleiter Thomas Quente.

Die Darts-Abteilung des TSV Schwarzenbek benötigt mehr Platz (v. l.): Abteilungsleiter Carsten Matern, Sportwart Thomas Schmidt und der stellvertretende Abteilungsleiter Thomas Quente.

Foto: Stefan Huhndorf

Darts wird beim TSV Schwarzenbek immer beliebter. Der Zulauf schafft allerdings Platzprobleme. Mitglieder suchen eine Halle.

Schwarzenbek. Mit einem Schnupperkursus im Dezember 2015 fing alles an. Damals luden Carsten Jungnickel, Christopher Schnitt und Ron Blumentritt zum Darts in den Regieraum der Sporthalle an der Buschkoppel ein. Das Trio spielte damals in der Hamburger Liga für einen Bergedorfer Club und wollte zum Training nicht immer vom Wohnort Schwarzenbek nach Bergedorf fahren müssen. TSV-Geschäftsführerin Mareike Busch (aktuell in der Elternzeit) ließ die Sportler gewähren und wollte abwarten, ob es ein „Strohfeuer“ wird oder sich ein neuer Trendsport im TSV entwickelt.

Dartabteilung vom TSV Schwarzenbek hat hohen Zulauf

Die Entwicklung hat allerdings alle Erwartungen übertroffen. Bereits im Frühjahr 2016 wurde aus der Hobby-Gruppe eine Abteilung. Der Regieraum reichte schnell nicht mehr aus, und die Darts-Sportler bezogen den Multifunktionsraum in der Sporthalle Buschkoppel. Statt der ursprünglich drei Boards stehen dort mittlerweile sechs, mehr passen nicht in den 60 Quadratmeter großen Raum.

„An den sechs Boards können zwölf Personen spielen. Wir haben aber aktuell bereits 46 Mitglieder – Tendenz steigend. Deshalb haben wir mittlerweile drei Trainingsabende“, berichtet Sportwart Thomas Schmidt. Seit 2017 spielen die TSV-Sportler in der Hamburger Liga mit. Mittlerweile sind dort 30 Mannschaften aktiv, 26 TSV-Darter treten in der Verbands- und Landesliga der Freien und Hansestadt an. Zwei Mitglieder der Abteilung sind sogar für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Wer es darauf anlegt, kann jedes Wochenende an einem Turnier in der Region teilnehmen.

Gemütlicher Sport – Training beim Bier erlaubt

„Es ist der Nervenkitzel, ob man die Ringe oder das Bullseye in der Mitte richtig trifft. Das macht den Reiz des Spiels aus“, erklärt Thomas Quente, stellvertretender Leiter der Sparte, der Sportler im Alter von 14 bis 70 Jahren angehören. Kondition ist nicht erforderlich, obwohl Wettkämpfe bis zu zwölf Stunden dauern können und mehr als 100 Würfe bis zum Sieg erforderlich sind. „Konzentration ist wichtig. Es ist ein geselliger Sport. Es herrschen Hintergrundgeräusche, die Teams unterhalten sich. Diese Ablenkung muss man ausblenden können“, sagt Abteilungsleiter Carsten Matern.

Bei den Sportlern kommt der Wettkampf mit den spitzen Stahlpfeilen, die bis zu 30,5 Zentimeter lang sein dürfen, gut an. „Seit den Liveübertragungen der Wettkämpfe wächst das Interesse. Das ist vergleichbar mit dem Boris-Becker-Effekt früher beim Tennis“, sagt Thomas Quente. „Die Zuschauer sehen, dass Menschen, die nicht besonders trainiert sind und teilweise auch nicht über hohe Bildung verfügen, in diesem Sport große Erfolge feiern können.“ Außerdem sei es ein gemütlicher Sport. Wer will, kann beim Training ein Bier trinken. „Manchmal grillen wir auch Steaks“, erläutert Quente.

Sportler suchen eine leere Halle für das Training

Der Zulauf hat die Aktiven überrascht, wird aber zunehmend zu einem Problem. „Wir bräuchten einen anderen Raum mit etwa 200 Quadratmeter Fläche, um dort bis zu zwölf Boards aufzustellen. Dann könnten 30 Personen gleichzeitig spielen. Vielleicht findet sich ja ein Unternehmer, der freien Platz in einer Halle hat“, sagt Abteilungsleiter Carsten Matern. Wichtig wäre den Sportlern, dass sie frei entscheiden können, wann sie die Halle nutzen und dass sie im Idealfall ihre Boards dort aufgebaut lassen können. Das ist im Multifunktionssaal der Buschkoppel nicht der Fall. „Der Auf- und Abbau dauert jeweils etwa eine halbe Stunde, und es schadet der Ausrüstung“, sagt Sportwart Thomas Schmidt. Scheiben, Teppiche und Rückwände gehören der Abteilung, die Pfeile muss jeder Sportler selbst mitbringen.

Wer Platz für die Darts-Sportler hat, kann sich an TSV-Geschäftsführer Florian Leibold unter Telefon 04151/79 32 wenden. Dort gibt es auch Infos zur Darts-Abteilung und über Schnupperkurse.

England gilt als Mutterland des Sports mit den spitzen Pfeilen

Darts erfreut sich in Europa immer größerer Beliebtheit. Die Ursprünge des Sports reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück. Als Mutterland des Darts gilt Großbritannien, wo das Spiel überwiegend in Kneipen betrieben wird. Doch auch in Deutschland wird Darts immer populärer.

Über die Entstehung gibt es viele Vermutungen. Einige glauben, die ersten Darts waren abgebrochene Pfeilspitzen, die man auf die Böden von Weinfässern geworfen hat. Andere sehen Armbrust-Pfeile als Vorläufer der modernen Darts. Der Begriff Darts kommt aus dem Französischen. Der heutige Darts-Sport entstand dagegen mit großer Wahrscheinlichkeit in der Zeit von 1860 bis 1898 in England. Im Jahr 1898 wurde in den USA ein Patent für die Papierflights (Flügel am hinteren Ende des Pfeils zur Stabilisierung des Flugverhaltens) angemeldet. 1896 soll sich der britische Zimmermann Brian Gamlin die Einteilung der Zahlenfelder auf der heutigen Darts-Scheibe (engl. Dartboard) ausgedacht haben.

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