Bürgermeisterwahl

Wer leitet künftig Schwarzenbeks Rathaus?

| Lesedauer: 4 Minuten
Stefan Huhndorf
Ute Borchers-Seelig ist noch Chefin im Schwarzenbeker Rathaus. Wer ihre Nachfolge antritt, entscheidet sich am Sonntag.

Ute Borchers-Seelig ist noch Chefin im Schwarzenbeker Rathaus. Wer ihre Nachfolge antritt, entscheidet sich am Sonntag.

Foto: Marcus Jürgensen

Am Sonntag haben 12.700 Bewohner der Europastadt Schwarzenbek die Wahl, wer ihr neuer Bürgermeister wird. Es gibt zwei Kandidaten.

Schwarzenbek.  Wer tritt in die Fußstapfen von Verwaltungschefin Ute Borchers-Seelig, die nicht für eine zweite Amtszeit antritt? 12.700 wahlberechtigte Schwarzenbeker entscheiden am Sonntag, wer neuer Bürgermeister wird. Mehr als 2000 Wahlberechtigte haben ihre Stimme schon per Briefwahl abgegeben.

Fest steht bereits jetzt: Der nächste Verwaltungschef wird ein Mann. Wer auch immer das Rennen macht, ist der sechste hauptamtliche Verwaltungschef in der Schwarzenbeker Stadtgeschichte seit der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1953. Zur Wahl stellen sich der stellvertretende Amtsleiter und Stadtjugendpfleger Norbert Lütjens (59) und Bürgervorsteher Matthias Schirmacher (56). Beide sind gelernte Elektriker, damit hat es sich dann aber auch mit den Gemeinsamkeiten. Schirmacher ist gebürtiger Schwarzenbeker, hat zuletzt als selbstständiger Versicherungskaufmann gearbeitet und ist seit 30 Jahren in der Kommunalpolitik. Lütjens ist Sozialpädagoge, Musiker und hat ein Studium als Verwaltungsfachmann draufgesattelt. Er ist seit zehn Jahren Stadtjugendpfleger, leitet den Jugendtreff, hat das Stadtfest mit organisiert, war als möglicher Wirtschaftsförderer im Gespräch und ist seit Kurzem stellvertretender Amtsleiter im Schul- und Kulturamt.

Bürgermeisterwahl in Schwarzenbek ursprünglich im Mai

Eigentlich sollte die Wahl bereits im Mai stattfinden, aber wegen der Corona-Pandemie wurde der Termin auf den 27. September verschoben. Das Coronavirus ist zwar immer noch nicht besiegt, aber weiterer Aufschub wäre kaum möglich, da die Amtszeit der Verwaltungschefin am 30. November endet.

„Wir mussten auch noch Luft für eine mögliche Stichwahl haben. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, dass beide Bewerber die exakt gleiche Zahl an Wählerstimmen bekommen, ausgeschlossen ist das aber zumindest in der Theorie nicht“, erläuterte Wahlleiterin Petra Scheerer. „Die Wahl unter Corona-Bedingungen ist Neuland für uns“, fügt sie hinzu.

Schwarzenbeker ab 16 Jahren dürfen wählen

Wahlberechtigt sind Schwarzenbeker ab 16 Jahren, seit sechs Wochen können die Wahlberechtigten ihre Stimme per Briefwahl abgeben. Das ist auch heute noch im Wahlbüro in Raum 111 neben dem Haupteingang des Rathauses am Ritter-Wulf-Platz 1 möglich.

Am Sonntag stehen acht Wahlbüros für die Bezirke zur Verfügung. Die Adressen finden die Wahlberechtigten auf ihren Benachrichtigungen zur Stimmabgabe. „Wir haben diesmal allerdings kein Wahlbüro im DRK-Zentrum. Das hat wegen der Hygienevorschriften nicht geklappt. Dafür haben wir zwei Wahlbüros im Rathaus“, sagt Petra Scheerer.

Wahlbüros haben am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet

Gewählt werden kann am Sonntag von 8 bis 18 Uhr, wegen der Corona-Pandemie gelten aber

Abstandsregeln und am Eingang der Wahllokale stehen Spender mit Desinfektionsmitteln bereit. In den Wahlbüros werden diesmal vier statt der üblichen drei Wahlhelfer anwesend sein. „Wir haben quasi einen Ersatzmann, beziehungsweise eine Ersatzfrau, die auf die Einhaltung der Abstandsregelungen achtet und gegebenenfalls den Zugang kontrolliert, wenn der Andrang in Stoßzeiten zu groß ist“, so die Wahlleiterin.

Auch die Vorstellung der Kandidaten – unsere Zeitung hat eine Serie mit mehreren Fragenkomplexen abgedruckt – war anders als üblich. Es gab zwei öffentliche Vorstellungsrunden in Schröders Hotel mit 70 Zuschauern. Die Veranstaltungen wurden via Internet live übertragen. Die Kandidaten mussten ihren regulären Wahlkampf am Wochenmarktstand oder an der Haustür machen. Weitere Möglichkeiten für öffentliche Veranstaltungen gab es nicht. Lütjens hat während seines Wahlkampfs auch Landespolitiker eingespannt, indem er zu einem Besuch bei Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in Kiel war, außerdem hat er dort auch mit Verkehrsminister Bernd Buchholz über die Umgehungsstraße gesprochen. Matthias Schirmacher setzte indes auf einen Wahlkampf vor Ort, nutzte seine Verbindungen bei den Grünen nicht. Während Schirmacher, der auch den Grünen angehört, mit der Unterstützung seiner Partei antritt, ist Lütjens parteiloser Bewerber.

Die bisherigen Bürgermeister

Hans Koch (1950-1974), Ralph Schnack (1974-1992), Gerd Krämer (1992-2002), Frank Ruppert (2002-2014) und Ute Borchers-Seelig (2014-2020).

Lesen Sie auch: