Grundschule Nordost

Schulbusse sollen den Elterntaxis weichen

Grundschule Nordost in Schwarzenbek soll eine neue Bushaltestelle bekommen, weil vor der Schule Verkehrschaos herrscht.

Grundschule Nordost in Schwarzenbek soll eine neue Bushaltestelle bekommen, weil vor der Schule Verkehrschaos herrscht.

Foto: Stefan Huhndorf

Viele Kinder kommen aus dem Umland und werden von den Eltern gebracht. Wenn gleichzeitig die Busse kommen, herrscht Chaos.

Schwarzenbek.  544 Kinder besuchen die Grundschule Nordost an der Cesenaticostraße – viele davon kommen aus den umliegenden Dörfern. Klar, dass es zahlreiche „Eltern-Taxis“ gibt. Allerdings wären die Fahrten oft nicht nötig, meint Schulleiterin Liane Maier. „Wir versuchen den Eltern immer wieder zu signalisieren, dass die Kinder auch mit dem Bus oder aus den umliegenden Wohngebieten zu Fuß kommen könnten. Das würde das morgendliche Chaos vor der Schule deutlich entzerren“, sagt die Schulleiterin.

Appelle an die Eltern fruchten nicht

Doch diese Appelle fruchten nicht. Deshalb wird es morgens und mittags zum Schulschluss eng an der Cesenaticostraße, wenn Eltern und Busse sich den wenigen Platz streitig machen. Hinzu kommt, dass die Schule 1970 gebaut wurde und die Busse damals noch kleiner waren. Aktuelle Schulbusse müssen im Wendehammer vor der Schule beim Wenden mitunter zurücksetzen, was nicht zulässig ist. Eine Verbreiterung ist an dieser Stelle schwierig. Deshalb hat die Stadt den Planer Andreas Sell an das Projekt herangesetzt. Der Experte hat eine Bedarfsuntersuchung für die Optimierung des Schulbusbetriebs vorgenommen und ist zu einem überraschenden Ergebnis gekommen. Seine Empfehlung: Die Haltestelle sollte an den Verbrüderungsring verlegt werden.

Eltern-Taxis sollten aus der Cesenaticostraße verschwinden

„Es wäre sicher sinnvoller, die Eltern-Taxis aus der Straße herauszubekommen. Aber das ist wohl nicht durchsetzbar“, sagt Liane Maier. Nach der neuen Variante müssen die Kinder etwa 150 Meter von der Bushaltestelle am Verbrüderungsring bis zum Schulgebäude zurücklegen – doch genau das könnte dazu führen, dass künftig noch mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen.

Ohne Grundstücksankäufe wird sich die Umgestaltung, die Sell erstmals im Februar im Bauausschuss präsentierte, nicht realisieren lassen. Gegenüber der ersten Planung hat Sell die Bushaltestelle auf Wunsch der Politiker um einen überdachten Unterstand für die wartenden Kinder ergänzt. Etwa 230 Quadratmeter Grundstück müsste die Stadt dafür ankaufen.

Kiss-and-go am Verbrüderungsring ist zu weit

Die Einrichtung einer sogenannten „Kiss- and-go-Zone“ am Verbrüderungsring hält Sell nicht für sinnvoll. „Der Weg ist zu weit. Dafür gäbe es keine Akzeptanz. Da die Cesenaticostraße verkehrsrechtlich nicht für den Benutzerkreis Eltern mit Kind gesperrt werden kann, würden Schulkinder voraussichtlich größtenteils dennoch im Bereich der Wendeanlage der Cesenaticostraße abgesetzt und abgeholt werden“, so Sell. „Vor der Schule gibt es Platz. Die bisherige Bushaltestelle ließe sich für den Zweck nutzen“, schlug Reinhard Cordes vom städtischen Bauamt vor.

Damit die Busse am Ende des Verbrüderungsringes wenden können, müssen dort Parkplätze anders angeordnet werden, um ausreichend Platz zu schaffen. Im Bereich hinter der Bushaltestelle könnte auch eine Wartezone eingerichtet werden, für den Fall, dass mehrere Busse zeitgleich eintreffen. Denn die Verbandsschule wird nicht nur von Schwarzenbekern sondern auch von Kindern aus den Umlandgemeinden Elmenhorst, Fuhlenhagen, Grabau, Grove, Havekost, Kankelau und Möhnsen besucht.

Gitter sollen die Kinder schützen

Damit die Kinder am Verbrüderungsring sicher in den Bus ein- und aussteigen können, soll dort ein Schutzgitter installiert werden. „Die Wartefläche der Bushaltestelle ist zur Fahrbahn mit einem Personenschutzgitter abgegrenzt, welches lediglich auf Höhe der jeweiligen Bustüren unterbrochen wird. Bezüglich der eingesetzten Bus-Typen muss diesbezüglich noch unsererseits eine Abstimmung mit dem Betreiber erfolgen. Sofern normale Busse und Gelenkbusse eingesetzt werden, müssen weitere Öffnungen des Personenschutzgitters vorgesehen werden“, erläutert Sell die Planungen.

Diese müssen noch mit der Verkehrsaufsicht des Kreises abgestimmt werden. Außerdem geht es noch um den Grunderwerb. Nach Schätzungen von Sell werden für den Bau der Haltestelle knapp 300.000 Euro fällig, für die Verbreiterung des Gehwegs an der Cesenaticostraße 33.000 Euro.

Mehr Kinder sollten zu Fuß kommen

Mit dem Problem „Elterntaxi“ steht die Grundschule Nordost nicht allein, wie Dietmar Benz, Präsident der Landesverkehrswacht weiß. Während der zentralen Verkehrssicherheitsaktion des Landes zur Einschulung in Geesthacht appellierte er an Eltern, ihre Kinder möglichst zu Fuß gehen zu lassen und den Schulweg zu üben. So ließe sich auch das gefährliche Verkehrschaos vor den Schulen mildern.