Aus der Geschäftswelt

Im August eröffnet in Schwarzenbek die „Kids World“

| Lesedauer: 4 Minuten
Marcus Jürgensen
Die Gesellschafter Dirk Nastalli (57, l.) und Joachim Barkow (55) mit der Leuchtreklame für das neue Spiel- und Schreibwarenfachgeschäft. Geplant ist, „Kids World“ im ehemaligen türkischen Supermarkt an der Lauenburger Straße 3 am 15. August zu öffnen.

Die Gesellschafter Dirk Nastalli (57, l.) und Joachim Barkow (55) mit der Leuchtreklame für das neue Spiel- und Schreibwarenfachgeschäft. Geplant ist, „Kids World“ im ehemaligen türkischen Supermarkt an der Lauenburger Straße 3 am 15. August zu öffnen.

Foto: Marcus Jürgensen

Das Fachgeschäft für Spielzeug, Schul-, Schreib- und Bastelbedarf beendet den Leerstand an der Lauenburger Straße in Schwarzenbek.

Schwarzenbek. Am Mittwochnachmittag hat Vermieter Kai Thater die Schlüssel an seinen neuen Mieter, Joachim Barkow, überreicht. Eine halbe Stunde später stand bereits ein Lkw vor der Tür des Ladengeschäfts an der Lauenburger Straße. An Bord: Die komplette Ladeneinrichtung für „Kids World“ – Schwarzenbeks neues Fachgeschäft für Spiel- und Schreibwaren, Schul- und Bastelbedarf.

Mit der Vermietung an den Möllner Geschäftsmann endet ein jahrelanger Leerstand im Stadtzentrum: 2015 hatte die Hypovereinsbank nach 54 Jahren ihre Filiale an der Lauenburger Straße 3 geschlossen. Zwei Jahre standen die 240 Quadratmeter großen Räume leer, bevor die Schwarzenbeker Makler Brinkmeier&Liebelt mit dem „Edris Supermarkt“ einen neuen Mieter fanden. Doch der kleine Markt war acht Monate später wieder dicht: Der Kreis hatte die Schließung verfügt, weil die Räume den Anforderungen an einen Gemüseladen nicht entsprach. Statt umzubauen, schloss der Mieter das Geschäft.

„Es wird sicher zur Belebung der Innenstadt beitragen“

Mit Barkow und seinen Mit-Gesellschaftern ist Thater sicher, einen langfristigen Mieter für die zentrale Innenstadtlage gefunden zu haben: „Ein Spielwarengeschäft dieser Größe hat es so hier noch nicht gegeben, es wird sicher zur Belebung der Innenstadt beigetragen“, sagt Kai Thater. Und auch Joachim Barkow ist sicher, ein gutes Angebot für die Europastadt machen zu können. „Ich hatte schon länger ein Auge auf Schwarzenbek geworfen“, sagt Barkow, der neben seinen Erfahrungen im Großhandel auch Einzelhandelskompetenz mitbringt: Tochter Jenny Barkow betreibt am Wasserkrüger Weg 127 b in Mölln die „Spielewelt“ – ein 800 Quadratmeter großes Fachgeschäft.

Die Familie hatte das Spielfachgeschäft im Jahr 1999 übernommen und betreibt es seither erfolgreich. „Wenn wir ein Produkt mal nicht in Schwarzenbek vorrätig haben, ist es kein Problem, es kurzfristig aus Mölln zu besorgen“, sagt Barkow: Auf den 800 Quadratmetern sei nahezu alles vorhanden, was Kinder und Jugendliche brauchen.

Schwarzenbek hat dank vieler Neubaugebiete Potenzial

Vor etwa einem halben Jahr hat Barkow begonnen, sich intensiv mit der Geschäftseröffnung in Schwarzenbek zu beschäftigen. „Hier gibt es mehr Kinder im Alter bis 16 Jahren als in Mölln“, sagt der Geschäftsmann. Doch darauf allein hat er sich nicht verlassen: Mit Mitarbeitern war er einige Mal in der Europastadt unterwegs und hat Passanten befragt: „Die Rückmeldungen waren durchweg positiv.“ Vor allem das Angebot eines Geschenketisches, das es bisher nur in Geesthacht oder Bergedorf gibt, habe die Passanten überzeugt, so Barkow.

„Mich hat am meisten interessiert, was die Leute auf der Straße sagen“, erklärt der 55-Jährige, dennoch sei es ein Risiko in Corona-Zeiten, in denen große Warenhauskonzerne wie Karstadt ihre Filialen schließen, ein Fachgeschäft neu zu eröffnen: „Ist schon mutig, oder? Aber uns liegt das Unternehmertum halt im Blut“, sagt der Firmenchef. So paradox es klingt: Gerade die Karstadt-Schließungen sieht er als Chance: „Diese Kaufhäuser sind Magneten. Keiner fährt in die Hamburger Innenstadt, weil er in einem Spielzeugladen einkaufen will, sondern man fährt ins Kaufhaus und geht dann noch ins Spielwarengeschäft.“ Fallen die Kaufhäuser weg, sei der Weg zum Fachgeschäft vor Ort eine Alternative.

Kundenservice wird in dem Unternehmen großgeschrieben

Diese Lücke will Barkow füllen. Dabei macht ihm der Online-Handel weniger Sorgen als die Lebensmittel-Discounter, die immer wieder Markenprodukte zu Dumpingpreisen anbieten. Der 55-Jährige ist sicher, mit Kundenorientierung und Service gegenüber den Mitbewerbern punkten zu können. „Wir konzentrieren uns auf den Point of Sale, sind für unsere Kunden nicht nur vor dem Kauf da, sondern auch bei Nachfragen und Reklamationen danach“, sagt Barkow: „Mit uns kann man schnacken.“

Im Laden haben jetzt die Renovierungsarbeiten begonnen, Leichtbauwände werden herausgenommen, Wände erhalten einen neuen Anstrich und die Ladeneinrichtung, die Barkow mit seinen Helfern am Montag aus Brandenburg abgeholt hatte, wird aufgebaut. Die Eröffnung ist für Sonnabend, 15. August, geplant.