Pkw hatte keine Zulassung

Urteil im Schnellverfahren gegen Schwarzenbeker Raser

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Marcus Jürgensen
Mit bis zu 160 Stundenkilometer raste ein 39-Jähriger über B 404 und Zubringer Nord nach Schwarzenbek.

Mit bis zu 160 Stundenkilometer raste ein 39-Jähriger über B 404 und Zubringer Nord nach Schwarzenbek.

Foto: BGZ / Marcus Jürgensen

Mit Tempo 160 flüchtete ein 39-Jähriger vor der Polizei. Der Grund: Sein alter Rover war nicht zugelassen, die Kennzeichen gestohlen.

Schwarzenbek/Lübeck. Fünf Monate Haft, ausgesetzt zur Bewährung, sind die Strafe für eine rasende Fahrt ohne gültige Zulassung und mit gestohlenen Kennzeichen, bei der glücklicherweise niemand zu Schaden kam. Am Abend des 1. Juli war Polizisten der Autobahnpolizei ein alter Rover 216 auf der A 24 aufgefallen.

Fahrer flüchtet mit Tempo 160

Als sie den Wagen kontrollieren wollten, gab der Fahrer (39) Gas: An der Anschlussstelle Schwarzenbek/Grande bog der Rover auf die B 404 ab und raste mit Tempo 160 durch den Sachsenwald Richtung Schwarzenbek.

Überholt trotz Gegenverkehr

Dass auf der Strecke Tempo 70 gilt, scherte den Fahrer ebenso wenig wie die Gefährdung von entgegenkommenden Fahrzeugen bei diversen Überholvorgängen. In Schwarzenbek bog er vom Zubringer Nord nach rechts in die Straße Im Strange und dann in den Holunderbusch ab – eine Sackgasse.

Obwohl es sich um eine Spielstraße handelt, bei der Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben ist, raste der Rover-Fahrer mit bis zu Tempo 60 über das Pflaster. Eine 29-jährige Passantin konnte sich nur durch einen reaktionsschnelle Sprung in ihre Hausauffahrt in Sicherheit bringen. Am Ende der Straße sprang der 39-Jährige aus dem Auto und versuchte, in den Wald zu flüchten, wo ihn jedoch die beiden Autobahnpolizisten festnahmen.

In Haft bis zur Hauptverhandlung

Der Mann ist zwar in Schwerin gemeldet, da aber nicht sicher war, ob er zu einem Gerichtstermin erscheinen würde, wurde er auf Antrag der Lübecker Staatsanwaltschaft in sogenannte Hauptverhandlungshaft genommen. Bis zur Verhandlung am vergangenen Montag, 6. Juli, saß er in der Justizvollzugsanstalt Lübeck in Haft.

Wegen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz, Urkundenfälschung, unerlaubtem Kraftfahrzeugrennen und Straßenverkehrsgefährdung wurde er zu einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten auf Bewährung verurteilt, ihm zudem der Führerschein entzogen. Den alten Rover darf nun die Feuerwehr zu Übungszwecken zerlegen. Er könne mit dem Auto nichts mehr anfangen, so der 39-Jährige.