Neues Löschfahrzeug

Feuerwehr verzichtet auf Zelt vor der Schwarzenbeker Wache

Auf einem MAN-Fahrgestell baute die Firma Ziegler aus Giengen an der Brenz ein Löschgruppenfahrzeug „LF 20/24“ auf. Wehrführer Jan Piossek freut sich.

Auf einem MAN-Fahrgestell baute die Firma Ziegler aus Giengen an der Brenz ein Löschgruppenfahrzeug „LF 20/24“ auf. Wehrführer Jan Piossek freut sich.

Foto: Marcus Jürgensen

Das neue LF 20/24 steht derzeit noch in der Waschhalle der Feuerwache, soll im Juli offiziell in Dienst genommen werden.

Schwarzenbek. Wie viele Fahrzeuge mit welcher Ausrüstung eine Freiwillige Feuerwehr vorhalten muss,, um im Notfall gerüstet zu sein, wird über den Feuerwehrbedarfsplan festgelegt. Weil Schwarzenbek wächst und sich neue Gewerbebetriebe ansiedeln, muss auch die Ausrüstung der Wehr beständig erweitert werden. Neueste Anschaffung ist ein 400.000 Euro teures Löschgruppenfahrzeug LF20/24, das von vier Mitgliedern der Feuerwehr in der vergangenen Woche beim Hersteller Ziegler abgeholt wurde.

Sven Nelke, Andreas Böttcher, Berend Langeloh und Thorsten Bettin hatten dafür extra Urlaub genommen. „Normalerweise steht dann auch eine Führung durch die Hallen des Herstellers auf dem Programm“, sagt Wehrführer Jan Piossek. Die fiel coronabedingt diesmal aus, dafür übernahm das Quartett die Abnahme. „So ein Fahrzeug wird nach unseren Anforderung gebaut und es gibt normalerweise eine Rohbauabnahme“, sagt Piossek. Weil die in Coronazeiten ebenfalls nicht möglich war, checkten die vier Feuerwehrleute das Fahrzeug auf Mängel. Die wurden dann im Werk behoben, bevor das Fahrzeug am vergangenen Dienstag die Fahrt nach Schwarzenbek antrat.

Schulung für Aktive vor dem ersten Einsatz

Das neue Fahrzeug ist nahezu identisch mit dem vor zwei Jahren in Dienst gestellten LF 20/40. „Wenn die Kameraden wissen, wo alles ist, macht das die Einarbeitung einfacher“, so Piossek. Zwei Unterschiede gibt es: Das Neufahrzeug hat im Heck ein Verladesystem: 320 Meter Schläuche können bei langsamer Fahrt entrollt werden. Zudem gehört ein 5000 Liter Wasser fassendes Vorratsbassin zur Ausrüstung, das per Druckluft aufgepumpt wird und bei Flächenbränden als Depot dient. Insgesamt befinden sich 600 Meter Schläuche an Bord, 200 Liter Schaum, der über eine Mischanlage dem Löschwasser zugesetzt werden kann. Das Fahrzeug bietet Sitzplätze für neun Feuerwehrleute.

„Die Abkürzung LF 20/24 steht zum einen für die Leistung der Pumpe in 100 Liter Wasser pro Minute bei 10 bar. Diese Pumpe kann 2000 Liter Wasser fördern. Die zweite Zahl steht für die Menge des Löschwassers an Bord: Dieses Fahrzeug hat einen 2400 Liter fassenden Tank“, erläutert Piossek die Bezeichnung des allradgetriebenen Fahrzeugs auf MAN-Chassis. Vorerst steht das LF 20/24 noch in der Waschhalle der Feuerwache: In den Einsatz geht es frühestens im Juli, wenn alle aktiven Mitglieder der Wehr darauf geschult wurden. Wegen der Hygieneregeln können sich derzeit maximal neun Feuerwehrleute unter Abstand und mit Maske mit dem Fahrzeug vertraut machen.

Verzicht auf teure Zeltkonstruktion

Dann zieht das LF20/24 in die Fahrzeughalle gleich neben der Drehleiter um. Das bereits 13 Jahre alte LF 20/20, das in der Alarmierungsreihenfolge weiter hinten steht, wechselt im Gegenzug in die Waschhalle. Der Plan bis zum Neubau einer Feuerwache vor der Fahrzeughalle für 180.000 Euro ein beheizbares Zelt aufzustellen, hat die Wehrführung in Absprache mit der Stadtverwaltung verworfen. In der Bauausschusssitzung am 9. Januar diesen Jahres hatten die Mitglieder die Finanzmittel des seit Jahren geplanten Wachen-Neubaus auf das Jahr 2021 verschoben, die Mittel für das Zelt jedoch freigegeben.

Die FDP hatte damals angeregt, statt der teuren Zeltkonstruktion die Aufteilung der Stellplätze zu verändern. Und für den Kommandowagen, einen geländegängigen Audi A 6 Allroad, und den von der Jugendfeuerwehr genutzten Kleinbus vom Typ VW Crafter eine Doppelgarage aufzustellen. Die Mehrheit des Ausschussmitglieder folgte damals diesem Vorschlag nicht, erklärte aber im Beschluss eine Alternative zur Zeltlösung für zulässig.

Bis zum Neubau reicht eine Doppelgarage

Genau die haben Feuerwehr und Verwaltung jetzt erarbeitet: Auf einer Grünfläche neben der Fahrzeughalle wird für rund 30.000 Euro eine Doppelgarage für beide Fahrzeuge errichtet, die derzeit noch im Freien vor der Wache stehen. „Wir haben Ausrüstung und Funkgeräte entfernt, um Dieben keine Anreize zu geben“, so Piossek. Klar ist: Für Einsatzfahrzeuge, deren Wassertanks stets gefüllt sind, ist eine beheizbare Halle ein Muss. Zudem sind die Feuerwehrfahrzeuge ständig am Strom angeschlossen, um bei einer Alarmierung sofort starten zu können. Ansonsten müssten die Druckluftbremsen der Lastwagen minutenlang vor dem Anfahren wieder aufgefüllt werden.