Interims-Vorstand

Newcomer strebt an die Spitze der Schwarzenbeker CDU

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Marcus Jürgensen
Thimo Krebs (28) ist Polizist und Interims-Sprecher der Schwarzenbeker Christdemokraten.

Thimo Krebs (28) ist Polizist und Interims-Sprecher der Schwarzenbeker Christdemokraten.

Foto: Thimo Krebs

Nach dem Rücktritt von Roman Larisch sind Thimo Krebs (28) und Hans-Jürgen Stribrny (69) die Interims-Sprecher der Christdemokraten.

Schwarzenbek. Thimo Krebs ist 28 Jahre alt, Polizist und lebt seit drei Jahren in der Europastadt. Seit Januar 2019 arbeitet er als bürgerliches Mitglied in der CDU-Fraktion mit, ist deren Vertreter im Kita-Beirat und jetzt auch kommissarischer Sprecher des CDU-Ortsverbandes. Bis auf einer Mitgliederversammlung ein neuer Vorstand gewählt kann, leitet Newcomer Krebs gemeinsam mit Hans-Jürgen Stribrny (69) die Partei.

Vorsitzender trat im Streit zurück

Erst vor einem Jahr hatte der Ortsverband den Vorstand mit Stadtvertreter Roman Larisch an der Spitze sowie seinen beiden Stellvertretern Thomas Lamm und Winfried Kober gewählt. Im Oktober 2019 traten dann die beiden Unternehmer Lamm und Kober zurück, gaben berufliche Aufgaben als Grund an. Wenig später warf auch Larisch das Handtuch. Hintergrund war ein Streit über die Unterstützung eines der Bürgermeister-Kandidaten: Für Larisch liegt die Entscheidung beim Ortsverein. Als die Diskussion darüber dennoch in der Fraktion geführt wurde, trat er zurück.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Zukunft der ehemaligen Realschule: Larisch bezweifelt, dass sich die Stadt den Ausbau zum Bildungszentrum mit Bücherei und Volkshochschule leisten kann. „Auch wenn der Etat 2020 schon beschlossen ist, müssen wir nach der Coronakrise noch einmal ran und Projekte priorisieren und gegebenenfalls auch streichen“, ist Larisch überzeugt.

Interimslösung bis zur Mitgliederversammlung

Nachdem zunächst Schatzmeister Claas Weihmann als kommissarischer Vorsitzender fungierte, wurde auf einer Sitzung von Fraktion und Rest-Vorstand bereits Anfang März ein Interims-Vorstand eingesetzt: Krebs und Stribrny sollen die Partei mit Weihmann und den Beisitzern Herbert Krispin und Eckhard Gerber bis nach der Coronapandemie führen. Eine für den 17. April geplante Mitgliederversammlung wurde abgesagt.

Für Stribrny ist sein Co-Sprecher nicht nur ein Übergangskandidat: Er kann sich Krebs, der in der 1. Herrenmannschaft des SC Schwarzenbek Fußball spielt, sehr gut als künftigen Parteichef vorstellen. Krebs, der aktuell die Internetseite der Partei überarbeitet, war von Stribrny beim Neujahrsschießen der Schützengilde im Januar 2019 angesprochen worden. „Ich teile die Werte und Normen der CDU, auch wenn das in der Kommunalpolitik nicht so entscheidend ist“, sagt Krebs, der vor dem Studium an der Fachhochschule Altenholz bereits Politische Wissenschaften studiert hatte.

Gesichtsmasken für Parteimitglieder

Eine erste Aktion des neuen Vorstands ist ein Schreiben an die Mitglieder, in dem die Aktion „Schwarzenbek hält zusammen!“ vorgestellt wird. Hilfswillige können Zettel mit Namen und Telefonnummer in der Nachbarschaft verteilen, um so ihre Dienste anzubieten. Zudem wird den CDU-Mitgliedern eine selbst genähte Gesichtsmaske angeboten. Sie diene, so der Ortsvorstand, sowohl dem Schutz von Fremden vor einer Infektion als auch der Selbstdisziplinierung: Durch das Tragen werde man nicht nur beständig an das Ansteckungsrisiko erinnert, sondern auch gehindert, sich mit den Händen unbewusst im Gesicht zu berühren.