Ute Borchers-Seelig

Schwarzenbeks Bürgermeisterin tritt nicht mehr an

Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig bei der Jumelage in Schwarzenbek mit ihren Amtskollegen aus den Verbrüderungsstädten.

Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig bei der Jumelage in Schwarzenbek mit ihren Amtskollegen aus den Verbrüderungsstädten.

Foto: Marcus Jürgensen

Ute Borchers-Seelig tritt bei der Bürgermeisterwahl nicht mehr an. Ihr fehle die Kraft für eine weitere Amtszeit, sagte die Verwaltungschefin.

Schwarzenbek. „Ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich nicht wieder als Bürgermeisterin antrete. Ich habe lange über meine Entscheidung nachgedacht, aber ich habe nicht mehr die Kraft, meinen eigenen hohen Ansprüchen an dieses Amt zu genügen“, sagte Schwarzenbeks Verwaltungschefin Ute Borchers-Seelig gestern Vormittag bei einer Pressekonferenz im Rathaus.

Mitarbeiter und Politiker zuerst informiert

Bereits am Dienstag hatte sie die 120 Rathaus-Mitarbeiter bei einer internen Versammlung von ihrer Entscheidung informiert (wir berichteten). Am Dienstagabend sprach sie mit den Fraktionsspitzen im Ältestenrat, danach setzte sie die Politiker im Hauptausschuss in Kenntnis.

Seit Monaten hatten Rathausmitarbeiter, Politiker und interessierte Bürger gerätselt, ob „UBS“ weitermachen will – sofern die Bürger sie denn wählen würden. Bei ihrer Wahl im Herbst 2014 hatte die Verwaltungschefin noch gesagt, dass sie jung genug für eine zweite Amtszeit wäre. Das sieht die heute 60-Jährige mittlerweile anders.

Zu wenig Zeit für die Familie

„Ich bin einschließlich meiner Zeit als Kämmerin zehn Jahre im Dienst der Stadt. Meine Arbeitswochen waren 70 bis 80 Stunden lang. Ich habe meine Familie oft genug vernachlässigt, um andere Termine wahrzunehmen. Jetzt will ich mehr Zeit für mich und meine Familie haben“, so die Verwaltungschefin, deren Amtszeit noch bis zum November läuft.

Sie habe viel erreicht – unter anderem den Kita- und Schulentwicklungsplan, das Medienentwicklungskonzept für die Schulen und den Bau des Sporthauses. „Als ich hier anfing hatten wir vier Kitas, jetzt sind es neun, die zehnte ist im Bau“, so die 60-Jährige zu ihrer Bilanz. Auch die Umfeldplanung für den Bahnhof sei auf den Weg gebracht. „Ich habe immer die politischen Beschlüsse bekommen, die wir für die Arbeit in der Verwaltung gebraucht haben. Nur für die Erweiterung des Rathauses habe ich leider kein entsprechendes Votum bekommen“, sagt sie.

Verbrüderung liegt ihr am Herzen

Auch die Verbrüderungsarbeit liegt ihr am Herzen: „Durch die Jumelage 2015, Austauschprogramme und Jugendbegegnungen haben wir den europäischen Gedanken an die jüngere Generation getragen. Das ist mir wichtig.“

Die Nachfolgenutzung der Realschule – ein Herzensprojekt der Bürgermeisterin – will sie noch auf den Weg bringen. Dann will sie ab Winter die weitere Entwicklung der Stadt „von außen“ verfolgen und sich eventuell ehrenamtlich engagieren. Ihr Wohnort wird Schwarzenbek bleiben.

Zwei Bewerber für die Nachfolge

Um die Nachfolge bewerben sich bislang Rathausmitarbeiter und Stadtjugendpfleger Norbert Lütjens sowie Bürgervorsteher Matthias Schirmacher (Grüne). Potenzielle weitere Kandidaten haben noch bis zum 23. März um 18 Uhr Zeit, ihre Bewerbung im Rathaus einzureichen. Sollten diese keine Unterstützung einer Partei haben, müssen sie für eine Kandidatur mindesten 136 Unterschriften sammeln.

Der Bürgermeister wird von den Schwarzenbekern gewählt, die Wahl ist zeitgleich mit dem Familientag am Sonntag, 17. Mai.