Freiwillige Feuerwehr

Retter aus Schwarzenbek setzen auf Drohnenbilder

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Sven Hems koordiniert den Einsatz der Drohnengruppe, die jetzt bei Schwarzenbeks Feuerwehr startklar ist. Eingesetzt wird eine Drohne vom Typ Yuneec H 520.

Sven Hems koordiniert den Einsatz der Drohnengruppe, die jetzt bei Schwarzenbeks Feuerwehr startklar ist. Eingesetzt wird eine Drohne vom Typ Yuneec H 520.

Foto: Timo Jann

Freiwillige Feuerwehr Schwarzenbek nutzt Drohnen zur Erkundung von Brandstellen. Mit dieser Technik sind sie Vorreiter im Kreis.

Schwarzenbek. Die setzt ab sofort auf Luftaufklärung: Der Integrierten Regional-Leitstelle Süd (IRLS-Süd) in Bad Oldesloe wurde nach einer langen Erprobungsphase jetzt die kreisweit erste Drohnengruppe bei einer Feuerwehr aus dem Lauenburgischen einsatzbereit gemeldet. Koordiniert wird das Team von Feuerwehrmann Sven Hems.

„Bei Bedarf würden wir aber nicht nur in Schwarzenbek zum Einsatz kommen, sondern im ganzen Kreis“, erklärt Feuerwehrchef Thorsten Bettin. „Drohnen bieten heutzutage einige zusätzliche Informationen und Perspektiven, die bei der Einsatzbewältigung ganz hilfreich sein können“, so Bettin. Er hatte mit einigen seiner Kameraden auch den ersten Drohnenworkshop an der Landesfeuerwehrschule in Harrislee besucht.

In anderen Kreisen gibt es bereits ähnlich strukturierte Einheiten und auch die Landespolizei in Eutin hat eine Drohnengruppe am Start.

Drohne kostet rund 1500 Euro, Akkulaufzeit von 25 Minuten

Die Feuerwehr Schwarzenbek setzt bei der Technik auf eine Drohne vom Typ Yuneec H 520. Das Fluggerät ist für den kommerziellen Einsatz konzipiert, kostet rund 1500 Euro und kann mit einer Akkuladung rund 25 Minuten in der Luft bleiben.

Hems: „Wir können an dem Fluggerät eine Kamera und eine Wärmebildkamera anbringen. Die Bilder, die wir so aufnehmen, stellen wir der Einsatzleitung zur Verfügung.“ So können die Kameras beispielsweise Brandnester aufspüren, bei der Erkundung weitläufiger Objekte helfen oder die Retter bei der Suche nach Vermissten unterstützen. Das gilt auch für Arbeiten in großer Höhe, um dem Einsatzleiter am Boden einen Einblick in die laufenden Maßnahmen zu bieten.

20 Feuerwehrleute haben sich der Drohnengruppe angeschlossen. Sie absolvierten neben vielen praktischen Übungen auch mehrere theoretische Einheiten. „Das Handling der Drohne ist gut, jetzt warten wir die ersten Einsätze ab“, so Hems. Alarmiert werden die Piloten derzeit noch über die Wehrführung, zeitnah sollen sie aber eine eigene Alarmstufe auf ihren digitalen Meldern erhalten.

Kreisweit ist die Schwarzenbeker Feuerwehr Vorreiter

Ein Erkundungsfahrzeug nutzen sie bei Bedarf für den Transport der Technik, vor Ort werden sie an grauen Westen zu erkennen sein. Ausrücken wird ein aus drei Einsatzkräften bestehender Trupp: Der Einheitsführer, der Luftbeobachter und der Drohnensteuerer.

Die Feuerwehr setzt heute immer mehr technische Hilfsmittel ein, um bestmögliche Hilfe leisten zu können. Hems: „Bei einer Personensuche kann beispielsweise die Drohne so gestartet werden, dass sie ein vorgegebenes Areal automatisch abfliegt. Finden wir dann eine Wärmequelle, können wir an dem Punkt gezielt nachsehen, ob sich die gesuchte Person dort befindet.“ Bisher mussten die Flächen aufwendig von vielen Feuerwehrleuten durchsucht werden.

Die Schwarzenbeker Feuerwehr ist kreisweit zwar Vorreiter, aber setzt nicht allein auf Drohnen. Bundesweit werden die Fluggeräte auch beim Katastrophenschutz, den Technischen Hilfswerken und der DLRG eingesetzt, um Menschen zu retten.

( tja )