Feuerwehrzentrale.

Nach Brand im Autohaus: Großputz bei den Feuerwehren

Gerd-Ulrich Wendt hat nach dem Großbrand in Mölln in der feuerwehrtechnischen Zentrale in Elmenhorst viel zu tun. Hier holt er gereinigte Atemschutzmasken aus dem Trockner.

Gerd-Ulrich Wendt hat nach dem Großbrand in Mölln in der feuerwehrtechnischen Zentrale in Elmenhorst viel zu tun. Hier holt er gereinigte Atemschutzmasken aus dem Trockner.

Foto: Timo Jann

Elmenhorst. Das Feuer im Möllner Autohaus ist gelöscht, jetzt beginnt der Großputz der Geräte in der Elmenhorster Feuerwehrzentrale.

Elmenhorst. In der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Elmenhorst herrscht nach dem Großbrand am Sonntag im Autohaus Meyne in Mölln Hochbetrieb: Atemluftflaschen müssen aufgefüllt, Atemschutzmasken gereinigt und Schläuche gewaschen und geprüft werden. „Als ich am Sonntag im Rahmen der Bereitschaft mit dem Schlauchwagen vor Ort war, war mir sofort klar, dass diese Woche jede Menge außerplanmäßige Arbeit auf uns zukommt“, sagt Gerd-Ulrich Wendt, Mitarbeiter der FTZ.

138 Schläuche nach Großeinsatz getauscht

98 jeweils 20 Meter lange B-Schläuche (von der Wasserversorgung) und 40 jeweils 15 Meter lange C-Schläuche (vom Löschangriff) wurden nach Einsatzende vor Ort getauscht. „Ich habe alle vorhandenen Schläuche ausgegeben. Das hatte ich zuletzt, als in Büchen die Kartoffelhalle gebrannt hatte“, erklärt Wendt. Das war im Juli 2005. Alle Löschfahrzeuge werden an der Einsatzstelle neu mit Schläuchen bestückt, damit sie wieder einsatzbereit sind.

So verhält es sich auch mit den Atemluftflaschen. 38 der Flaschen tauschte Wendt vor Ort. „Die müssen alle mit neuer Luft gefüllt werden und die dazugehörigen 38 Masken werden gewaschen, desinfiziert und getrocknet“, so Wendt. Allein die Trocknung dauert pro Maske acht Stunden, danach muss sie montiert und geprüft werden. Die Atemluft – die Flaschen haben sechs Liter Inhalt, die Luft wird mit 300 bar Druck reingepresst – muss in zwei Schritten gefüllt werden. „Dazwischen muss es eine einstündige Kühlpause geben“, so Wendt. 30 Minuten reicht der Luftvorrat im Einsatzfall aus.


Reinigung dauert zwei Wochen

Um die Schlauchpflege kümmert sich Jan Riffel. „Bis alle Schläuche gewaschen, geprüft und getrocknet sind, dauert es wohl zwei Wochen“, schätzt er. Von Übungen und anderen Einsätzen hing der Trockenturm noch voll, er muss jetzt zunächst geleert werden. „Die Reinigungsdauer ist je nach Verschmutzungsgrad der Schläuche unterschiedlich. Die Schläuche direkt am Objekt haben stärker gelitten, da haftet viel Schmutz dran“, sagt Riffel. Eindrucksvoll war das Bild verbrannter Schläuche – die Hitze des Großbrandes war zu extrem.

Die Zentrale in Elmenhorst ist kreisweit die Serviceeinrichtung für alle Feuerwehren des Kreises. Sie lassen dort ihre Technik pflegen und prüfen, bei Bedarf auch reparieren. Vier Mitarbeiter – neben Wendt und Riffel auch Stephan Lünse und Ewald Drews – kümmern sich als Schirrmeister darum.

Neben den Folgen des Einsatzgeschehens wie jetzt gerade kümmern sie sich sonst unter anderem um wiederkehrende Prüfungen. Aktuell steht beispielsweise der TÜV für die Atemluftflaschen der Wehren an.

Am Sonntag hatte} Wendt auch Schaummittel in Kanistern (24 mal 20 Liter) nach Mölln geliefert. Solche Speziallöschmittel in größeren Mengen werden zentral in Elmenhorst vorgehalten. Das Schaummittel wird bei Bedarf dem Löschwasser zugemischt, weil es eine bessere Löschwirkung hat.