Dogstation

Appell für saubere Wege und Parks

Stationen für Hundekot-Beutel, sogenannte Dogstations wie hier an der Reinbeker Bismarckstraße, sollen künftig auch in Schwarzenbek aufgestellt werden.

Stationen für Hundekot-Beutel, sogenannte Dogstations wie hier an der Reinbeker Bismarckstraße, sollen künftig auch in Schwarzenbek aufgestellt werden.

Foto: BGZ

Schwarzenbek. Statt mit Bußgeldern zu drohen, wollen Politiker Hundebesitzer überzeugen, bei der Reinhaltung der Stadt mitzuwirken.

Schwarzenbek.  Erhöhung des Bußgeldes für nicht angemeldete Tiere und strengere Kontrollen durch den städtischen Ordnungsdienst, um Hundehalter, die die Notdurft ihres Tieres nicht entfernen, in die Pflicht zu nehmen – das sind Maßnahmen, die Schwarzenbek vorerst nicht plant. Stattdessen wollen die Politiker mit Plakat- und
Flyeraktionen sowie der Aufstellung sogenannter Dogstations an die Verantwortung der Hundebesitzer appellieren.

Zehn Jahre Ärger über Hundekot

Seit fast zehn Jahren wird immer wieder über Hundekot auf öffentlichen Wegen diskutiert: Gab es zunächst Beschwerden über „Haufen“ in Grünanlagen und auf Wegen in den Wohngebieten, mehren sich seit einiger Zeit die Klagen über Hundekot im Stadtzentrum. Vor allem die Berliner Straße und die angrenzenden Fußwege sind bei Hundehaltern zum Gassigehen beliebt.

Mehr Müllbehälter und Beutelstationen

Kostenfreie Plastikbeutel werden bisher nur im Rathaus und in den Tierfutterhandlungen abgegeben. Auf die Aufstellung sogenannter Dogstations hatte die Stadt aufgrund negativer Erfahrungen im Bereich Mühlenkamp bisher verzichtet: Dort hatten Hundehalter den Kot zwar mit Beuteln aufgenommen, diese dann aber in Grünanlagen und Knicks entsorgt. Eine Erfahrung, die auch andere Städte gemacht haben. Das Problem: Meistens fehlen Müllbehälter, in denen die Beutel mit dem Hundekot zeitnah entsorgt werden können.

Appell an die Hundehalter

„Nur mit Dogstations alleine lösen wir das Problem nicht“, wünscht sich FDP-Fraktionschef Helmut Stolze mehr Kontrollen durch den städtischen Ordnungsdienst. Auf den Appell an die Hundehalter durch „flankierende Maßnahmen“ wie Flyer und Plakate setzt hingegen Heinz-Werner Rose. Der SPD-Politiker hat zudem in den umliegenden Städten zahlreiche Beispiele für funktionierende Beutelstationen gefunden, auf denen sich auch Handlungsanweisungen wie diese finden: „Kack, Sack, pack, zack“. Rose: „Das ist freundlich, und vielleicht fühlt sich der eine oder andere davon angesprochen.“ Hundehalter nicht verprellen, sondern mit ins Boot holen, will auch der Bauausschussvorsitzende Hans-Jürgen Stribrny (CDU): „Wir wollen die Bürger überzeugen.“

Mitwirkung bei Reinhaltung der Stadt

Geplant ist, zunächst zwei Dogstations anzuschaffen – die Stückpreise variieren je nach Ausführung zwischen 285 und 700 Euro – und an der Berliner Straße aufzustellen. Bei Bedarf sollen nach Hinweisen aus der Bevölkerung weitere Beutelstationen aufgestellt werden. Zudem erhalten Hundehalter künftig mit ihrem Steuerbescheid auch die Bitte, bei der Reinhaltung der Stadt mitzuwirken.

Idee: Freilauffläche für Hunde

Doch die Politiker wollen den Hundebesitzern auch etwas bieten: Auf Anregung von Stolze soll geprüft werden, eine Hundewiese im Stadtgebiet einzurichten. Während die Tiere in den Wohngebieten auch ohne Leine laufen dürfen, gilt im Innenstadtbereich, den Grünanlagen sowie der Feldmark und den Wälder die Leinenpflicht.