Dreikönigstreffen

Nachholbedarf bei Verkehr und schnellem Internet

Ratzeburg.  70 Jahre Frieden, nie gekannter Wohlstand und offene Grenzen – das sind die positiven Aspekte des vereinigten Europas. Aber: „Europa ist ein schwieriges Thema. Es gibt in der Bevölkerung viele Zweifel und europafeindliche Parteien sind auf dem Vormarsch“, begrüßte der FDP-Kreisvorsitzende, Jan-Marcus Rossa aus Dassendorf, knapp 200 Gäste aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik beim traditionellen Dreikönigstreffen der Liberalen am Sonntagabend im Ratzeburger Hotel Seehof. „Das ist hier ein wichtiger parteiübergreifender Treffpunkt zum Jahresbeginn“, lobte Wirtschaftsförderer Ulf Hahn.

Gerade vor dem Hintergrund der Truppenabzüge der USA, der Migration und der wachsenden Cyberkriminalität gebe es für kein Problem eine nationale Lösung, mahnte Gastredner Wolfgang Kubicki. „Kriminalität macht an den Grenzen nicht halt. Auch bei der Verteidigung brauchen wir eine starke europäische Armee, damit die Russen unsere Freunde bleiben, wenn Donald Trump sein Interesse an Europa verliert, wie er auf Twitter bekundet hat“, so der stellvertretende Bundestagsvorsitzende.

Allerdings kam er dann doch – genau wie sein Vorredner Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz – schnell auf nationale und Schleswig-Holstein-Themen. Beide mahnten einen Ausbau der Infrastruktur an, damit das Land und besonders der Norden im europäischen Vergleich nicht abgehängt werden. „Wir brauchen schnelles mobiles Internet mit 5G-Netz flächendeckend und zwar an jeder Milchkanne. Niemand wird dort wohnen und arbeiten wollen, wo er kein Netz hat“, so Kubicki.

Auch Buchholz betonte, dass die Jamaika-Koalition in Kiel in den kommenden Jahren das Breitbandnetz flächendeckend ausbauen wolle und kräftig in die Verkehrsinfrastruktur investieren werde. „Bei Projekten wie der Fehmarn-Belt-Querung geht es um nichts geringeres als einen Anschluss von Skandinavien an Zentraleuropa. Das ist wichtig für Schleswig-Holstein, hat aber eine Bedeutung, die mit dem Bau der Brenner-Basis-Tunnels vergleichbar ist“, sagte Buchholz.

Allerdings beklagte der Verkehrsminister auch eine Blockadehaltung der Umweltverbände bei wichtigen Verkehrsprojekten. „Ich möchte frühzeitig mit den Verbänden reden, wie wir Probleme lösen können und mich nicht nach der Planung mit ihnen vor Gericht treffen“, so Buchholz.