Vor dem Abbruch kommen die Retter zum Zug

Schwarzenbek
(tja).
Bevor voraussichtlich im September der Abriss der Immobilien beginnt, nutzten jetzt Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr den alten Jugendtreff noch einmal für eine große Einsatzübung. "Die Raiffeisenbank hatte uns das Objekt angeboten, da haben wir natürlich nicht Nein gesagt", erklärte Dirk Torkel vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Schwarzenbek. Er hatte die Übung federführend organisiert und sich die Schwarzenbeker Feuerwehr zur Unterstützung geholt. Torkel: "Die Zusammenarbeit kann man nicht oft genug trainieren." Der Jugendtreff und das Nachbarhaus sollen einem Neubau weichen (wir berichteten).

Und so fuhren reihenweise Fahrzeuge der Feuerwehr und der Schnelleinsatzgruppe (SEG) des Rettungsdienstes vor. Die SEG kommt immer dann zum Einsatz, wenn es auf einen Schlag viele Verletzte gibt. Torkel: "Wir üben einmal im Jahr im großen Stil und hatten 2015 noch keine Gelegenheit dazu."

Als Lage wurde ein Feuer bei Abrissarbeiten angenommen - mit Blick auf die nahe Zukunft ein sehr realistisches Szenario. Es gab in der Simulation 20 Verletzte. Mit dem Stichwort "Massenanfall an Verletzten" alarmierte die Leitstelle die Retter. Wie üblich waren zuerst die Feuerwehrmänner am Einsatzort. Zugführer Timo Lehmann schickte sie zur Erkundung und Menschenrettung ins Haus, andere brachten draußen Leitern in Stellung. "Die Menschenrettung hat in so einem Fall immer Priorität", sagte Lehmann. Erst im zweiten Schritt nahmen andere Einsatzkräfte die Löscharbeiten auf.

Die täuschend echt geschminkten "Opfer" des Brandes wurden von den Feuerwehrmännern schließlich vor dem Objekt an die Helfer der SEG übergeben, die dann die Schwere der Verletzungen beurteilten. Ein Behandlungsplatz wurde eingerichtet und der Transport in Krankenhäuser durchgespielt. Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Spektakel rund um den Alten Markt.

"Die Übung ist gut gelaufen, Kleinigkeiten werden wir intern in der weiteren Ausbildung ansprechen und für die Zukunft verbessern", zogen Torkel und Lehmann hinterher Bilanz der zweistündigen Großübung.