Nachwuchssorgen bei Wehren

Elmenhorst
(tja).
4133 Frauen und Männer stehen im Lauenburgischen bereit, um Menschen aus Notlagen zu retten, Brände zu löschen oder Hilfe zu leisten. Vor zehn Jahren waren es noch 400 Retter mehr. Kreiswehrführer Michael Raddatz informierte den CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann aus Lauenburg bei dessen Besuch im Feuerwehrtechnischen Zentrum des Kreises in Elmenhorst über die Nachwuchssorgen.

"Wir werden die nächsten Jahre massiv Werbung machen müssen. Schon eine Stagnation unserer Mitgliederzahlen wäre ein Erfolg", sagte Raddatz. In 132 Wehren sind die Ehrenamtlichen aktiv. Raddatz erinnerte an den Erfolg, den Geesthacht und Alt Mölln durch Kinderabteilungen hätten. Dort können schon Sechs- bis Zehnjährige aufgenommen werden. "Wir müssen früh anfangen, die jungen Leute für die Feuerwehr zu begeistern", sagte Raddatz. "Wir werden in den Gemeinden Klinken putzen müssen, anders holen wir keine neuen Mitglieder. Ein Flyer im Briefkasten hilft da wenig", mahnte der Kreiswehrführer.

Brackmann will sich dafür starkmachen, dass beispielsweise in öffentlichen Verwaltungen künftig mehr auf die Einstellung von Feuerwehrleuten geachtet werden müsse. "Das wäre ein deutliches Signal", sagte der CDU-Politiker. Der Arbeitgeber könne schließlich vorgeben, welche Qualifikation er verlange. Und Feuerwehrleute könnten dann bei ansonsten gleicher Eignung durchaus bevorzugt werden, so Brackmann. Die öffentliche Hand müsse dabei mit gutem Beispiel gegenüber der freien Wirtschaft vorangehen, forderte der Politiker. Denn gerade tagsüber fehlt es in den Kommunen oft an Einsatzkräften.

Am Rande des Treffens, bei dem Brackmann und sein aus Frankreich stammender Praktikant Charles Marie Mondon auch die Atemschutzübungsstrecke und den modernen Einsatzleitwagen kennenlernten, lobte Brackmann das Engagement der Feuerwehrleute. "Ich kenne keinen Fall, wo eine Einsatzaufgabe nicht gelöst werden konnte. 100 Prozent erfüllte Aufgaben, das ist eine Top-Leistung", so das Fazit von Brackmann. Aber um diesen Standard langfristig zu halten, sind weitere ehrenamtliche Retter erforderlich.