Damals trugen die Mädchen lange Zöpfe

Schwarzenbek
(wre).
Großes Wiedersehen für einige der 64 Männer und Frauen, die vor 50 beziehungsweise 60 Jahren in Schwarzenbek oder an einem anderen Ort eingesegnet wurden. Gemeinsam feierten sie gestern in der St.-Franziskus-Kirche mit Pastorin Christiane Klinge ihre goldene beziehungsweise diamantene Konfirmation. Einige Teilnehmer der Konfirmanden-Jahrgänge 1954/1955 sowie 1964/1965 hatten bereits in der Wirtschaftswunderzeit den Konfirmationsunterricht gemeinsam verbracht.

So war es auch bei Karin Klimpel (76), die noch immer in Schwarzenbek wohnt, und gern an ihre Kindheit in der Nachkriegszeit zurückdenkt. "Es war schön damals", erinnert sich die Seniorin, die mehr als 20 Jahre ehrenamtlich am Gymnasium gearbeitet hat und dort die Schülerbücherei von 4000 Bänden auf insgesamt 15 000 Fachbücher ausbaute. Seit 1994 kümmert sich der Elternförderverein, dem Karin Klimpel angehörte, um die Bücherei.

Einige Teilnehmer des Konfirmanden-Treffens kennt die Schwarzenbekerin schon aus frühester Kindheit. "Aus unserer Klasse waren ja fast alle beim Konfirmationsunterricht", berichtete Karin Klimpel. "Einige Freundschaften haben bis heute gehalten." An ihre Konfirmation kann sich die Jubilarin noch genau erinnern. "Das war bei Pastor ten Brink. Wir hatte alle lange Zöpfe und schwarze Kleider", so Klimpel. Etwas unangenehm war es ihr dann nach der Konfirmation, zu allen Leuten persönlich hinzugehen, um sich für die Geschenke zu bedanken.

Karin Klimpel war mit ihren Eltern nach dem Krieg als Kind aus Berlin nach Schwarzenbek gekommen. Hier wuchs sie auch auf. In der Konfirmandengruppe waren dann auch einige Flüchtlingskinder. Aber ein Problem sei dies nicht gewesen - schließlich war der Krieg bereits zehn Jahre vorbei und die Flüchtlinge hatten sich in die alteingesessene Bevölkerung integriert. Das Wirtschaftswunder war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Gange. "Es ging uns aber gut hier in Schwarzenbek", erinnert sich Klimpel. Nur für Ausfahrten, wie sie heute oft von Konfirmandengruppen unternommen werden, dafür fehlte noch das Geld.