Schwarzenbek

Jubilare als edle Spender

| Lesedauer: 3 Minuten
Marcus Jürgensen

Geld für Mutter-Kind-Haus Emotionaler Höhepunkt für Liedertafel

Das Jubiläumsjahr der Schwarzenbeker Liedertafel von 1843 ist fast zu Ende: Vorige Woche haben die 45 Sängerinnen und Sänger nicht nur die 19. Verleihung des WVS-Preises musikalisch begleitet - drei Tage später sangen sie in der St.-Franziskus-Kirche erneut vor begeistertem Publikum. Über 400 Besucher verfolgten das Weihnachtskonzert des Chores.

Doch die Chormitglieder wollen sich im 170. Jahr ihres Bestehen nicht nur feiern lassen, sondern auch selbst Gutes tun: 500 Euro aus den Mitgliedsbeiträgen überreichten die Liedertafel-Vorsitzende Jasmin Schmidt und ihre Stellvertreterin Christiane Tracht an Britta Manzke, Leiterin des Mutter-Kind-Hauses an der Hamburger Straße. Seit Januar nimmt die kreisweit einzige Einrichtung Schwangere und junge Mütter auf, die sich in einer Krisensituation befinden. "Damals hab ich es nur geahnt, jetzt weiß ich es: Wir würden sogar fünf derartige Einrichtungen vollbekommen", sagt Manzke.

Doch die Räume im Gemeindehaus der Freien Evangelischen Gemeinde sind mit fünf Müttern zwischen 15 und 31 Jahren und deren Kindern voll belegt. Acht fest angestellte Kräfte, darunter Erzieherinnen, Heilerziehungspflegerinnen und Hebammen sowie Praktikantinnen und ehrenamtliche Helfer betreuen die jungen Familien rund um die Uhr. Finanziert wird dies über das Kreisjugendamt, das die Einrichtung anerkannt hat.

Den fünf Müttern wird jedoch nicht alle Arbeit abgenommen: Sie sollen in den maximal drei Jahren, die sie im Mutter-Kind-Haus bleiben, feste Tagesabläufe für sich und ihr Kind einüben und Schule oder Berufsausbildung beenden. Fernsehen auf der Couch ist am Abend mal möglich, vorher steht das Kind im Mittelpunkt. "Viele Mütter lernen hier zum ersten Mal, wie gesunde Ernährung aussieht", so Manzke. Die 500 Euro der Liedertafel wandern zunächst aufs Sparkonto: Um im kommenden Jahr mit Müttern und Kindern eine Reise antreten zu können, spart die Einrichtung für einen Kleinbus.

Für die Liedertafel-Sängerinnen war die Überreichung der Spende der emotionale Höhepunkt des Jahres. Musikalische gab es hingegen viele: "Bei gleich bei drei großen Ereignissen wurden wir um einen Auftritt gebeten: Beim Neujahrsempfang im Januar, der Eröffnung des Kultursommers im Juli und der Wirtschaftspreisverleihung", freut sich Schmidt.

Auch das Jubiläums-Sommerkonzert mit anschließendem Tanz zählt Schmidt zu den Highlights: "Erstmalig hat unser Chorleiter Markus Götze das Konzertprogramm ausschließlich aus Musicalmelodien und Popstücken zusammengestellt. Beim Publikum kam das sehr gut an."

Am 4. Advent, 22. Dezember, singt die Liedertafel als Gastchor beim Weihnachtskonzert des Lübecker Polizeichores mit (16 Uhr, Kolosseum, Kronsforder Allee 25, 14,30 Euro). Am Heiligabend erklingen die Stimmen des gemischten Chores dann in der Christvesper der St.-Franziskus-Kirche um 16.30 Uhr.

Mit den Erfahrungen aus dem 170. Jahr wird jetzt auch das große Jubiläum in fünf Jahren geplant. "Im Jahr 2018 wird es auf jeden Fall ein festliches Konzert geben, eventuell mit orchestraler Begleitung", sagt Schmidt. Auch ein Ball sowie ein Konzert mit Gastchören oder ein Wochenende im Zeichen der Musik seien möglich.