Markt

Brrrrrr - jetzt frieren sogar Kartoffeln

| Lesedauer: 2 Minuten

Bergedorf (sw). Rosen sind zart und empfindlich. Daher dürfen sie im Winter im warmen Zelt stehen. Auch der Kopfsalat bekommt eine Sonderbehandlung und wird mit Pappe abgedeckt.

Die Kartoffeln sehen zwar robust aus, aber bei frostigen Temperaturen dürfen sich auf eine Fleece-Decke kuscheln: Bergedorfs Markthändler kümmern sich rührend um ihre frische Ware. Und auch sie selbst müssen ganz schön abgehärtet sein, wenn sie stundenlang an ihren Ständen stehen.

Bei frostigen Minusgraden baute Birgit Scharnberg ihren Stand um 5.30 Uhr an der Chrysanderstraße auf. Vom Vierländer Gemüsehof brachte die 48-Jährige Weißkohl, Grünkohl, Sellerie, Rosenkohl und Steckrüben mit. "Wir beladen das Auto immer ganz praktisch: Die Heizlüfter kommen zuletzt direkt an die Tür, so können wir sie nach dem Ausladen gleich anstellen." Während ihre Kartoffeln auf einer Decke liegen, schützt sich Tochter Bianca Scharnberg anders: "Warme Unterwäsche und Strumpfhose müssen sein", sagt die 20-Jährige, die zudem froh ist um die große Plane, die den Stand vor Wind schützt.

Manche Kunden wundern sich auch über die eisigen Preise auf dem Markt. Eine Gurke kostet im Sommer etwa 50 Cent. Jetzt muss der Kunde 1,40 Euro dafür bezahlen, weil sie aus Italien importiert wird. Ähnlich sieht es bei Tomaten aus: "Ein Kilo kostet im Sommer etwa 4,40 Euro. Jetzt muss ich 5,80 Euro nehmen", sagt Jens Wilkens aus Stelle. Der 61-Jährige hält seine Hände an heißem Tee oder Kaffee warm: "Ansonsten heißt es durchhalten."

Mit Heizlüftern und einer Plane halten sich Gisela Kemnitz und ihr Neffe Volker Zwick (36) warm: "Kalte Füße habe ich nie. Wir stehen immer auf einem Holzbrett", erklärt die 60-Jährige aus Nettelnburg. Wie halten Tulpen, Rosen, Nelken den Winter aus? "Die Ware bleibt im Auto, bis wir den Stand aufgebaut haben. Außerdem wickeln wir die Blumen für den Kunden in Zeitungspapier ein. Zu Hause müssen sie dann eine halbe Stunde im Papier liegen bleiben, um sich an die Wärme zu gewöhnen", sagt der Gärtner. Derzeit verkauft er Tulpen aus Allermöhe und Rosen aus Kenia.