Seniorenbeirat

Katerstimmung bei den Senioren

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Foto: Monika Retzlaff

Schwarzenbek. Die bereits fest eingeplanten 1800 Euro, die der Seniorenbeirat von der Stadt bekommen sollte, wurden nicht überwiesen. „Man trocknet uns aus“, meint Vorsitzender Hans-Dietrich Zymny.

„Wir sind geizig“, räumt Hans-Dietrich Zymny, Vorsitzender des Seniorenbeirates, ein. Der Beisitzer Eckhard Gerber hat ein anderes Wort dafür: „Ich nenne es Sparsamkeit“. Wie man es auch bezeichnet: Mit dem Knausern überstand der Seniorenbeirat das Jahr 2009, ohne den umfangreichen Veranstaltungsplan mit Tanzveranstaltungen, Tagesfahrten und Sommerfest zu schrumpfen.

Als die Kassen leer waren, kam die große Ernüchterung: Weil der Stadthaushalt wegen des hohen Defizits nicht genehmigt wurde, strichen die Stadtverordneten kurz vor dem Jahresende den Vereinen und Verbänden die Zuschüsse. Und zwar rückwirkend für das Jahr 2009: Die bereits fest eingeplanten 1800 Euro, die der Seniorenbeirat bekommen sollte, wurden nicht überwiesen.

„Man trocknet uns aus“, meint Zymny enttäuscht. Eckhard Gerber ergänzt: „Das ist bitter, aber wir machen das Beste daraus.“ Das Beste heißt, auch andere Geldquellen zu erschließen. Im Gegensatz zu den Vereinen kann der Seniorenbeirat nicht auf Mitgliedsbeiträge zurückgreifen, denn er ist ein städtisches Gremium.

Zymny kann am Jahresbeginn seine Katerstimmung schlecht verbergen: „Das Betteln liegt mir nicht“. Gerber ist diplomatisch: „Wir suchen uns Sponsoren“.

Einen Geldgeber haben die Senioren schon. Der Schwarzenbeker Arzt Entscho Wladow zeigte sich großzügig und gab 770 Euro für die Tanzveranstaltungen dieses Jahr. Sieben Mal lädt der Seniorenbeirat zum „Tanztee mit Elke“ ein, immer am zweiten Sonntag im Monat in Schröders Hotel. Das Honorar für den beliebten Alleinunterhalter Holger Münch, der immer für gute Musik und beste Laune sorgt, ist damit gesichert. Aber auch 64 Euro für die Gema fallen als Ausgabe nach jedem Tanztee an. Dafür versprach die Stadtverwaltung eine Lösung. Außerdem sicherte Bürgermeister Frank Ruppert den Senioren zu, die Busfahrt im Sommer nicht ausfallen zu lassen. Alljährlich touren die Senioren mit dem Stadtoberhaupt durch Schwarzenbek und erkunden Neues.

„Auch ein anderes Versprechen wurde uns gegeben. Das Sommerfest soll unbedingt stattfinden“, sagte Zymny. Dafür werden aber schon jetzt Geldgeber gesucht, damit beispielsweise die beliebte Tombola angeboten werden kann. „Noch haben wir nicht einmal das Geld, um das Papier für die Lose zu kaufen“, so Zymny.

Sorgen machen ihm auch Tagesfahrten, für die der Seniorenbeirat jedes Jahr Geld dazu gab, damit die Ausflüge für die älteren Bewohner der Stadt bezahlbar blieben. Zum Glück trägt sich anderes vollständig durch die Teilnehmer selbst, wie das „Frühstück mit Käthe“ und der monatlichen Kinobesuch mit Gerd Hagenah.

Auch den Silvesterball in Schröders Hotel ließen sich die Senioren durch Geldsorgen nicht verderben. 180 Gäste feierten im großen Saal beschwingt mit Tanz, einem reichhaltigen Buffet, Sekt und frischen Berlinern bis spät in die Nacht.

( rz )