Schule

Für Rektor Lethgau gab's Rosen zum Abschied

| Lesedauer: 2 Minuten

Schwarzenbek. "Tschüs, Herr Lethgau", sagten die 350 Kinder der Friedrich-Wilhelm-Compe-Schule ihrem Rektor.

Im Gänsemarsch kamen sie alle aufgeregt zum feierlichen Abschiedsempfang in das Pädagogische Zentrum ihrer Schule an der Breslauer Straße - und jeder überreichte ihm eine Rose. Während der Rektor sich mit einem Lächeln bedankte, erklangen die Strophen eines Liedes von Udo Jürgens: " Dies ist Dein Tag. Der Tag der großen Gefühle. Du blickst zurück auf ein Stück, das hinter Dir liegt."

Doch das war nicht die einzige Überraschung. Sandra Schmiedl, stellvertretende Schulleiterin, kündigte ein "Abschiedsgeschenk" nach dem anderen an. Eine Rückschau, viele Glückwünsche, Lob, herzliche Dankesworte und Bewunderung standen im Mittelpunkt der Feier für Lethgau, der nach 31-einhalb Jahren als Rektor der Grund- und Hauptschule in den Ruhestand ging. Mehr als 30 Lehrer, Schulleiter-Kollegen, Politiker und Mitarbeiter der Stadt- und Kreisverwaltung sowie Lethgaus Ehefrau Almuth, die Tochter Silke Buhse und Enkeltochter Saskia waren zu der Feier gekommen.

Die Kinder machten ihrem Schulleiter mit ihrem fröhlichen, unbeschwerten Programm den Abschied leichter. Bürgermeister Frank Ruppert bedankte sich für die Zusammenarbeit, die manchmal auch mit "heftigen Wortgefechten" einher ging, wenn es sich in den Ausschüssen um bauliche Veränderungen an der Schule drehte.

Von Monika Reichenbach und Arnim Voigt vom Personalrat gab's ein Ständchen zum Abschied. Zusammen mit allen Lehrern sangen sie "Mit 66 Jahren" von Udo Jürgens.

Eine "bemerkenswerte Bodenständigkeit" gestand Dierk Jordt, Schulrat des Kreises, dem Rektor zu. "Sie haben diese Schule geprägt ", so Jordt, der dem Pensionär die Entlassungsurkunde übergab.

Nach der Kindheit in Danzig und der Vertreibung fand Lethgau seinen neuen Wohnsitz in Lübeck. Dort schaffte er 1964 die Reifeprüfung und begann sein Mathematik- und Physikstudium in Hamburg. In Kiel wechselte er an die Pädagogische Schule, die er als Volksschullehrer für Physik und Chemie verließ. In Bargteheide-Land trat Lethgau seinen Dienst an und legte 1972 das zweite Staatsexamen ab. Er war auch Verbindungslehrer, machte Stundenpläne und kümmerte sich um die Betriebspraktika. Das waren gute Voraussetzungen, um als Rektor an der Compe-Schule gewählt zu werden, wo er am 1. September 1977 seine Arbeit begann.

An diesen Tag konnte sich Lethgau noch genau erinnern. Er wartete mit seinem Auto am Morgen lange an der Bahnschranke in Schwarzenbek, dort wo heute die Brücke steht, und fragte sich: "Wie soll ich das hier 30 Jahre lang aushalten?" Doch jetzt blickte Lethgau, ins Publikum und sagte: " Ich bin dann mal weg."

( rz )