Schützengilde

Das Ansehen der Gilde stärken

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Monika Retzlaff

Schwarzenbek. Neuer Vorsitzender der Schwarzenbeker Schützengilde von 1894 ist Wilfried Schütte.

Als Vereinsvorsitzender will Wilfried Schütte die Jugendarbeit in der Gilde wieder beleben.

Zeitgleich zum städtischen Neujahrsempfang in der Sporthalle Buschkoppel hatten sich am Sonnabend die Schützen zu ihrer Jahreshauptversammlung in Schröders Hotel getroffen. Der 58-jährige Schütte wurde von den Gildemitgliedern mit großer Mehrheit gewählt.

Dabei zeigten die Schützen Zusammenhalt, denn in der zügig und ohne Diskussion durchgeführten Wahl folgten 40 der 49 Stimmberechtigten dem Vorschlag des Vorstandes und stimmten für Wilfried Schütte. Es gab acht Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Weitere Vorschläge für den Posten gab es nicht. Vor der Wahl hatte der scheidende Vorsitzende Peter Scheerer begründet, warum er seinen Posten abgibt. Er gehört seit 1979 dem Verein an. "Ich habe in fast allen Bereichen der Gilde meinen Dienst gemacht", sagte er. Nach 2002 habe sich der Verein verändert. Er habe sich in Gruppen gespalten und arbeite wenig mit anderen Vereinen zusammen. Scheerer nannte auch Auswege: Die Gilde müsse sich stärker öffnen und Kooperationen eingehen. Denkbar sei beispielsweise, Jazz-Frühschoppen anzubieten und die Halle dafür aufzupolieren. Dazu werde mehr Teamgeist benötigt. Ihm sei es leider nicht gelungen, der Gilde mehr Gesicht und Ansehen zu verleihen, bedauerte Scheerer.

Wilfried Schütte ist optimistischer: "Genau deshalb habe ich die Wahl auch angenommen." Schütte ist Inhaber einer Wäscherei in Schwarzenbek und war von 2000 bis 2005 Zweiter Vorsitzender der Gilde. Der Schützenkönig von 1995 will die Erfahrungen der letzten Jahre aufgreifen und vor allem wieder mehr Jugendliche für den Verein begeistern. Derzeit gibt es nur vier Jugendliche in der Gilde. Familiennachmittage und Schnupper-Veranstaltungen sollen dem abhelfen.

Zu Beginn der Versammlung zogen die Schützen Bilanz. Der Verein siegte im Jahr 2008 drei Mal in der Mannschaftswertung bei den Kreismeisterschaften und kam drei Mal auf den dritten Platz. In der Einzelwertung kamen sieben Schwarzenbeker Schützen aufs Siegerpodest und errangen zwei Mal Platz zwei sowie vier dritte Plätze. Mit drei Schützen war allerdings die Beteiligung an den Landesmeisterschaften dürftig.

Als letzte Amtshandlung zeichnete Peter Scheerer langjährige Mitglieder für ihr Wirken im Verein aus. Dazu gehören Söhnke Dreyer und Eva Uiting (10 Jahre), Dieter Lange, Marianne Nabrotzky, Berta Sembach und Uwe Winterberg (20 Jahre), Hans-Joachim Bliß, Hans-Joachim Delfs und Jens Torkel (25 Jahre), Jutta Blankenburg, Kurt Grenz, Günther Meyer (30 Jahre), Heino Cebulla (40 Jahre), Karl-Ludwig Tiedemann und Gustav Wilhelmi (60 Jahre). Auch Scheerer erhielt eine Auszeichnung: Er hält der Schützengilde seit 30 Jahren die Treue.

* Am 16. Juli 1894 hatten sich 15 Bürger in Schröders Hotel getroffen und die "Errichtung einer Schützengilde am hiesigen Ort" beschlossen. Erster Schützenoberst wird Gemeindevorsteher Heinrich Schefe. Das erste Schützenfest wurde im darauffolgenden Jahr gefeiert, erster Schützenkönig wird Drechslermeister Heinz Niebuhr. Im Jahr 1900 wird das Schützenfest erstmals an Pfingsten gefeiert, 1906 der noch heute der Gilde gehörende Schützenpark gekauft.