Kirchengemeinde

Babysegen bringt Veränderungen mit sich

Marcus Jürgensen

Schwarzenbek. Die Geburt eines Kindes ist der wohl schönste Grund für eine berufliche Auszeit. Barbara Neuberts Grund heißt Anna Rahel. "Sie ist eine echte Berliner Pflanze", schmunzelt die Pastorin. Am 16. November wurde die Tochter von Neubert und ihrem Mann Thomas Keidel (44) in Berlin geboren, wo Bankkaufmann Keidel arbeitet.

In der evangelischen Kirchengemeinde muss jetzt die dritte Pfarrstelle neu ausgeschrieben werden.

Schon seit Herbst war die Theologin wegen Komplikationen in der Schwangerschaft krank geschrieben, wurden ihre seelsorgerischen und gemeindlichen Aufgaben von ihren beiden Kollegen übernommen.

Umso glücklicher ist das Paar über die Geburt ihrer kleinen Tochter. Für die 40-jährige Theologin, die acht Jahre die Pfarrstelle in Schwarzenbek inne hatte, hat die Geburt jedoch auch berufliche Konsequenzen: Neubert hat sich für eine zweijährige Elternzeit entschieden. Damit bleibt sie zwar weiterhin Mitarbeiterin der Nordelbischen Kirche, verliert jedoch den Anspruch auf ihre Pfarrstelle in Schwarzenbek.

Bis Mitte Januar hat die junge Mutter noch Zeit, sich offiziell gegenüber ihrem Arbeitgeber zu äußern. Würde sie nur 18 Monate Elternzeit nehmen, müsste für die Pfarrstelle in Schwarzenbek eine Vertretung eingestellt werden. So wird die dritte Pastorenstelle neben Petra Habenicht und Holger Bentele neu ausgeschrieben.

Neubert sieht dies mit einem weinenden und einem lachenden Auge: "Es ist sehr schade, denn es ist eine tolle Gemeinde und ich habe hier tolle Kollegen." Doch nach acht Jahren sei ein Wechsel ohnehin üblich. Neubert: "Nicht jedes Gemeindemitglied kann mit jedem Pastor gleich gut und durch einen Wechsel erhält die Gemeindearbeit ja auch neue Impulse."

Nicht nur für Schwarzenbeker Christen ist Neuberts Weggang ein großer Verlust: Die Seelsorgerin war als Vorsitzende des Kirchenvorstands nicht nur Verwaltungschefin der Gemeinde, sondern hat auch Aktionen wie die Spendensammlung für die Sanierung der Kirchenglocken oder die christlich-islamischen Gespräche initiiert. Für die offizielle Verabschiedung der Pastorin ist noch kein Termin anberaumt.