Jahresrückblick

Ein großes Problem: Jugendgewalt

Schwarzenbek (cus). Die Sprayerszene, die in den vergangenen Jahren ganze Straßenzüge beschmierte, war in den letzten zwölf Monaten kein Thema.

Doch die Stadt hat ein neues Problem: gewaltbereite Jugendliche, von denen viele erst 13 bis 14 Jahre alt und damit noch strafunmündig sind.

In diesem Jahr häuften sich Meldungen über Sachbeschädigungen, angefangen bei den Toilettenhäuschen am Bahnhofsvorplatz. Im März wurde ein 17-Jähriger von einem Messerstecher verletzt, als er seine Cousine (18) schützen wollte. Wenige Tage später veröffentlichte die Polizei die Kriminalitätsstatistik 2007. Mit 1849 Straftaten, darunter 138 Körperverletzungen, steht die Europastadt kreisweit an der Spitze.

Mit dem neuen Bürgerpreis für Zivilcourage, der an das Netzwerk gegen Gewalt ging, sowie der Präventionsveranstaltung "Tu Was" und dem seit Sommer geltenden Alkoholverbot im Stadtpark versuchen Ordnungsamt, Jugendpflege und Polizei gegenzusteuern. Doch im Oktober kam es erneut zu einem Gewaltausbruch: Betrunkene Jugendliche randalierten im Stadtpark und richteten an Spielgeräten und Pavillons einen Schaden von mindestens 4000 Euro an. Bei den Aufräumarbeiten wurden die Bauhofmitarbeiter von einer Gruppe Zwölf- bis 14-Jähriger dermaßen bedrängt, dass die Polizei sogar Platzverweise verhängen musste.