China

Blonde Männer sind ein beliebtes Fotomotiv

Schwarzenbek/Haimen (cus). "In China sind wir die Exoten" - diese Erfahrung hat zumindest Büroleiter Björn Warmer gemacht. Der Verwaltungsmitarbeiter der Stadt Schwarzenbek fällt im Straßenbild dank seiner hellblonden Haare sofort auf, wird selbst im Fahrstuhl von Chinesen per Handy fotografiert.

Noch beliebtere Fotomotive sind hingegen die beiden "Zwei-Meter-Riesen" der elfköpfigen Delegation: Wirtschaftsförderer Andreas Thiede und FDP-Politiker Hartmut Hintze.

Gelegenheit die beiden zu fotografieren, gab es genug: Am dritten Tag ihrer Reise besuchten die Schwarzenbeker die Fette-Niederlassung in Nanjing, mittlerweile Marktführer für Tablettenpressen in China. Warmer: "Bei uns entstand mehrfach der Eindruck, als seien wir im Stammwerk in Schwarzenbek." Auch im Alltag seien die Unterschiede zu Deutschland bei weitem nicht so gravierend, wie erwartet: Die Infrastruktur ist auf einem frappierend modernen Stand, Fahrräder sind auf den Straßen kaum zu sehen, dafür fast ausschließlich moderne Autos. Das alte China versteckt sich eher "hinter den Kulissen", die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich quasi im Rekordtempo. Bürgermeister Frank Ruppert staunte: "Die Lebenshaltungskosten vor allem in den Städten haben längst westliches Niveau erreicht."

Wichtigste Kommunikationsplattform für die Schwarzenbeker Delegation sind Bankette und Festessen. Warmer: "Es gibt zahllose kleine Gänge, bis man meint, platzen zu müssen. Pro Essen muss man zudem bis zu zehn Mal aufstehen und anstoßen und mindestens fünf Visitenkarten austauschen." Mit den fremdartigen Gerichten kommen die Norddeutschen hingegen gut zurecht, auch wenn ihnen nicht immer klar ist, was eigentlich gerade auf dem Teller liegt: "Der Pilz schmeckt wie ein Brot", wunderte sich Warmer bei Festessen. Kommentar von mitgereisten Matthias Schirmacher (BfB/Grüne): "Ist es denn ein Pilz?"