Vereinsarbeit

Malen als Krebstherapie

Es ist der Kampf gegen den Krebs, der sie verbindet: Alle zwei Wochen treffen sich 20 Frauen im Amtsrichterhaus, um gemeinsam zu malen und so ihre Krankheit zu verarbeiten.

Auf Leistung kommt es dabei nicht an, eher auf gegenseitige Unterstützung und Austausch. Leiterin Renée Kraemer: "An der Malgruppe kann wirklich jeder teilnehmen. Keine der Frauen hatte vorher jemals einen Pinsel in der Hand". Kraemer, selbst Künstlerin, erklärt den Frauen, worauf es beim Malen ankommt und gibt ihnen Anregungen.

Die Krankheit selbst wird für die Zeit, in der sich die Patientinnen treffen, ausgeblendet. "Die Frauen sollen die Möglichkeit bekommen, einfach mal abzuschalten von der alltäglichen Belastung durch die Krankheit und die oft depressive Stimmung zu durchbrechen", sagt Kraemer. Und doch lassen sich Entwicklungen in den Bildern beobachten: "Je stabiler die Frauen werden, umso fröhlicher werden auch die Farben, in denen sie ihre Bilder malen", so Melita Mucha, die die Malgruppe 2001 ins Leben rief. Die Ärztin leitet in Geesthacht eine Praxis für ambulante Chemotherapie.

Das Mal-Angebot fand regen Zuspruch: Mittlerweile gibt es sogar schon eine zweite Gruppe in Geesthacht unter der Leitung von Corinna Dohrmann, die gerade eine Ausbildung zur Maltherapeutin macht.

Durch die Erweiterung der Malgruppe um einige weitere Angebote entstand 2002 der Verein "FAKT e.V.", ein gemeinnütziger Verein zur Unterstützung Krebskranker und deren Angehörigen.

Dass das Konzept funktioniert, kann Heidi Wendt aus Dassendorf bestätigen. Die 57-Jährige hat 2002 ihre Krebserkrankung überwunden und ist bis heute geblieben: "Die Malerei und die Gemeinschaft sind eine unheimliche Bereicherung für mich. Ich habe Fähigkeiten in mir entdeckt, von denen ich vorher nichts wusste."

( (ag). )