Kurzinterview

Drei Fragen an Dr. Werner Hoerschelmann

, ehemaliger Hauptpastor der Hauptkirche St. Petri in Hamburg. Der 70-jährige Theologe war in Indien als Pastor und Dozent tätig.

Dr. Werner Hoerschelmann Er war Leiter der Abteilung "Afrika südlich der Sahara" der EKD und Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe:

Herr von Hoerschelmann, gibt es einen Weg aus der weltweiten Armut?

Es besteht noch kein Grund zur Resignation. Die Erde verfügt noch über alle Ressourcen, die Armut zu bekämpfen. Die Armut geht uns alle an. Lösen wir die Probleme nicht, führen sie zu einer globalen Katastrophe, von der vielleicht nicht mehr wir selbst, mit Sicherheit aber unsere Kinder und Enkel betroffen sein werden.

Sie betonen immer wieder, Bildung sei der Schlüssel für die Armutsbekämpfung.

Wissen und Werte sind das A und O im Kampf gegen die Armut. Fehlende Bildung und Armut bedingen einander. Nicht Pille und Kondome lösen das Problem des Bevölkerungswachstums. Nichts fördert die Entwicklung mehr als Bildung für Mädchen.

Wie haben Sie es aufgenommen, dass zur Bekämpfung der Finanzkrise in Deutschland in kürzester Zeit Millionen Euro bereitgestellt wurden und einige Tage später der "Bildungsgipfel" wegen fehlender Finanzzusagen scheiterte?

Das war peinlich.

( (rz) )