Schulweg in Geesthacht

Wegen Elterntaxis? Am Hohenkamp wird's für Kinder gefährlich

| Lesedauer: 3 Minuten
Dirk Schulz
Pascal Fengler sorgt sich um die Sicherheit der Schulkinder an der Einmündung des Hohenkamp in den Marksweg. Wegen der geltenden Rechts-vor-links-Regelung würden Autofahrer häufiger Kinder auf dem Schulweg übersehen.

Pascal Fengler sorgt sich um die Sicherheit der Schulkinder an der Einmündung des Hohenkamp in den Marksweg. Wegen der geltenden Rechts-vor-links-Regelung würden Autofahrer häufiger Kinder auf dem Schulweg übersehen.

Foto: Dirk Schulz

Vater sorgt sich über die Sicherheit auf dem Schulweg. Behörde registriert Missachtung der Verkehrsregeln, sieht aber weitere Gefahr.

Geesthacht. Bei seiner morgendlichen Gassi-Runde mit Hund Hailey passiert Pascal Fengler fast täglich zur Zeit des Schulbeginns den Einmündungsbereich des Hohenkamp in den Marksweg. Dabei hat der Geesthachter so manch brenzlige Situation beobachtet. Der 41-jährige Vater zweier schulpflichtiger Söhne geht sogar so weit, dass er sagt: „Dass hier noch kein Kind auf dem Schulweg verletzt wurde, ist ein Wunder.“

An dieser Stelle in der HEW-Siedlung gilt Tempo 30 und die Rechts-vor-links-Regel. Autofahrer, die aus dem Hohenkamp kommen – morgens sind das auch viele Kunden der Bäckerei Sievert – haben also beim Rechtsabbiegen Vorfahrt. „Viele fahren einfach los, ohne auf Fußgänger oder Kinder mit Fahrrädern auf dem Fußweg zu achten. Teilweise schneiden sie dabei auch den Fußweg und gefährden so die Kinder“, ist Fenglers Erfahrung.

Schulweg wird für Kinder am Hohenkamp gefährlich

Ein weiterer Punkt: Fahrradfahrer, die in die Innenstadt wollen, werden kurz vor dem Hohenkamp auf die Straße geleitet, haben in der Straßenmitte eine kleine Haltefläche, um von dort zur Fußgängerampel am Richtweg zu gelangen.

In den Morgenstunden sind das viele Kinder, die zu den weiterführenden Schulen in der Unterstadt wollen. „Das sehen die Grundschulkinder und überqueren dann auch hier den Marksweg, weil sie sich brav daran halten, auf der rechten Seite zu gehen“, ergänzt Fengler.

Auch über eine Lösung des Problems hat sich unser Leser Gedanken gemacht. Er schlägt vor, zwei Zebrastreifen im Hohenkamp und im Marksweg anzulegen. Fengler: „Das ist auch gar nicht teuer.“

Stadtverwaltung appelliert, sich an die Regeln zu halten

Dem Fachdienst Öffentliche Sicherheit sei bekannt, dass sich hier nicht alle Verkehrsteilnehmer an die Vorfahrtsregeln halten würden, heißt es dazu aus dem Rathaus. Unfälle mit Schulkindern habe es derweil nach ihrer Kenntnis keine gegeben.

Zebrastreifen seien indes laut Straßenverkehrsordnung in Tempo-30-Zonen entbehrlich. Obgleich sie ab 200 Fahrzeugen in der Spitze pro Stunde angeordnet werden können, wenn Überquerungen von Schutzbedürftigen oder Überquerungen an Haltestellen zu sichern sind. Dabei handele sich um Einzelfallentscheidungen, die bei einer Verkehrsschau mit Polizei und Straßenbaubehörde diskutiert werden.

„Elterntaxis“ verschärfen die Verkehrssituation merklich

Laut Einschätzung der Geesthachter Verkehrsaufsicht basieren die Probleme in dem beschriebenen Bereich an überhöhter Geschwindigkeit und der Missachtung der Vorfahrtsregeln. Insbesondere würde Fahrzeugen, die aus dem Hohenkamp kommen, häufig die Vorfahrt genommen. „Diese Probleme lassen sich nicht mit einem Zebrastreifen lösen. Unsere Straßen werden auch nicht sicherer dadurch, dass wir überall mehr Schilder aufstellen. Unsere Straßen werden sicherer, wenn wir uns alle an die Regeln halten“, betont Andrej Wink von der städtischen Verkehrsaufsicht.

Er appelliert an Eltern und Schulen, dass die Verkehrserziehung eine größere Rolle spielen sollte und Regelwissen regelmäßig aufgefrischt wird. Außerdem würden „Elterntaxis“ die Verkehrssituation merklich verschärfen. Dabei seien die meisten Grundschulen gut zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar.

Für Fengler eine unbefriedigende Antwort. „Wenn die Stadt das Problem kennt und nichts unternimmt, außer an die Autofahrer zu appellieren, sich an die Regeln zu halten, halte ich das für fahrlässig. Schließlich handelt es sich doch genau hier um Schutzbedürftige“, sagt er.

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