Autofahrer sehen Rot

Grüne Welle dauert in Geesthacht nur noch 15 Sekunden

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Dirk Schulz
Schaltet teilweise schon nach 15 Sekunden Grünphase auf Rot: die Fußgängerampel an der Einmündung zur Trift.

Schaltet teilweise schon nach 15 Sekunden Grünphase auf Rot: die Fußgängerampel an der Einmündung zur Trift.

Foto: Dirk Schulz

Vier Stopps auf einem Kilometer: Zwischen Ziegenkrug und Post geht es nur stockend voran. Grund sind offenbar technische Probleme.

Geesthacht. Seit ein paar Wochen sehen Autofahrer in Geesthacht häufiger Rot als ihnen lieb ist. Von einer grünen Welle, die es für den Durchgangsverkehr geben soll, kann keine Rede mehr sein. „Wenn ich morgens gegen 6.30 Uhr auf dem Weg zur Arbeit an der Ziegenkrug-Kreuzung halten muss, habe ich bis zur Post bei Tempo 50 insgesamt viermal Rot: am Ziegenkrug, an der Trift, am ZOB und an der Post“, berichtet Dachdecker Dirk Hümpel aus Grünhof. Seit Ende November gehe das auf dem nur gut einen Kilometer langen Abschnitt schon so.

Zeitlich überschneidet sich das Ende der grünen Welle mit der Änderung der Schaltung der Fußgängerampel an der Bundesstraße 5 in Höhe der Einmündung zur Trift. An dieser sollen Radfahrer, die die Fahrradstraße von der Oberstadt bis zum Freibad nutzen, künftig nicht mehr so elend lange auf Grün warten wie bisher. „Für Autos soll es aber weiter eine grüne Welle bei Tempo 50 geben“, betont Bürgermeister Olaf Schulze.

Es hakt an den Ampelschaltungen für die grüne Welle

Eigentlich. Dass es an den Ampelschaltungen für die grüne Welle hakt, hat auch eine Prüfung des Fachdienstes Tiefbau ergeben. Dieser spricht aber von Problemen erst ab dem dritten Adventswochenende (11./12. Dezember). Grund: „Teile des Steuergerätes waren ausgefallen“, erklärt eine Mitarbeiterin.

Bis der Grund des Defekts gefunden war, mussten mehrere Fachleute bemüht werden. Die Fehlersuche sei angesichts der großen Anzahl an Ampeln an der B 5 und B 404 sehr aufwendig. „Nachdem Ersatzteile bestellt und eingebaut worden sind, ist die grüne Welle weitgehend wieder in Takt“, teilt die Verwaltung mit.

Weitere Untersuchungen sollen Anfang Januar folgen

Wobei: „Einige technische Einheiten, die für die Koordinierung der grünen Welle benötigt werden, sind inzwischen allerdings in die Jahre gekommen. Darum werden Anfang Januar weitere Untersuchungen der Ampelanlagen durchgeführt“, kündigt der Fachdienst Tiefbau an.

An der Trift-Ampel kann von einer grünen Welle weiter nicht die Rede sein, wie eine Prüfung unserer Redaktion ergab. Die Grünphasen wechseln immer zwischen 90 und 15 Sekunden – ohne dass ein Radfahrer drücken würde. Bei der nur kurzen Schaltung wird der gerade wieder in Schwung gekommene Verkehrsfluss gebremst. Kein Wunder, dass die Autofahrer hier im wahrsten Sinne des Wortes Rot sehen.

Auch an der Ziegenkrug-Kreuzung staut sich der Verkehr

Auch das erhöhte Verkehrsaufkommen an der Ziegenkrug-Kreuzung hat die Stadtverwaltung im Blick. Zeitweise staut sich der Verkehr auf der Linksabbiegespur in Richtung Hansastraße bis zur Einmündung beim Aldi-Markt. „Woran das liegt, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Belegbare Analysen zu diesen Verkehrsflüssen liegen uns nicht vor“, heißt es aus dem zuständigen Fachdienst Tiefbau dazu.

Dort wird gemutmaßt, dass die Staubildung mit der Schließung des Rewe-Marktes und dem damit verbundenen veränderten Einkaufsverhalten der Bewohnerinnen und Bewohner der Oberstadt zusammenhängt. Auch hier solle es gegebenenfalls Anpassungen geben.

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