Geesthacht

Forscher und Stadt erarbeiten Maßnahmen bei Extremwetter

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Dirk Palapies
Nach einem Gewitter schiebt ein Mann Wasser aus seinem Keller an der Hansastraße.

Nach einem Gewitter schiebt ein Mann Wasser aus seinem Keller an der Hansastraße.

Foto: Dirk Palapies

Geesthachter Ausschuss für Umwelt und Energie im Zeichen des Klimawandels: Anträge von CDU und Grünen zurückgestellt.

Geesthacht. Eine Sitzung im Zeichen der Klimaveränderungen: Die Geesthachter CDU stellte im Ausschuss für Umwelt und Energie einen Antrag zu einem Klimaanpassungskonzept, die Grünen zu einem Klimaschutzkonzept.

Beim ersten geht es um die Abmilderung von Folgen des Klimawandels, beim anderen darum, Wetterexzesse gar nicht erst entstehen zu lassen. „Wie man nun die Klimafolgen abpuffern, mildern und Geesthacht sicherer durch die nächsten Jahrzehnte führen kann, soll durch eine Erstellung eines Klimaanpassungskonzeptes gewährleistet werden“, so die Formulierung im CDU-Antrag. Fünf Leitlinien und mindestens 20 konkrete Maßnahmen sollten darin enthalten sein.

CDU wollte Geld im nächsten Haushalt einplanen

Die CDU wollte das Thema nicht auf die lange Bank schieben. Auch eine Einwohnerversammlung war im Antrag vorgesehen, zudem die Beantragung von Fördermitteln und Einwerbung von Haushaltsmitteln bereits für das Jahr 2022. „Für Klimaschutz haben wir ja schon ein Konzept, für Klimaanpassung haben wir noch nichts“, meinte Björn Reuter, der Ausschussvorsitzende der CDU, zum Vorstoß.

Den Grünen ging es um eine Modifizierung des bestehenden Konzeptes. „Uns ist es wichtig, das Konzept an das neue 1,5-Grad-Ziel bezüglich der Begrenzung der Erderwärmung anzupassen“, so Jens Kalke. Zudem sollten die durch den Straßenverkehr verursachten CO2-Emissionen in Geesthacht durch Maßnahmen deutlich reduziert werden.

Verwaltung verspricht Sachstandsbericht für Anfang 2022

Am Ende erging es beiden Vorhaben ähnlich. Der CDU-Antrag wurde per Abstimmung zunächst zurückgestellt, und die Grünen legten ihren Antrag selbst auf Eis. Grund: Die Verwaltung ist in Sachen Anpassung als auch Klimaschutz bereits tätig, will die Ergebnisse vorstellen. Das soll abgewartet werden.

„Die Verwaltung stellt einen ersten Sachstandsbericht samt eines Ausblicks, wann mit dem endgültigen Endergebnis des Projekts zu rechnen ist, im ersten Quartal 2022 im Ausschuss vor“, sagt Jürgen Pflantz, Leiter des Fachdienstes Umwelt der Stadtverwaltung, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Starkregen uns besondere Hitze werden untersucht

So arbeitet die Verwaltung bereits zusammen mit Forschern des Gerics, das ans Helmholtz-Zentrum Hereon angegliedert ist, an einem Klimaanpassungskonzept. Erörtert wird, wie die Stadt auf Hitze- und Starkregenereignisse reagieren kann.

Starkregenszenarien und Hitzeeffekte aus den vergangenen Jahren werden dafür durch Forscher des Gerics am Computer analysiert. Aus den Ergebnissen wollen wir Leitlinien für die weitere Entwicklung der Stadt ableiten“, sagt Jürgen Pflantz über das weitere Vorgehen. Für die einzelnen Siedlungsteile soll es individuelle Maßnahmenvorschläge geben.

Gründächer sind ein Beispiel für Übereinstimmungen

Und auch in Sachen Fortschreibung des kommunalen Klimaschutzkonzeptes wird die Stadtverwaltung einen Vorschlag zur Vorgehensweise und Beauftragung von Leistungen im Jahr 2022 im Ausschuss vorstellen. Gelder für die Fortschreibung – 40.000 Euro für das nächste Jahr – wurden am 1. November auf Antrag der Grünen-Fraktion in der Haushaltssitzung des Finanzausschusses eingeworben, teilt die Stadtverwaltung mit. Der Änderungsantrag der Grünen wurde daher zurückgezogen.

„Wir halten die beiden Anträge nicht für zwei Paar völlig verschiedener Schuhe“, sagt Jens Kalke und nennt Beispiele: Gründächer sind gut für die CO2-Bilanz, puffern aber auch bei Starkregen. „Das ist alles aus einem Guss“, meint er und hegt die Hoffnung auf ein Werk, in dem sich beide Anliegen wiederfinden.

Bei Björn Reuter stößt er nicht auf taube Ohren. „Wir stellen uns da nicht quer“, sagt er. „Ich hätte auch keine Probleme damit, wenn wir Verkehr einsparen wollen. Eher mit der Reduzierung von Parkraum.“ Jens Kalke ist offen für eine Zusammenarbeit. „Diese Diskussion muss man weiterführen“, findet er. „So weit sind die Anträge ja nicht auseinander“, meint Björn Reuter.

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